Newsbeiträge

21. Sonntag im Jahreskreis - 22./23. August 2009

Eingereicht von markus am 21. Aug 2009 - 22:10 Uhr
Jesus und seine Jünger - ein unerschöpfliches Thema. Schon Jesus und Petrus geben genug Stoff für einen abendfüllenden Film. Mal nimmt Petrus den Mund sehr voll, mal ist er kleinlaut oder gar ein Leugner. Und dann wieder hat er ganz helle Momente wie kein anderer Jünger. Mitten im großen Streit um die Lehre Jesu zum Beispiel, als viele ehemalige Anhänger Jesus schon längst verlassen hatten, seufzt Petrus hellsichtig: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Wer könnte das schöner sagen als Petrus, dieser buchstäblich zu allem fähige Nachfolger Jesu. Was er genau sagt, das weiß er oft selber nicht. Aber trotzdem trifft er den Nagel auf den Kopf. Aus ihm spricht Gott, sozusagen. Wir dürfen manchmal Gott hören, wenn Petrus spricht. Und einmal, im Evangelium des Johannes, trifft Petrus sogar alle Nägel mit einem Schlag auf den Kopf: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens. Wir können nicht weg. Sonst sind wir verloren. Das will Petrus sagen. Kurz danach will er weglaufen. Und scheitert jämmerlich. Nur wer bleibt, gewinnt das Leben.
Bei Jesus leben wir, auch wenn wir sterben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

20. Sonntag im Jahreskreis - 15./16. August 2009

Eingereicht von markus am 14. Aug 2009 - 08:45 Uhr

"Ist das hier eine öffentliche Einladung zum grausamen Kannibalismus?" Das, was Jesus von sich als dem lebendigen Brot und von seinem Fleisch und Blut erzählt, "schmeckt" den Juden überhaupt nicht. Im Gegenteil! Sie geraten in einen heftigen Streit um die Frage: "Wie meint Jesus das, wenn er uns großzügig sein eigenes Fleisch und  Blut als Speise anbietet?" (Joh, 6,51-58)

Wo liegt das Problem? Zwei Ursachen könnten zum Streit geführt haben. Zum Einen habe ich den Eindruck, dass sie einfach nicht richtig hingehört haben. Sonst wäre ihnen sicher aufgefallen, dass Jesus mit dem Bildwort vom lebendigen Brot sein eigenes Leben meint, das er für uns hingibt. D.h. Jesus prophezeit, dass er für uns stirbt.

Zum Zweiten müssen wir bedenken, dass die Juden zum Zeitpunkt der Rede noch nichts von seinem letzten Abendmahl, von seinem Kreuzestod und erst recht nichts von seiner Auferstehung ahnten, geschweige denn wussten.

Da haben wir es heute, die wir um Jesu Tod und Auferstehung wissen, leichter. - Oder auch nicht?

Denn je länger ich über diese Rede nachdenke, desto mehr spüre ich, dass etwas Geheimnisvolles, etwas schwer Verdauliches in den Worten Jesu liegt. Daran werden wir, ähnlich wie die Juden, wohl noch eine Weile "zu kauen" haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Hartmut Sinnigen, Pastor



19. Sonntag im Jahreskreis - 08./09. August 2009

Eingereicht von markus am 07. Aug 2009 - 10:42 Uhr

Marshall Sahlins, einer der bekanntesten Ethnologen unserer Zeit, hat einmal mit der ihm eigenen Ironie angemerkt: Es ist eigentlich erstaunlich, dass die Christen nicht auch bis zu dem rituellen Kannibalismus der (vorkolonialen) Fidschianer vorgedrungen sind; schließlich standen sie nur so knapp davor! - Wenn uns dieser Satz, der hier aus seinem Zusammenhang gerissen wurde, empört, dann hätte das auch sein Gutes. Wir könnten dann nämlich sehr viel besser nach­empfinden, was Jesus bei seinen Zuhörern provoziert hat mit den Worten: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch..." Unverständnis, Empörung, Entsetzen, die in der Fortsetzung des Evangeliums (am nächsten Sonntag) noch klarer zum Ausdruck kommen. Was ist geblieben von diesen unerhört deftigen, markigen Worten Jesu (vgl. Joh 6,41 -51)?
Wie weit hat sich davon der Ritus des Kommunionempfangs - in seinem rein äußeren Erscheinungsbild - doch entfernt! Selbst für ein rituelles Mahl ist der Mahlcharakter ausgesprochen vage. (Die evangelischen Christen haben hier noch mehr bewahrt als die Katholiken.)
Manchmal wünschte ich mir, wir könnten zurückkehren zu einer anderen Form, die auch äußerlich noch etwas erkennen lässt von diesem Elementarereignis, das hier stattfindet: Wir essen und teilen miteinander das Fleisch Jesu, wir empfangen und essen das „lebendige" Brot, das uns immer wieder neu Leben einhauchen will - Leben für uns, Leben für alle. Dieses gemeinsame Mahl sollte nicht nur Erstkommunionkinder erregen, sondern auch uns „eingefleischte" Christen im Innersten treffen und verwandeln, unruhig und tatendurstig machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Hartmut Sinnigen, Pastor


18. Sonntag im Jahreskreis - 01./02. August 2009

Eingereicht von markus am 03. Aug 2009 - 21:47 Uhr
Gott nicht im Weg zu stehen, ist schon viel, was wir tun können.
Wir Menschen damals wie heute wollen Werke tun und etwas bewirken. Und das ist auch gut so. Aber wir Menschen damals wie heute müssen uns sagen lassen, dass wir nicht die Werke Gottes tun können.
Was wir aber tun können, ist zulassen, dass Gott durch uns seine Werke tut.
Bereit sein, sich Gott und seinem Plan zur Verfügung zu stellen, bereit sein für sein Tun an uns und durch uns, das ist die große Herausforderung, vor die uns Jesus heute stellt.
Aber wie macht man das?
Es geht nicht um ein Tun, sondern um eine innere Haltung, die wir tagtäglich üben müssen. Es geht darum, zu glauben, dass Gott ein großes Potenzial in mich gelegt hat, dass er Großartiges durch mich bewirken kann, zu glauben, dass in meiner tiefsten Sehnsucht Gott selbst am Werk ist, das er einen Lebensweg für mich bereit hält, den es zu entdecken und zu gehen gilt, zu meinem Heil und zum Heil der Welt.
In diesem Glauben jeden Tag wachsam durch meinen Tag gehen und die Zeichen sehen, mit denen er mich führen will, das ist die Haltung, in der Gott seine Wunder durch uns vollbringen kann.
Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen auch im Namen des Pastoralteams
Reinhard Walterbach, Pfarrer, und Hartmut Sinnigen, Pastor

13. Sonntag im Jahreskreis 27./28. Juni 2009

Eingereicht von admin am 19. Jul 2009 - 14:17 Uhr

Am Montag, 29.06., feiern wir das Hochfest Peter und Paul. Es ist fast unglaublich und erschreckend, was Jesus dem Petrus zumutet, aber auch zutraut. Auf einen ganz normalen Menschen baut und vertraut Jesus. Sein Handeln hat Konsequenzen für das Reich Gottes. Wenn wir die Zusage an Petrus (Mt 16,13-19) einmal auf uns alle beziehen, erschließt sich ihr tieferer Sinn und ihre große Herausforderung.

Gottes Geist, seine Kraft und seine Liebe leben immer schon in uns und können nur durch uns Gestalt annehmen. Jesus baut genauso auf uns wie auf Petrus und Paulus.

Es ist ja nicht so, dass wir uns hier auf Erden ein wenig anstrengen, aber ob und wie das Reich Gottes kommen wird, das kommt dann nicht mehr auf uns an. Nein, unser Tun hat Konsequenzen für das Reich Gottes. Und Jesus nimmt ernst, was wir tun, korrigiert es nicht einfach weg.

Wenn wir an die Größe Gottes in uns glauben und ihr Raum geben, wenn wir diesen ungeheuerlichen Auftrag - im Vertrauen auf den Mensch gewordenen Gott und seine Gegenwart in uns und unter uns - annehmen, dann haben wir damit den Schlüssel zum Himmel in der Hand.

Der Himmel, der dort beginnt, wo Menschen miteinander leben und lieben, wo sie begreifen, dass sie miteinander zu einem großartigen Leben aus Gott berufen sind.

Für die Nachfolge des Petrusamtes gilt ein Satz des Paulus: Ich will Gott mehr trauen als den Menschen, vor allem mehr als mir und meinen Stimmungen und Ansichten. Ich will den Verheißungen trauen, die Gott mich hat wissen lassen durch die Propheten, durch Jesus, durch die Zeugen der Kirche, die ihr Festhalten auch in der Anfechtung nicht bereut haben. - Petrus und Paulus sind wie Fels und Feuer: Urgestein der Kirche, das nicht zur Ruhe kommt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Hartmut Sinnigen, Kaplan


Pfingsten - 30./31. Mai

Eingereicht von admin am 29. Mai 2009 - 20:39 Uhr
Es war einmal in Deutschland. Dort löste die steigende Arbeitslosigkeit und die endlose Reformdiskussion eine depressive Stimmung unter der Bevölkerung aus.

Überall? Nein, denn eines Tages ging ein zaghafter Ruck durchs Land. Einige Christen erinnerten sich an das erste Pfingstfest, bei dem die Jünger aus ihrer Hoffnungslosigkeit gerissen wurden. Sie glaubten: Das, was damals half, muss doch auch den Menschen heute helfen. Und sie beschlossen, im Geiste Jesu einen neuen Aufbruch zu wagen.

Zuerst überlegten sie, was das Leben wirklich wertvoll macht. Dann zogen sie erste Konsequenzen und hörten auf, die Lebensqualität allein nach Leistung, Erfolg und Geldbeutel zu beurteilen.
Allmählich wurde ein frischer Wind spürbar. Das machte ihnen Mut, noch stärker aktiv zu werden und auch Ungewohntes zu wagen.
Neue Hoffnung und eine ganz andere Zufriedenheit breiteten sich langsam, aber unaufhaltsam aus. Immer mehr wurden davon angesteckt.
Und wenn wir uns jetzt von diesem Geist anstecken lassen, dann weht er auch noch heute. Frohe Pfingsten!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Hartmut Sinnigen, Kaplan


Aktueller Sonntagsbrief von Pfingsten - 30./31. Mai
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