Kirchliche Feste im Jahreskreis

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Unser Kirchenjahr

Liebe Eltern,

die Kirchengemeinde St. Peter und Paul und die Kindertagesstätte St. Marien möchten ihnen im Kindergartenjahr 2018/2019 Informationen

„Rund um unser Kirchenjahr“

geben.

Diese Informationen sind in Kooperation mit der Domgemeinde St.Petrus, Osnabrück entstanden.

In dieser Information erfahren sie die Bedeutung und den Hintergrund von kirchlichen Festen. Oft gibt es auch einige Anregungen, wie dieses Fest in der Familie gefeiert werden kann.

Wir wünschen ihnen im kommenden Jahr viel Freude mit den Informationen.

Viele Grüße aus der Kirchengemeinde und der Kindertagesstätte

Claudia Rohlauf


Zeit der Ankunft – Advent

Advent heißt auf lateinisch „adventus“, das bedeutet Ankunft. Wir erwarten die Geburt Jesu und die vierwöchige Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung auf diese Ankunft. Sie beginnt immer am 4. Sonntag vor dem 25. Dezember. Mit dem ersten Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr. In der Kirche wird sie als Buß- und Fastenzeit gefeiert. Im Advent haben sich viele Riten entwickelt, die das Warten für Kinder verkürzen. Neben den äußeren Zeichen wie Adventskranz und Adventskalender ist auch die innere Vorbereitung auf die Ankunft Jesu notwendig.

In dreifacher Weise kommt Gott bei uns an. In der Geburt vor zweitausend Jahren, in unserem Inneren heute und schließlich am Ende der Zeiten, wie wir es in der Bibel lesen. Als Zeit des Wartens sollte der Advent eine Zeit der Stille sein. Nicht die besinnungslose Zeit.

Eine gute Übung für Kinder und Eltern wäre sich hinzusetzen und sich zu fragen: Worauf warte ich eigentlich in meinem Leben? Mit dem Kind kann man sich darüber unterhalten: Was fehlt mir, was möchte ich in der Familie gerne erleben, was sollen Papa und Mama mit mir unternehmen. Wahrscheinlich kommen einfache bescheidene Wünsche, bestimmt auch der Wunsch nach mehr Zeit füreinander.

Wenn wir Erwachsenen uns fragen was fehlt mir, dann wissen wir: oft werden unsere Erwartungen nicht erfüllt. Wir verspüren eine unstillbare Sehnsucht nach Angenommen sein und gleichzeitiger Freiheit in uns. Gerade wenn unser Leben durchschnittlich verläuft ist es nie genug. Beim Kind können wir diese Sehnsucht einfacher stillen. Dabei können wir den Gedanken: „Erfüllung braucht Vorbereitung“ in den Mittelpunkt der Adventszeit stellen.

Brauchtum im Advent

Adventskranz

Der Adventskranz soll uns helfen, den Sinn der Adventszeit zu erschließen. Der Kranz gilt seit jeher als Zeichen des Sieges, aber auch des Lebens. Die kreisform hat keinen Anfang und kein Ende. Das traditionelle Tannengrün ist ein Zeichen dafür, dass selbst im tiefen Winter (Tod) Leben (grüne Zweige) möglich ist. Rote Kerzen sind Zeichen für die Liebe Gottes. An jedem Adventssonntag wird eine Kerze mehr entzündet.

Was wir im Advent tun können:

Neben dem traditionellem Basteln oder Backen kann die Zeit der Vorbereitung bewusster sein:

  • Wir räumen gemeinsam die Wohnung auf.

  • Wir backen Plätzchen und stellen sie für Weihnachten an die Seite.

  • Wir verzichten auf eine Fernsehsendung und nehmen uns stattdessen Zeit für die Familie.

  • Wir gestalten einen Adventsweg, an dessen Ende die Krippe (ohne Kind) steht. An dem Weg stehen vier Kerzen. Für jeden Sonntag eine. Maria und Josef können am Anfang des Weges stehen und jeden Tag ein Stückchen weiter in Richtung Krippe gehen.

St. Nikolaus

Am 6. Dezember feiern wir das Fest des Heiligen Nikolaus. Wir wissen heute, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit einen Nikolaus als Bischof von Myra in Kleinasien, der heutigen Türkei, gegeben hat. Wann genau er lebte, kann niemand belegen. Es ist nicht sicher, ob Nikolaus der richtige Name des Bischofs war, oder ob es sich um eine Ehrenbezeichnung handelt, denn der Name bedeutet im griechischen: Sieger des Volkes. Nikolaus könnte also jemanden bezeichnen, der das Böse besiegt und dem Volk gezeigt hat, wie das Gute siegreich bleibt.
Der Heilige gewann schon früh eine überragende Bedeutung, so dass ihm im Volksmund sogar die Apostelgleichheit anerkannt wurde und ein bulgarisches Sprichwort sagt: "Wenn Gott stirbt, dann wählen wir den heiligen Nikolaus zu seinem Nachfolger.“ Über den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Schutzheiligen der Schiffer und Kaufleute, gibt es zahlreiche Legenden.

Übrigens:
Der heilige Bischof hat es heute schwer - sein kommerzieller Widerpart, der Weihnachtsmann, hat nach wie vor Konjunktur. Aber vielleicht gelingt es uns wieder, das zu erschließen, was Nikolaus so faszinierend gemacht hat:
Er ist einer, der den Menschen vormachte, wie man bei Gott heilig wird. Dabei dient ihm Besitz nicht als Machtfaktor oder zur Repräsentation, sondern er betrachtet es als Geschenk Gottes, was er nutzt, um anderen helfen zu können. Ein Geschenk, das durch das Weiterschenken Früchte bringt. Schenken heißt bei Nikolaus: Den Weg zu Gott frei räumen, dem Beschenkten ermöglichen heil zu werden, sowohl körperlich als auch seelisch. Unsere Nikolausgeschenke sollen an die Art des Schenkens erinnern. Geht dieser Gedanke nicht durch den Weihnachtsmann der zum Kaufanreiz anregt, nicht irgendwie verloren?

Vom Nikolaus - über das Christkind - zum Weihnachtsmann

Ein interessanter Verlauf der Geschichte

Der Heilige Nikolaus wurde schnell zum Heiligen der Kinder. Er, beziehungsweise, ein elterlicher Stellvertreter, schenkt unerkannt und heimlich. Kinder stellen einen Teller, Schuh o. ä. auf und dorthinein bekommen sie Gaben.
Als zur Zeit der Reformation die Heiligenverehrung abgeschafft wurde, durften natürlich auch Kinderbeschenkungen im Namen des Heiligen nicht mehr stattfinden. Martin Luther erfand daher das Christkind, das nun zu Weihnachten die Kinder bescherte.
In der Zeit der Gegenreformation wurde dann das Nikolausspiel zum Einkehrbrauchtum. Die Gaben wurden nicht mehr still und heimlich gebracht, sondern "Nikolaus" besuchte die Kinder zu Hause, stellte Fragen nach religiösem Wissen, ob sie auch brav gewesen seien,… . Liebe Kinder bekamen Geschenke, die bösen dagegen bekamen die Rute. Dafür gab es einen "schwarzen Mann" oder einen Knecht Ruprecht, der das Böse darstellte, das dem Guten dienen musste.
Die Aufklärung schließlich brachte eine "Persönlichkeitsspaltung" des Nikolaus. Im Katholischen Bereich blieb der Heilige Nikolaus erhalten. Die evangelischen Niederländer aber wollten sich ihren Heiligen nicht nehmen lassen und behielten ihren Sinter Klaas. Sie importierten ihn nach Amerika, wo aus ihm Saint Claus wurde und später dann Father Christmas, den die Coca-Cola-Werbung in ihren Farben Rot und Weiß populär machte. Dank der eifrigen Geschäfts- und Werbestrategien des Getränkeherstellers wurde der neue Typ von Father Christmas nach dem zweiten Weltkrieg wieder nach Europa importiert, wo er auf einen deutschen Vorfahren traf, den sogenannten „Herrn Winter“ einen alten Mann mit Kapuze. So verschmolzen dann Herr Winter und der Coca-Cola Father Christmas zu einem neuen Mann mit Kapuze, langem Bart, einem Sack voll Geschenken in den Coca-Cola Farben von Rot und Weiß - unser guter alter (neuer) Weihnachtsmann. Bekannt und immer noch lebendig vor allem Dank der Geschäftswelt, die ihn als Kaufanreiz in ihren Geschäften nutzen. In den letzen Jahren kommt die Weihnachtsfrau hinzu. Was wohl demnächst kommen wird ...?

Was wir in der Familie tun können Wir lesen gemeinsam eine Nikolauslegende - vielleicht können wir sie dann gemeinsam nachspielen? Wir überlegen, ob wir Kinder oder Erwachsene kennen, denen es in
irgendeiner Weise nicht gut geht und denen wir (still und heimlich helfen)
können oder denen wir eine kleine Freude machen können.
- Wir üben ein Nikolauslied ein und singen es.
- Wir malen ein Bild vom Heiligen Bischof Nikolaus und machen daran
deutlich, wie er im Gegensatz zum Weihnachtsmann aussehen könnte.

Der Apfel ist das „Hausobst“ des Heiligen Nikolaus. Äpfel symbolisieren die Goldklumpen des Heiligen aus der Legende vom armen Kaufmann. Außerdem ist der Apfel Sinnbild für Fruchtbarkeit und Wohlhabenheit.

Der Bratapfel (Volksgut)
Kinder kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie's knallt und zischt!
Bald wird er aufgetischt
Der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder lauft schneller, holt einen Teller!
Holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfe1.

Sie prusten und pusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

Rezept für 4 Bratäpfel
Von den gewaschenen Äpfeln das Kerngehäuse ausstechen. 2 EL Konfitüre, 4 Tl. gemahlene Haselnüsse und 2 TI Zucker mischen. Mit dieser Masse Äpfel füllen. Dann feuerfeste Form mit Butter einfetten, Äpfel hineinsetzen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C etwa 25-30 Minuten backen.
40 g Frischkäse, 200g Joghurt, 2 Tl. Zucker, 2 El. Zitronen Saft, 4 El. Rosinen verrühren, mit Zimt abschmecken und mit den heißen Äpfeln servieren.