Newsbeiträge » Sonntagswort

15. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.07.2020

Eingereicht von MK am 10. Jul 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 13,1-23
Gleichnisse sind schwierig. Man möchte sofort verstehen und nicht mehr so gerne „um die Ecke denken“. Auch Jesu Jüngern geht das so. Sie haben keine Zeit oder keine Lust, eigenartige Rätselworte Jesu zu hören und nicht zu verstehen. Also fragen sie und haben Glück. Sie bekommen eine Auslegung der Worte Jesu, die so rätselhaft nun auch wieder nicht waren. Das Wort Gottes hat’s schwer, sagt Jesus. Natürlich hätte der Sämann seinen Acker besser vorbereiten können. Aber wer die steinigen Böden Israels kennt, weiß: So viele Steine, so mächtige Dornen – da kommt man nicht dagegen an. Der Sämann verteilt seine Körner großzügig und hofft auf die Samen, die zu starken Pflanzen werden und hundertfache neue Möglichkeiten zur Aussaat bieten. Und Gott sei Dank ist dieser Sämann so: Wenn er zu viel über geplante Investitionen, kalkulierte Streuverluste und Ähnliches nachgedacht hätte, dann hätten wir vielleicht Gottes Wort nie gehört. Nun müssen wir aufpassen, dass die mächtigen Sorgen dieser Welt, all das Elend vor unseren Augen und die Mühe des eigenen Fortkommens uns nicht erdrücken. Der Sämann hat in uns investiert!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


14. Sonntag im Jahreskreis – 04./05.07.2020

Eingereicht von MK am 03. Jul 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 11,25-30. „Komm“ ist ein zentrales Wort in der Bibel. Dementsprechend auch „Kommt“.
Nicht nur ich alleine bin von Gott eingeladen, zu ihm zu kommen, wir alle. Gott kommt auf uns Menschen zu. Das ist seine Grundbewegung der Menschwerdung, dass er immer wieder und auf vielerlei Weise in diese Welt, in dieses Leben kommt.
Im Sonntagsevangelium ist es aber nicht nur Gott, der kommt, sondern er dreht gleichsam die Blickrichtung um. Er lädt uns ein, zu ihm zu kommen und alles, was schwer in den Händen und auf dem Herzen liegt, mitzubringen.
Dieses Kommen ist eine Grundbewegung des Glaubens: Ich raffe mich aus meiner Selbstbezogenheit und meinem Selbstmitleid auf und wende mich Gott zu.
Ich vertraue mich und das, was mir das Leben schwer macht, Gott an. Auch wenn ich noch nicht weiß, was Gott damit machen wird oder was sich dadurch ändern wird.
Aber Jesus verspricht, was er schenken wird: Ruhe für die Seele, also Frieden. Indem ich aus meinen (vielleicht allzu) kleinen Kreisen heraustrete, mich Gott zuwende und mich auf sein „Komm“ einlasse, wandelt, verwandelt sich etwas, und ich finde Frieden.
Eine gute Disposition, um bei Gott zu sein und gleichzeitig wieder in meinem Leben weiterzugehen

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


13. Sonntag im Jahreskreis – 27./28.06.2020

Eingereicht von MK am 26. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 10,37-42
Das ist Klartext, der klarer nicht geht. Nichts trübt den Sinn der Worte Jesu. Es ist nicht erlaubt, an den Worten zu drechseln und zu meinen: So oder so, habe er das nicht gemeint, könne er es nicht gemeint haben.
Gewiss spricht Jesus oft in Bildern und Gleichnissen. Aber eben nicht immer. Bisweilen redet er Klartext. Zum Beispiel in diesen Versen. Sie bieten meinem Glauben kein Schlupfloch und keine Hintertür. Dafür bieten sie etwas Überraschendes: Lohn.
Wer mich liebt, liebt mich mehr als andere. Das ist der eine klare Satz Jesu. Daran gibt es nichts zu rütteln. Falls wir in die schwierige Lage kommen – was Gott verhüten möge – zwischen unseren Liebsten und Jesus wählen zu müssen, wissen wir, was wir zu tun haben.
Wir haben keine Wahl, steht hier. Und ist auch so gemeint. Die Wahl ist schon entschieden, sagt der Glaube. Und dann sagt er noch einen zweiten Satz, der hier unerbittliche Jesus: Es wird dir gelohnt, was du in meinem Namen tust und wen du in meinem Namen aufnimmst. Du tust es nicht für nichts – du tust es für Gotteslohn.
Was immer das dann ist, steht nicht in unserer Macht. Es wird aber mächtig sein. Wir brauchen nicht zu rechnen oder Wünsche zu haben. Gott allein weiß, wann und wie er lohnt. Wir wissen aber auch etwas: dass er lohnt. Dieser Klartext ist für uns. Und schmeichelt uns.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. Sonntag im Jahreskreis – 20./21.06.2020

Eingereicht von MK am 19. Jun 2020 - 18:18 Uhr

Matthäus 10,26-33
Diese Jesussätze tun weh. Das müssen wir zulassen, dürfen mit nichts Tröstlichem darüber hinwegreden. Manchmal beginnt der Trost damit, dass man keinen weiß und das Untröstliche aushält. Die Nacht muss Nacht bleiben, bevor es tagen kann. Das Unschöne verschwindet nicht, indem man es schönredet.
Die Sätze Jesu sind eine Provokation, obwohl sie das nicht sein wollen. Die Provokation liegt darin, dass wir solche Gedanken nicht mögen. Dass wir Jesus anders kennen: liebevoll, gütig, mit Worten und Händen streichelnd. Das tut er auch.
Hier aber nicht. Hier ist seine Wahrheit nackt. Und heißt: Es tut weh, zu glauben und den Glauben zu leben. Man eckt an, man leidet, man provoziert vielleicht. Das alles nicht um unsertwillen, sondern um Gottes willen.
Im schlimmsten Fall entzweit man sogar seine Familie, wenn es ernst wird. Und das war es auch schon in den Diktaturen, wenn einer sich bekannte und eine andere das nicht wollte. Man wünscht das niemandem, auch sich nicht.
Aber es gibt den Ernst des Glaubens. Manchmal müssen wir glauben, was wir einst meinten, glauben zu können. Gott bleibt bei allem, was wir von ihm wissen, immer auch Geheimnis. Selbst für Jesus war das so. Es half ihm dann nur eins: Sich betend ihm in die Arme zu werfen und zu sagen: Dein Wille geschehe. Beten wir heute, dass wir es können, wenn es so weit ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


11. Sonntag im Jahreskreis – 13./14.06.2020

Eingereicht von MK am 12. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 9,36 – 10,8 - Nach der Betrachtung des Evangeliums, meinte jemand: „Ich kann mir vorstellen, dass die zwölf Jünger überrascht auf ihre Aussendung reagiert haben: Einfache Menschen – auf einmal ausge-stattet mit der Vollmacht und der Fähigkeit, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben, selbst Tote zu er-wecken.“
Doch sie zogen dennoch los – und machten die Er-fahrung, dass sie das, was Jesus ihnen zutraut, wirklich können.
Auch wir als Christen sind heute aufgerufen, den Glauben zu verkünden. Reagieren wir ähnlich über-rascht? Ist das nicht die Aufgabe für Profis? Hat Mission nicht generell etwas Anrüchiges?
Mission bedeutet doch nichts anderes, als von dem zu erzählen, was mir wichtig ist im Leben und von meinen Erfahrungen mit Gott zu berichten.
Von der Freude und von der Geborgenheit, die mir der Glaube schenkt. Von meiner Hoffnung auf das Reich Gottes, von der Wahrheit, an die ich glaube.
Das kann frohe Botschaft sein für Menschen, die an Leib und Seele erkrankt sind; für Menschen, die sich innerlich wie tot fühlen; für Menschen, die die Orientierung verloren haben.
Das kostet Überwindung; viele möchten das nicht – und deshalb gilt auch immer noch der Satz Jesu: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Schade.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dreifaltigkeitssonntag – 06./07.06.2020

Eingereicht von MK am 05. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Johannes 3,16-18
Literaturnobelpreisträger Bob Dylan weiß es in einem Song: „You‘ve got to serve somebody“. Du musst jemandem dienen, sei es der Teufel oder Gott.
Wir Menschen sind auf Größeres hin gemacht. Unsere Aufgabe ist die Hingabe. Weil es auch das Wesen Gottes ist, sich hinzugeben.
Unsere Bestimmung ist es, zu dienen und zu einem lebenswerten Leben für alle unseren Beitrag zu leisten und dann zu feiern, wenn das gelingt.
Wir müssen keine großen Helden oder Weltveränderer sein. Wir sind jedoch gerufen, mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt zu gehen und jede Minute den Ruf des Lebens im Kleinen, in den besonderen Momenten, in der Not und im Glück der anderen zu sehen und da zu sein.
Wir sind geschaffen auf etwas Größeres hin. Wer sich im Vordergründigen aufhält, wer sich selbst zum Maßstab macht, der verkommt in seinem armseligen Kreisen um sich selbst. Er ist gefangen, sein kleines Ego immer mehr aufzublähen und verkommt in seinen materiellen Süchten. Er richtet sich selbst zugrunde.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sich selbst in seinem Sohn hingab. Wer an den Namen des Sohnes Gottes glaubt und sich hingibt, wird nicht gerichtet. Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 30./31.05.2020

Eingereicht von MK am 29. Mai 2020 - 12:59 Uhr

Johannes 20,19-23 - Feuerzungen oder ein gewaltiger Sturm – die Apostelgeschichte stellt uns das Kommen des Heiligen Geistes wie ein mächtiges Ereignis vor.
Dagegen fällt das Evangelium richtig ab. Da wird Ostern erzählt, die erste Begegnung des Auferstandenen mit seinen Freunden. Und was hat er für sie, um sie aus ihrer Wagenburg zu locken? Ein zartes Anpusten! Und das erste Wort, das er spricht, lautet: Friede!
Damit ist mehr gemeint als nur keine Gewalt. Der uralte Friedenswunsch hat die grundsätzliche Lebenszufriedenheit des Menschen im Sinn. Solchen Frieden soll der Mensch in seinem Leben finden.
Jesus wünscht den unzufriedenen Jüngern ihr Lebensheil. Wessen Leben heil ist, der ist zufrieden. Der österliche Jesus macht ein Angebot: Ich schenke euch den Frieden. Wer mir vertraut, wird zufriedener leben.
Ein Hauch ist der Schlüssel. Hinter dem Atemzug Jesu verbirgt sich der Heilige Geist und in diesem zarten Hauch steckt die ganze Macht Gottes.
Wie in den ersten Tagen der Schöpfung bläst der Schöpfer allem sein Leben ein. Seit diesem ersten Atmen Gottes sind wir Beseelte. Der Auferstandene beatmet uns wieder, er schenkt einen neuen Anfang, einen frischen „ersten Tag“.
Aus dem Chaos des Todes entsteht Leben für alle. Wenn die Jünger – wir! – dieses zärtliche Anhauchen Gottes weitergeben, wird das kein beeindruckendes Schauspiel sein. Schlagzeilen wird es nicht machen. Aber manchem einen neuen Anfang schenken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. und 7. Sonntag der Osterzeit – 16./17.05.2020 und 23./24.05.2020

Eingereicht von markus am 16. Mai 2020 - 21:10 Uhr

Johannes 14,15-21
„Geh nicht weg!“ Kleine Kinder können in Verzweiflung versinken, wenn der vertraute, starke Partner – Eltern, die Oma oder geliebte Erzieher – sie verlassen.
Je hilfloser und ängstlicher die Zurückgelassenen sind, desto bitterer ist es, sagen zu müssen: „Ich muss aber fort!“ Jesus weiß das. Und verspricht einen anderen Beistand: Wo er nicht mehr selbst stützen, trösten, ermutigen kann, wird ein Ersatz kommen, einer von seinem Geist.
„Paraklet“ nennt ihn das Johannes-Evangelium; man kann dieses griechische Wort auch mit „Weggefährte“ übersetzen. Der Heilige Geist ist nicht nur da, wenn es hart auf hart kommt, wie ein Beistand bei Gericht.
Er bleibt in allen Nöten an unserer Seite. Egal, ob wir auf unserem Weg durch diese Zeit nur leicht stolpern oder sogar schwer stürzen und nicht mehr aufstehen können: Er ist da, ist Stütze und Schrittmacher, schenkt Weitblick und verleiht Flügel.
Ohne den Hl. Geist könnten wir nicht Christen – Christi Leute – werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag der Osterzeit – 09./10.05.2020

Eingereicht von markus am 09. Mai 2020 - 08:57 Uhr

Johannes 14,1-12 – Der 5. Sonntag der Osterzeit führt uns zum Gründonnerstag zurück. Denn das Evangelium ist aus dem Gebetszyklus entnommen, den der Evangelist Johannes zwischen die Berichte vom Abschiedsmahl und den Geschehnissen im Garten von Gethsemane eingefügt hat.
Jesus verabschiedet sich von den Aposteln und gibt ihnen unmittelbar vor seiner Passion und seinem Tod am Kreuz, entscheidende Mahnungen mit auf den Weg. "Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!"
Jesus kennt die innere Not, den Kelch des Leids zu trinken. Und er reicht uns die Hand – nein, seinen Leib und sein Blut in Brot und Wein. Er wird so für alle, die ihm sein Zeugnis abnehmen, zum Weg, auch wo es nach irdischem Ermessen zu Ende ist.
Wahrheit, an die wir ohne ihn nicht glauben mögen, weil Gott uns zu fern und unbegreiflich ist; Leben, das immerwährend aus göttlichem Reich-tum hervorströmt. Er bereitet uns einen Platz, eine ewige Heimat im Haus des Himmlischen Vaters, dem Ursprung und Ziel des Lebens.
Glauben - Bekennen - Handeln: An diesen Zusammenhang will uns die Liturgie erinnern, wenn sie uns zum Gründonnerstag zurückführt, mitten in der Osterzeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag der Osterzeit – 02./03.05.2020

Eingereicht von markus am 01. Mai 2020 - 05:00 Uhr

Johannes 10,1-10 - Es ist das Evangelium vom Guten Hirten. Obwohl die Selbstbezeichnung Jesu als Guter Hirte im heutigen Evangelium noch nicht vorkommt. Heute nennt sich Jesus die „Tür“. Eine merkwürdige Bezeichnung, und davor ist auch noch vom Türhüter die Rede.
Türhüter oder Türsteher gibt es heutzutage noch in ele-ganten, elitären Bars und Clubs, in denen man unter sich bleiben will. Diese passen genau auf und wählen aus, wer Gast sein und wer da ein- und ausgehen darf.
Jesus ist nicht elegant und elitär, nicht sorgfältig aus-wählend, wer an ihn heran darf und wer nicht. Jesus gebraucht für sich selbst das Bild einer Tür, eines Zugangs, einer Eintrittsmöglichkeit, einer Chance zum Nahekommen.
Wohin eigentlich schafft er uns den Zugang? Da sind uns wunderbare Dinge verheißen: „Wer durch mich – durch die Tür – hineingeht“, wird von aller Unfreiheit gerettet sein, wird sich in Freiheit hinein- und hinausbewegen können, wird Weide, d.h. einen guten Lebensort und Nahrung für Leib und Seele finden, wird gutes, volles, reiches Leben haben.
Jesus ist der Zugang zum Leben in Fülle, zur Freiheit, zum Leben mit ihm, zum Glück. Was für ein Glück, an einen solchen Gott glauben zu können.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag der Osterzeit – 25./26.04.2020

Eingereicht von markus am 23. Apr 2020 - 18:03 Uhr

Lukas 24,13-35 - Zwei Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Das ist kein Osterspaziergang. Sechzig Stadien ist die Entfernung zwischen der großen Stadt und dem kleinen Dorf, rund elf Kilometer.
Sie sind gegen Mittag, am frühen Nachmittag aufge-brochen, wenn es am heißesten ist. Wahrlich kein gemütlicher Osterspaziergang, vielmehr erscheint es wie eine Flucht. Eine Flucht vor dem, was geschehen ist. Vielleicht auch eine Flucht vor den beunruhigenden Nachrichten der Frauen. Dass das Grab leer ist und Jesus auferstanden sein soll. Das kann doch nicht sein. Tot ist tot, und je schneller man das akzeptiert, desto eher kann auch wichtige Trauerarbeit beginnen.
Vielleicht ist es auch ein Rückweg, ein Heimweg in ein früheres Leben. Rückzug in den Alltag. Doch dieser Rückzug funktioniert nicht. Zurück auf Null – das geht nicht so einfach. Ihr Weg ist letzten Endes ein Irrweg, führt ins Nichts.
Es passt dazu, dass die Forschung den antiken Ort Emmaus heute nicht mit Sicherheit lokalisieren kann. Auf diesem Irrweg, der ja auch ein gedanklicher Irrweg ist – denn die beiden Jünger reden zwar viel, verstehen aber wenig – auf diesem Irrweg begegnet ihnen Jesus.
Er ist den Jüngern hinterhergegangen, auf die beiden kam es ihm an; ein tröstlicher Gedanke, wenn wir selbst einmal auf einem Holzweg sein sollten. Jesus geht ihnen nach und erklärt ihnen die Schrift und öffnet ihnen beim Brotbrechen die Augen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 18./19.04.2020

Eingereicht von markus am 18. Apr 2020 - 19:30 Uhr

Johannes 20,19-31 - Endlich kommt wieder Bewegung in die Mission Jesu. Nach Tagen des Entsetzens und der Lähmung bringt die Auferweckung Jesu neuen Schwung. Die Herzen der Frauen und Männer werden wieder weit, die innere Lähmung lässt nach. Vielleicht weicht sie schon ganz.
Der Herr ist nicht nur irgendwie da, er ist auch direkt bei ihnen. Und zeigt sich ihnen als der, der er immer war und wieder ist: der Lebendige, der Gestalter der Welt in Liebe. Das gibt allen Schwung.
Außer dem Apostel Thomas. Der will es genau wissen. So ähnelt er uns. Behaupten kann man viel über die Liebe und das Leben, könnte Thomas denken. Ich will es aber sehen, anfassen und eben genau wissen. Reden kann jeder, Thomas will fühlen.
Und darf es. Bevor Jesus seinen großen Satz über das Vertrauen sagt, gönnt er dem Thomas den Beweis. Er darf Jesus anfassen, der Glückliche. Und geht prompt in die Knie, jedenfalls innerlich. Er erkennt seinen Herrn und Gott.
Dann erst sagt Jesus: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Anders gesagt: Selig sind, deren Vertrauen weiter geht als nur der Blick der Augen. Wissen hilft, Vertrauen macht selig.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Ostern 2020

Eingereicht von markus am 11. Apr 2020 - 18:33 Uhr

Liebe Gemeindemitglieder, Ehrenamtliche und Hauptamtliche in unserer Pfarreiengemeinschaft!
„Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“, schreibt Paulus an seine Gemeinde in Korinth. „Verschlungen ist der Tod vom Sieg.“
Ostern ist ein Frühlingsfest. Zumindest glauben und denken das viele Menschen heute. Saftiges Grün und Düfte blühender Bäume und Sträucher erfreuen die Sinne. Die Natur zeigt uns Leben pur. Neues Leben, das aus dem Sterben vorherigen Lebens hervorgeht. In diesem Sinne liegen Frühling und Ostern ganz dicht beieinander.
Ostern ist jedoch mehr als ein Frühlingsfest. An Ostern feiern wir Christen den Sieg über den Tod. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Ostern ist der Aufbruch in ein neues Leben. Der Herr ist wahrhaft auferstanden, und so können wir voll Freude singen „Preist dem Todesüberwinder…“
Und das unterscheidet Ostern vom Frühling: Eine Jahreszeit kommt und geht. Ostern aber bestimmt alle Zeit meines Lebens und will mein Reden, Denken und Handeln durchdringen. Ostern ist für mich gelebte Hoffnung über die Todesgrenze hinaus.
So wünsche ich allen Gemeindemitgliedern, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in unserer Pfarreiengemeinschaft ein frohes Osterfest und Gelassenheit und Zuversicht im Vertrauen auf Gott in dieser bedrängten Zeit und danke ganz herzlich für alle Dienste und Einsätze in unseren Gemeinden.

Pastor Reinhard Walterbach


Palmsonntag – Karwoche – Osterwoche 2020

Eingereicht von markus am 04. Apr 2020 - 17:11 Uhr

Matthäus 21,1-11 – Was erzählt der Evangelist Matthäus uns eigentlich unmittelbar vor dem berühmten Einzug in Jerusalem? Jesus begegnet in Jericho zwei Blinden, die flehentlich bitten: „Herr, wir möchten, dass unsere Augen geöffnet werden!“ Jesus heilt sie und „sie folgten ihm“.
Wahrscheinlich sind sie also auch dabei gewesen, als das Volk jubelnd am Straßenrand stand und nur sah, was es sehen wollte: Die politische Wende, den Gott-gesandten mit Kampfauftrag gegen die Römer, den Propheten, der an glorreiche Zeiten erinnerte.
Ob sie auch zusahen, als derselbe Jesus sich mit dem Kreuz auf den Schultern durch die Straßen schleppte und eine Schande für das ganze Volk wurde? Ob die ehemaligen Blinden dort die Augen wohl lieber wieder zumachen wollten?
Sehen wir auch nur das, was wir sehen wollen? Oder trauen wir uns, zu bitten, dass uns die Augen aufgetan werden? Und gehen das Risiko ein, dass uns nicht gefällt, ja vielleicht sogar verstört, was wir sehen – mit diesen von Gott berührten Augen.
Der Friedenskönig zieht am Palmsonntag in Jerusalem ein. Und es zieht die Entscheidungszeit herauf. Ob wir am Wegrand jubeln oder noch nachdenklich im Hinter-grund stehen: Am Palmsonntag sollen wir Farbe bekennen. Wer ist Jesus für mich? Möchte ich diesem König nachfolgen? Auf das Hosanna des heutigen Tages folgen die Dunkelheit der Passion und das Licht der Auferstehung…

Einen schönen Palmsonntag und eine gute Karwoche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Fünfter Fastensonntag – 28./29.03.2020

Eingereicht von markus am 28. Mär 2020 - 20:06 Uhr

Johannes 11,1-45 - Eine lange Geschichte von Leben und Sterben, von Freundschaft und Enttäuschung, von Warten und Hoffen ist Evangelium am 5. Fastensonntag.
Der Tod des Lazarus und seine wundersame, wunderbare Rückkehr ins Leben. Nicht umsonst ist diese Frohe Botschaft in der Leseordnung am sogenannten Passionssonntag angesetzt.
Früher hat mich dieses Evangelium immer ärgerlich gemacht: Ist Jesus so zynisch, dass er seinen Freund bzw. den Hilferuf von dessen Schwestern tagelang ignoriert? Wirklich verstehen kann ich das heute immer noch nicht, aber ich habe 1. erkannt, dass vieles im Leben tatsächlich unverstehbar bleibt, vor allem, wenn es mit den elementaren Lebensbewegungen wie Leben, Sterben, Liebe und Schmerz zu tun hat.
2. begreife ich mehr und mehr, dass auch Gott, an den ich als den Gott der Liebe und des Lebens glaube, sich immer wieder entzieht; dass er mir oft auch fremd erscheint und dass er nicht programmierbar und herrufbar ist, wann und wie ich es gerade brauche.
Und 3. habe ich gelernt, bei den Schriftworten nicht auf das zu schauen, was mir im Text derzeit Mühe macht und was sich mir entzieht, sondern auf das, was mich gerade in diesen Tagen anspricht.
Es ist die Stelle: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – Ja, Gott will das Leben. Er selbst ersehnt für mich volles, glückliches, erfülltes Leben. Vielleicht ganz anders, als ich es mir bis jetzt ausdenken konnte. Aber ich glaube daran: Er will es.

Verbunden im Gebet und der täglichen Feier der Eucharistie für unsere Gemeinden grüßt
Pastor R. Walterbach


Vierter Fastensonntag – 21./22.03.2020

Eingereicht von markus am 20. Mär 2020 - 20:10 Uhr

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Mitchristen!
Die Bistumsleitung hat am Dienstag, den 17. März 2020, weitere sehr weitreichende Maßnahmen zum Schutz vor der Übertragung des Coronavirus beschlossen.

Auf Anordnung der Behörden ist die Feier von öffentlichen Gottesdiensten bis auf Weiteres verboten. Von diesem Verbot betroffen sind auch die Feier der Karwoche und des Osterfestes, die Feiern von Erstkommunion, Firmung, Taufen und Trauungen, die bis auf weiteres verschoben werden müssen.

Beerdigungen müssen weiterhin stattfinden. Sie dürfen derzeit allerdings nur im engsten Familienkreis begangen werden. Auf weitere Anordnungen der örtlichen Behörden ist zu achten. Die Friedhofskapellen, Pfarrheime und Gemeindehäuser bleiben bis auf Weiteres geschlossen. In dieser Zeit können sich Gruppen dort nicht versammeln.

Krankensalbungen können wie sonst bei infektiösen Erkrankungen unter den Rahmenbedingungen des RKI gespendet werden. Alle sonstigen diözesanen und kirchengemeindlichen Veranstaltungen sind bis auf Weiteres abzusagen oder zu verschieben. Darunter fällt auf Bistumsebene u. a. die Nordwestdeutsche Ministrantenwallfahrt nach Osnabrück, die für den 6. Juni 2020 geplant war.

Bischof Bode wird ab kommenden Sonntag, 22. März, immer sonntags um 11 Uhr und von Montag bis Freitag jeweils um 19 Uhr nichtöffentliche Messen im Osnabrücker Dom feiern.
Diese Messen werden im Internet live auf www.bistum-osnabrueck.de übertragen.

Die Pfarrkirchen bleiben für das persönliche Gebet geöffnet. Die Beichtzeiten, samstags von 15:30 – 16:00 Uhr in St. Peter und Paul bleiben bestehen. Die Pfarrbüros bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

In seinem Fastenhirtenbrief schreibt unser Bischof u.a.: „Wir erleben eine ganz andere Fastenzeit. Viel ist uns genommen, was sonst selbst verständlich war. Aber auch in diesem Fasten ist uns ,,der Bräutigam nicht genommen" (vgl. Lk 5,34). Und mit Paulus dürfen wir gewiss sein, ,,dass weder Tod noch Leben ... weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten ... uns scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Röm 8,38 f.). … Unser weithin sicher geglaubtes Leben erfahren wir heute als zutiefst verletzlich und zerbrechlich. Da ist jedes Zeichen der Solidarität und Zuwendung und jede Idee zur Überwindung von Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst und Niedergeschlagenheit wichtig. Dazu gehören ein freundlicher Umgang ,,auf Abstand" und die Nutzung aller guten Möglichkeiten von Telefon und sozialen Medien genauso wie das Gebet füreinander und miteinander in den Familien. Darüber hinaus sollen alle wissen, dass täglich die heilige Messe stellvertretend für alle gefeiert wird von vielen Priestern und Bischöfen für das Heil des Bistums, das Heil unseres Landes und der weltweiten Menschheitsfamilie. Die Eucharistie, die heiligen Worte der Schrift und die Solidarität aller sind ein fester und tragender Grund, besonders in Zeiten wie diesen.

Die kommenden Wochen der Fastenzeit und die Feier von Karwoche und Ostern - wenn auch in ungewohnten und neuen Formen - soll und will die gemeinsame Überzeugung in uns wachhalten, dass selbst in dieser Bedrängnis viel Potential zum Guten steckt: Viel Glaube, viel Hoffnung, viel Liebe! ,,Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit", ruft uns der Apostel Paulus zu (1 Tim 1, 7).
So segne uns alle der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“
+ Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück


Dritter Fastensonntag – 14./15.03.2020

Eingereicht von markus am 13. Mär 2020 - 19:06 Uhr

Johannes 4,5-42 - Eine wunderbare, immer wieder anrührende Szene: Die Begegnung zwischen Jesus und der Frau am Jakobsbrunnen. Es sind immer wieder die zärtlich-kraftvollen Begegnungen Jesu mit besonders berührbaren Frauen.
Einmal ist es Maria Magdalena am Grab, einmal ist es die Samariterin am Brunnen. Beide sind im landläufigen Sinn Sünderinnen, beide haben ihr Glück in der Liebe gesucht, beide sind enttäuscht, verletzt, geprägt von ihrer Geschichte. Und vielleicht sind deshalb beide so offen für Jesus, der sie in einer neuen Weise anspricht, sie ernst nimmt, ihnen ihre Würde wiedergibt, sie heilt.
Jesus und die samaritische Frau treffen einander am Jakobsbrunnen, der an den biblischen Stammvater Jakob erinnert. Auch er ist nicht unschuldig geblieben, aber er hat nach langen Wegen die Versöhnung mit seinem Bruder gesucht und dabei Gott gefunden.
Lauter sündige Menschen, die viele Wege und Umwege und Glücksversuche in ihrem Leben gemacht haben. Und die schließlich erkannt haben, dass sie nur bei Gott Versöhnung mit ihrer Geschichte und Frieden finden können.
Nicht, dass sündigen so schön wäre. Und ein Leben mit eigenen Sünden und Unversöhntheiten schon gar nicht.
Aber es ist tröstlich, dass Gott einen Menschen gerade mit und wegen der vielen Wege und Umwege und Glücksversuche liebt. Vielleicht ist man so erst wirklich offen und bereit, ihn am eigenen Lebensbrunnen zu treffen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Fastensonntag – 07./08.03.2020

Eingereicht von markus am 06. Mär 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 17,1-9 - Eigentlich ist das doch ein tolles Erlebnis, was den Jüngern da geschenkt wird: Sie sehen hinter der schlichten menschlichen Gestalt Jesu sein eigentliches, göttliches Wesen.
Und sie haben zwei der größten Propheten im Judentum vor Augen, so real, dass Petrus am liebsten drei Hütten bauen möchte für die, die ihre Heimat im Himmel haben.
Aber die Jünger sind voller Angst, sie wagen nicht aufzublicken. Was eine Mut machende Vision sein könnte, wirft sie nieder. Jesus schimpft nicht, er macht sie nicht fertig. Er kommt, berührt sie und hilft ihnen auf. „Habt keine Angst.“
Da ist er wieder: Der zentrale Satz seines Lebens, den er vor und nach Ostern immer wieder sagen wird. „Habt keine Angst.“
Das ist sein Trost für alle, die die Angst blind macht und die Verzweiflung niederdrückt. Jesus wird sie – uns! – anrühren und ansprechen, aufheben und aufnehmen. Wir werden verwandelt wie er, damit unser wahres Wesen sichtbar wird.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag – 29.02./01.03.2020

Eingereicht von markus am 27. Feb 2020 - 11:27 Uhr

Matthäus 4,1-11 - Was sich in dieser Geschichte wirklich ereignet, steht eher zwischen den Zeilen: ein Machtkampf.
Ein, zugegeben, eleganter Machtkampf mit Worten, die zeitgemäßer und darum zeitloser nicht sein könnten. Dreimal geht es eher nicht um das, was dasteht, sondern um die Macht: die Macht der Wunder, der Herrschaft und der Anbetung.
Wem gebührt das alles?, fragt die Geschichte. Der Teufel und Jesus antworten auf je ihre Weise. Mir, sagt der Teufel; Gott, sagt Jesus.
Dass der Teufel am Ende davonzieht, heißt nicht, dass er nicht demnächst wiederkommt. Der Teufel winkt immer mit Macht. Jede Versuchung stellt die Frage: Bin ich nicht wichtiger als alles andere auf der Welt? Habe ich nicht das Recht, mich in den Mittelpunkt zu stellen? Sollte ich nicht viel mehr auf mir bestehen? Das sind tägliche Versuchungen da, wo ich mich bewege.
Versuchungen haben etwas Teuflisches, weil die Antworten so einleuchtend klingen. Natürlich ist es mein Recht, mein Leben, mein Wert. Wer diesen Versuchungen dann erliegt, gewinnt die Machtfrage und verliert oft die Liebe.
Wer sich in den Mittelpunkt der Welt schiebt, droht andere auszugrenzen. Macht an sich ist nötig, neigt aber zum Beherrschen anderer. Das spürt Jesus und weist zurück, was ihn mächtig machen könnte. Die Macht ist Gottes, sagt er. Meine Macht ist die Anbetung. Aus ihr wird Liebe zu anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag – 29.02./01.03.2020

Eingereicht von markus am 27. Feb 2020 - 11:27 Uhr

Matthäus 4,1-11 - Was sich in dieser Geschichte wirklich ereignet, steht eher zwischen den Zeilen: ein Machtkampf.
Ein, zugegeben, eleganter Machtkampf mit Worten, die zeitgemäßer und darum zeitloser nicht sein könnten. Dreimal geht es eher nicht um das, was dasteht, sondern um die Macht: die Macht der Wunder, der Herrschaft und der Anbetung.
Wem gebührt das alles?, fragt die Geschichte. Der Teufel und Jesus antworten auf je ihre Weise. Mir, sagt der Teufel; Gott, sagt Jesus.
Dass der Teufel am Ende davonzieht, heißt nicht, dass er nicht demnächst wiederkommt. Der Teufel winkt immer mit Macht. Jede Versuchung stellt die Frage: Bin ich nicht wichtiger als alles andere auf der Welt? Habe ich nicht das Recht, mich in den Mittelpunkt zu stellen? Sollte ich nicht viel mehr auf mir bestehen? Das sind tägliche Versuchungen da, wo ich mich bewege.
Versuchungen haben etwas Teuflisches, weil die Antworten so einleuchtend klingen. Natürlich ist es mein Recht, mein Leben, mein Wert. Wer diesen Versuchungen dann erliegt, gewinnt die Machtfrage und verliert oft die Liebe.
Wer sich in den Mittelpunkt der Welt schiebt, droht andere auszugrenzen. Macht an sich ist nötig, neigt aber zum Beherrschen anderer. Das spürt Jesus und weist zurück, was ihn mächtig machen könnte. Die Macht ist Gottes, sagt er. Meine Macht ist die Anbetung. Aus ihr wird Liebe zu anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


7. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.02.2020

Eingereicht von markus am 20. Feb 2020 - 21:30 Uhr

Matthäus 5,38-48 - „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist ein berühmtes Wort geworden.
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ war eine ziemlich fortschrittliche Aussage. In der Zeit vorher gab es im Allgemeinen das Motto: „Du hast mir ein Auge verletzt? Dafür mach‘ ich dir gleich alle zwei kaputt. Und einen Zahn eingeschlagen? Warte nur, ich schlage dir mindestens zwei ein.“
Jesus verleugnet Unrecht nicht, aber er spielt eingefahrene Verhaltensmuster nicht mit und lädt ein zum Innehalten, zum Maßhalten, zum Nachdenken.
Er lädt ein, mich nicht von Wut und Rache mitreißen zu lassen und damit vielleicht etwas zu zerstören, was ich eigentlich gar nicht beabsichtigt habe, aber wozu ich mich in meiner Emotion habe hinreißen lassen und was mir später leidtut: „Ja, es ist dir Unrecht geschehen, aber du musst dich nicht gleich für Vergeltungsschläge rüsten und dem anderen zeigen, wer hier der Chef ist und wer eigentlich das Sagen hat.“
Und es geht noch weiter. Gleich anschließend rät Jesus auch noch, bei empfangenem Unrecht auch die zweite Wange hinzuhalten oder den Mantel mitzugeben. Jesus sagt damit klar, dass es für vieles vielleicht ganz andere, ganz neue, bisher ungeahnte Lösungen gibt.
Seien wir dankbar, dass er unser kleines, manchmal so kleinliches Denken und Verhalten aufrüttelt und aufbricht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis – 15./16.02.2020

Eingereicht von markus am 13. Feb 2020 - 21:05 Uhr

Matthäus 5,17-37 - Die Bergpredigt ist der Herzschlag Jesu. Man muss sich bei den Worten und Abschnitten nicht in Einzelheiten verlieren, um zu empfinden: Hier ist Jesus der, der er sein soll; als der er angekündigt wurde; als der er sich jetzt auch offenbart: der Sohn Gottes.
In dem italienischen Film „Das Evangelium nach Matthäus“ aus 1964 spricht die Bergpredigt ein eher strenger junger Mann – aber er spricht die Worte leicht, wie nebenbei. Auch nicht vor einer größeren Hörerzahl, sondern vor Gelegenheitshörern. Weltgeschichte am Wegesrand, sozusagen.
Die Bergpredigt war damals kein Ereignis für die Massen, sondern ein paar Worte zwischen zwei Ortschaften. Aber was für Worte. Sie stellen die Welt auf den Kopf.
Das wusste Jesus. Und will es auch. Er wird gewusst haben, dass man das nie mehr vergisst. Wie einer das ganze Leben von Gott her erklärt. Und keinen Zweifel lässt, dass Gott ist und sein wird bei allem, was man in seinem Namen tut.
Wo Gott ist, sagt Jesus in diesen Versen, da ist Güte, Versöhnung, Treue zu Menschen und Treue zu den eigenen Worten. Wo Gott ist, lebt man nicht leichtfertig, sondern in Verantwortung vor ihm. Wo Gott ist, macht man auch Fehler, schwere Fehler, aber man steht dann dazu und redet sich nicht heraus. Die Bergpredigt ist der Herzschlag Jesu. Hier sagt er, wie das Leben geht: Freudig mit Gott; tapfer im Herzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag im Jahreskreis – 08./09.02.2019

Eingereicht von markus am 06. Feb 2020 - 15:28 Uhr

Matthäus 5,13-16 -
Merken Sie es auch? Es wird schon wieder heller! Noch sind die Tage kurz, die Dunkelheit kommt früh – und doch: Wir spüren den kommenden Frühling, ahnen den hellen Sommer.
Von Licht und Hellwerden spricht die Bibel immer wieder – vom ersten Tag der Schöpfung an will Gott, dass es hell wird in unserer Welt. Jesus bezeichnet sich selbst sogar als „das Licht der Welt“. Und er nennt auch uns so. Wir sollen dafür sorgen, dass Leben möglich wird, dass die Dunkelheit nicht siegt, dass einer den anderen sieht als seinen Bruder, seine Schwester.
Das Evangelium von heute knüpft nahtlos an die Seligpreisungen vom letzten Sonntag: Selig seid ihr, wenn ihr Licht seid in dieser oft so finsteren Welt!
Ja – Jesus kann das sagen und der Christenheit einen Auftrag geben, für dessen Umsetzung sie schließlich auch auf Gottes Hilfe zählen und sich verlassen darf.
„Euer Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Die Lebenskraft Salz, die wir sein können und dürfen, kommt aus der Schöpfungskraft, mit der Gott uns stark macht – ganz am Anfang und jeden Tag neu.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Darstellung des Herrn – 01./02.02.2020

Eingereicht von markus am 31. Jan 2020 - 08:50 Uhr

Lk 2, 22-40 „Wenn ich das doch noch erleben dürfte!“ – Gerade alten Menschen kommt dieser Seufzer hin und wieder über die Lippen.
Ein einziger Herzenswunsch soll noch in Erfüllung gehen, dann kann man friedlich sterben. Man möchte so gerne etwas noch mit eigenen Augen sehen… Menschliche Sehnsüchte können alle Zeiten überdauern. Manche Hoffnungen sind zeitlos.
Simeon und Hanna, der „Gerechte“ und die „Prophetin“, bündeln hier die Sehnsüchte des ganzen Volkes Israel. An diesem Tag endlich werden sie Zeugen eines außergewöhnlichen Ereignisses.
So groß ist das Geschehen, dass es dazu zwei Zeugen braucht, Mann und Frau. Beide sind dafür besonders vorbereitet, beide leben und beten im Jerusalemer Tempel, beide warten seit vielen Jahren auf das Heil Israels.
Es kommt so klein und unscheinbar daher: Ein Säugling, ein Erstgeborener, den die Eltern in den Tempel tragen, um dort die vorgeschriebenen Opfer darzubringen. Simeon und Hanna sehen mehr als die äußere Erscheinung.
Sie sehen mehr – nicht aus sich selbst heraus, sondern weil Gottes Geist ihnen die inneren Augen und das Herz öffnet. Und wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Beide, Simeon und Hanna, sprechen das kostbare Geheimnis aus. Der lange Weg ist zu einem Ziel gekommen, sie dürfen mit eigenen Augen sehen

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag im Jahreskreis – 25./26.01.2020

Eingereicht von markus am 23. Jan 2020 - 19:07 Uhr

Matthäus 4,12-23 - Auch beim wiederholten Hören und Lesen dieses Abschnitts aus dem Matthäus-Evangelium bleibt das Verhalten der beiden Brüderpaare Simon und Andreas sowie Jakobus und Johannes unverständlich.
Von jetzt auf sofort alles hinter sich zu lassen, das bisherige Leben „über Bord zu werfen“, dass er-scheint nicht nur unverständlich, sondern geradezu unvernünftig.
Es sei denn, sie hätten schon vorher Jesu Botschaft gehört und ihr Glauben geschenkt: Das Himmelreich ist nahe. Wenn das Himmelreich nahe ist, das verändert alles, da betrachtet man das Irdische auf einmal mit anderen Augen – oder?
Ich kann es nicht, mein Leben so radikal zu ändern. Ich möchte es auch nicht. Ist dann mein Glaube an das nahende Himmelreich kleiner, vielleicht, weil in den letzten 2.000 Jahren davon so wenig spürbar gewesen ist? Vielleicht.
Vielleicht kann Nachfolge aber auch ganz anders aussehen, dort stattfinden, wohin mich Gott in meinem Leben gestellt hat. Die Geschichte von der Berufung der Jünger muss ich ernst nehmen, das heißt aber nicht, ihr Verhalten zu kopieren. Das geht nicht. Ernst nehmen, bedeutet aber, dem Ruf Jesu immer wieder zu folgen: Kehrt um!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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