Newsbeiträge

30. Sonntag im Jahreskreis - 24./25. Oktober 2009

Eingereicht von markus am 22. Okt 2009 - 22:48 Uhr
Der praktische Atheismus ist tot, kaum jemand stellt sich noch vor die Öffentlichkeit und streitet dafür, dass Gott tot sei. Doch ersetzt wurde er durch einen schleichenden Atheismus, durch einen weit verbreiteten Glauben an "ein göttliches Wesen, eine höhere Macht; an irgendetwas, das möglichst fern ist und möglichst wenig mit dem Leben zu tun hat. Doch das ist kein Glaube - zumindest kein christlicher. Mein christlicher Glaube rechnet mit Gott, ich ziehe ihn hinein in den alltäglichen Kleinkrieg der Arbeit, in meine Beziehungen, in die Ängste und Sorgen, die mich belasten. Warum?
Weil ich Gott etwas zutraue, weil ich ihn ernst nehme, weil ich ihn beim Wort nehme, weil ich ihm glaube. Die Frage, die Jesus dem blinden Bartimäus stellt: Was soll ich dir tun?, die darf auch ich, dürfen wir alle persönlich nehmen. Ich bin es, der gefragt wird: Was willst du, das ich dir tun soll? Und dann soll mir - uns allen - kein Wunsch, keine Bitte, ja selbst keine vergrabene, kaum selbst eingestandene Sehnsucht mehr im Halse stecken bleiben. Der Volksmund kennt das blinde Vertrauen, der Glaube gehört nicht dazu, im Gegenteil: Wer glaubt und vertraut, erkennt manches, das anderen verborgen bleibt.
Der blinde Bartimäus hatte von Jesus gehört (Mk 10.46-52), hatte genau hingehört. Und aus dem Hören war ein Vertrauen gewachsen. Und als Jesus vorbeikommt, erhebt er seine Stimme und wirft sogar seinen Mantel weg - einziger Besitz des Bettlers. Ein weiterer Vertrauensbeweis. So muss Jesus nur sagen: "Dein Glaube hat dir geholfen." So heilt das Zuhören das Sehen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan

29. Sonntag im Jahreskreis - 17./18. Oktober 2009

Eingereicht von markus am 16. Okt 2009 - 08:00 Uhr
Das Zeichen der Christen ist der Dienst. So sieht es Jesus. (Mk 10,35-45). Die Jünger sehen es anders. Sie wünschen sich die Herrschaft. Nicht nur die Jünger und Jüngerinnen zurzeit Jesu.
Heute dürfte es ähnlich sein. Wenn wir schon Gottes Willen erfüllen, werden viele denken, dann könnten wir auch etwas davon haben. Geld zum Beispiel. Oder etwas Ruhm. Oder mehr Einfluss. Spätestens jedoch einen guten Platz im Himmel.
Davon träumen in der Bibel schon die Jünger Jakobus und Johannes. Und weil sie mutig sind, fragen sie Jesus direkt: Bitte, lass uns im Himmel neben dir sitzen. Als Jesus ihnen antwortet, werden sie immer mutiger. Ja, sagen sie, wir können, wenn wir müssen, ebenso leiden und standhaft bleiben wie du.
Das sind starke Worte. Ich könnte sie nicht sprechen. Jesus weist die beiden aber nicht zurück. Er sagt nur, was er genau weiß: Wer unter euch groß sein will, soll dienen. Das muss genügen. Dienst ist alles. Über Ruhm, Einfluss, Geld oder einen Platz im Himmel entscheidet dann Gott allein. Der Dienst muss uns genügen. Wer sich nicht selbst erhaben dünkt, wird groß. Mit Gottes Hilfe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams
Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

27. Sonntag im Jahreskreis - 03./04. Oktober 2009

Eingereicht von markus am 02. Okt 2009 - 09:02 Uhr
Ein Satz wie ein Fels in der Brandung: Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen! (Mk 10,2-12) Ist das ein Satz, der Sicherheit und Halt geben kann, oder einfach nur ein anachronistischer Monolith, den man vergessen hat wegzuräumen? Ich persönlich würde ihn ungern fett gedruckt im Büro einer kirchlichen Eheberatung hängen sehen. Ich würde ihn auch niemandem kalt entgegenhalten wollen, der eine solche Trennung vollzogen hat. Nein, als Gesetz will ich diesen Satz nicht. Viel eher will ich diesen Satz als wunderbare Erinnerung, um es nicht zu vergessen: dass Gott sich das so ausgedacht hat und mit seiner ganzen Liebe dahinter steht, wenn zwei Menschen sich finden und binden und einander glücklich machen wollen. Oder auch als offenes, klares Wort mir ins Herz und ja, ins Gewissen geredet: dass eine Bindung dieser Art meine äußerste Anstrengung verdient, sie auch durch schwere Krisen zu tragen und immer neu einzugehen. Das schließt ein Scheitern nicht aus, aber es kann nur am Ende eines langen Weges stehen. Die Wortwahl ist bestimmt nicht zufällig: Was Gott „verbunden" hat, meint wörtlich, was er„unter ein Joch zusammengespannt" hat. Eheleute mögen Ochsen sein, die sich für eine Knochenarbeit einspannen lassen, aber als Gespann können sie die schwere Aufgabe auch schaffen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan

26. Sonntag im Jahreskreis - 26./27. September 2009

Eingereicht von markus am 27. Sep 2009 - 11:09 Uhr
Wer Christ sein darf, entscheiden nicht die Christen, sondern Christus selbst gibt es uns vor. Wem er die Hand reicht, den dürfen wir nicht aus unseren Gemeinden fern halten, weil er zu fortschrittlich oder zu konservativ ist oder auf andere Weise unseren Vorstellungen nicht entspricht. Die Gefahr, jemanden am Glauben zu hindern, weil er nicht unseren Maßstäben entspricht, führt das Evangelium drastisch vor Augen (vgl. Mk 9,38ff)
Fremde Wundertäter? „Hindert sie nicht!" Verführerische Gliedmaßen? „Hau sie ab!" –

Wie passt das zusammen? Manchmal habe ich den Verdacht, die antiken Kopisten haben beim Abschreiben etwas ausgelassen. Doch für den Evangelisten Markus gehören beide Forderungen zusammen - als Mahnung an den engsten Jüngerkreis, man könnte heute sagen: an Kirchenleitung und ihre Gremien. Übersetzt könnten die Worte Jesu heißen:„ Wer Gutes tut und im Namen Jesu helfen will, soll das tun. Man muss sich nicht mit Leib und Seele der Kirche verschrieben haben, um in ihrem Sinne zu handeln." Das bedeutet auch, dass Christen aufmerksam und dankbar sein sollen für alle Zeichen der Liebe und Sorge, die außerhalb ihrer eigenen Zirkel geschehen. Diese Aufmerksamkeit fordert auch der zweite Teil des Evangeliums: „Ihr alle, denen irgendeine Leitungsaufgabe anvertraut ist, achtet auf euer Tun. Werdet nicht unglaubwürdig für die einfachen Gläubigen in der Kirchenbank. Wenn sie Euretwegen ihren Glauben an den gütigen Gott verlieren, dann ist das eine ernste Sache!" Hand abhauen, Auge ausreißen - Jesus fordert mit drastischen Worten auf, nicht alles zu tun, worauf wir gerade Lust haben. Es lohnt sich zu verzichten, sich anzustrengen, die Folgen des eigenen Handelns im Blick zu haben. Nicht um sich zu quälen, sondern um das Reich Gottes zu verwirklichen. Darum geht es Jesus in all seinen Forderungen.


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

25. Sonntag im Jahreskreis - 19./20. September 2009

Eingereicht von markus am 19. Sep 2009 - 10:37 Uhr
Die Jünger Jesu verstehen eigentlich nichts von ihm. Das lesen wir immer wieder im Neuen Testament. Sie hören zu, aber sie verstehen Jesus nicht. Aber etwas anderes verstehen sie sehr gut: sich zu streiten. Wer ist der Größte unter ihnen? Darüber streiten sie gerne. Und gerade dieser Streit, der einem vorkommt wie im Kindergarten, ist der beste Beleg dafür, dass die Jünger eigentlich nichts von Jesus verstehen. (Mk 9,30-37)

Hoffentlich machen wir es besser. Hoffentlich haben wir andere Probleme als die Jünger. Hoffentlich gibt es bei uns keine Hahnenkämpfe in der Pfarreiengemeinschaft und den einzelnen Gemeinden, im Pfarrgemeinderat und am Arbeitsplatz. Besser ist es, wenn es allein um die Sache geht. Die nämlich benennt Jesus eindeutig: Wer groß sein will, soll dienen. Und dann zeigt uns Jesus ein Kind, also einen völlig abhängigen Menschen, und befiehlt den Jüngerinnen und Jüngern dieses Kind an. Nehmt dieses Kind in eure Obhut, sagt Jesus, und ihr nehmt mich auf. Nehmt das Schwächste von allen zu euch, und ihr kümmert euch um mich. Das ist klar. Da gibt es nichts mehr zu deuten. Besser als sich um sich selbst zu kümmern ist es, sich um das Schwache zu kümmern. Wer ganz unten anfängt, ist bald ganz oben. Bei Jesus.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

 Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  

24. Sonntag im Jahreskreis - 12./13. September 2009

Eingereicht von markus am 11. Sep 2009 - 08:11 Uhr

Mit welchen Augen lesen wir das Evangelium? Mit welchen Ohren hören wir Jesus sprechen? Wen und was machen wir aus Jesus? Eine ewig wachsame moralische Instanz, ständig mit erhobenem Zeigefinger unterwegs: „Als guter Christ solltest du eigentlich..., eine gute Christin müsste doch ...!"?
Das mag ein wenig übertrieben klingen, aber mir kommt allzu oft ein solches Bild Jesu entgegen. Ein zu klein angesetztes, das leicht ins Gegenteil kippen kann: Der immer liebe Gott. „Freu dich doch, Jesus liebt dich. Halleluja."
Jesus ist einer, der zum Leben einlädt - liebevoll werbend und tröstend einerseits, und mich mit klaren Worten auf die manchmal raue Wirklichkeit hinweisend andererseits. Beides führt zum Leben und zum Segen, für mich und für andere. Mir tut heute gut, dass Jesus eine tiefe Wahrheit des Lebens beim Namen nennt: Wenn ich meinem Leben, meinem Glück mit aller Gewalt nachlaufe, weil ich es möglichst hier und heute haben muss, dann wird mir bald die Luft ausgehen. Ich werde merken, wie ich in Atemlosigkeit und Unersättlichkeit gerate.
Wenn ich mit einem großzügigen, hingebenden, liebevollen Herzen an das Leben und die Menschen herangehe und mich dabei in den Dienst eines Größeren - des Größeren - stelle, werde ich viel gewinnen. Einen Geschmack, einen Duft, eine Ahnung vom erfüllten Leben (vgl. Mk 8,27 – 35).

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen
auch im Namen des Pastoralteams

Reinhard Walterbach, Pastor, und Maik Stenzel, Kaplan  
Sonntagsbrief vom 13. Sept. 09

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