Newsbeiträge » Sonntagswort

Fünfter Fastensonntag – 28./29.03.2020

Eingereicht von markus am 28. Mär 2020 - 20:06 Uhr

Johannes 11,1-45 - Eine lange Geschichte von Leben und Sterben, von Freundschaft und Enttäuschung, von Warten und Hoffen ist Evangelium am 5. Fastensonntag.
Der Tod des Lazarus und seine wundersame, wunderbare Rückkehr ins Leben. Nicht umsonst ist diese Frohe Botschaft in der Leseordnung am sogenannten Passionssonntag angesetzt.
Früher hat mich dieses Evangelium immer ärgerlich gemacht: Ist Jesus so zynisch, dass er seinen Freund bzw. den Hilferuf von dessen Schwestern tagelang ignoriert? Wirklich verstehen kann ich das heute immer noch nicht, aber ich habe 1. erkannt, dass vieles im Leben tatsächlich unverstehbar bleibt, vor allem, wenn es mit den elementaren Lebensbewegungen wie Leben, Sterben, Liebe und Schmerz zu tun hat.
2. begreife ich mehr und mehr, dass auch Gott, an den ich als den Gott der Liebe und des Lebens glaube, sich immer wieder entzieht; dass er mir oft auch fremd erscheint und dass er nicht programmierbar und herrufbar ist, wann und wie ich es gerade brauche.
Und 3. habe ich gelernt, bei den Schriftworten nicht auf das zu schauen, was mir im Text derzeit Mühe macht und was sich mir entzieht, sondern auf das, was mich gerade in diesen Tagen anspricht.
Es ist die Stelle: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – Ja, Gott will das Leben. Er selbst ersehnt für mich volles, glückliches, erfülltes Leben. Vielleicht ganz anders, als ich es mir bis jetzt ausdenken konnte. Aber ich glaube daran: Er will es.

Verbunden im Gebet und der täglichen Feier der Eucharistie für unsere Gemeinden grüßt
Pastor R. Walterbach


Vierter Fastensonntag – 21./22.03.2020

Eingereicht von markus am 20. Mär 2020 - 20:10 Uhr

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Mitchristen!
Die Bistumsleitung hat am Dienstag, den 17. März 2020, weitere sehr weitreichende Maßnahmen zum Schutz vor der Übertragung des Coronavirus beschlossen.

Auf Anordnung der Behörden ist die Feier von öffentlichen Gottesdiensten bis auf Weiteres verboten. Von diesem Verbot betroffen sind auch die Feier der Karwoche und des Osterfestes, die Feiern von Erstkommunion, Firmung, Taufen und Trauungen, die bis auf weiteres verschoben werden müssen.

Beerdigungen müssen weiterhin stattfinden. Sie dürfen derzeit allerdings nur im engsten Familienkreis begangen werden. Auf weitere Anordnungen der örtlichen Behörden ist zu achten. Die Friedhofskapellen, Pfarrheime und Gemeindehäuser bleiben bis auf Weiteres geschlossen. In dieser Zeit können sich Gruppen dort nicht versammeln.

Krankensalbungen können wie sonst bei infektiösen Erkrankungen unter den Rahmenbedingungen des RKI gespendet werden. Alle sonstigen diözesanen und kirchengemeindlichen Veranstaltungen sind bis auf Weiteres abzusagen oder zu verschieben. Darunter fällt auf Bistumsebene u. a. die Nordwestdeutsche Ministrantenwallfahrt nach Osnabrück, die für den 6. Juni 2020 geplant war.

Bischof Bode wird ab kommenden Sonntag, 22. März, immer sonntags um 11 Uhr und von Montag bis Freitag jeweils um 19 Uhr nichtöffentliche Messen im Osnabrücker Dom feiern.
Diese Messen werden im Internet live auf www.bistum-osnabrueck.de übertragen.

Die Pfarrkirchen bleiben für das persönliche Gebet geöffnet. Die Beichtzeiten, samstags von 15:30 – 16:00 Uhr in St. Peter und Paul bleiben bestehen. Die Pfarrbüros bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

In seinem Fastenhirtenbrief schreibt unser Bischof u.a.: „Wir erleben eine ganz andere Fastenzeit. Viel ist uns genommen, was sonst selbst verständlich war. Aber auch in diesem Fasten ist uns ,,der Bräutigam nicht genommen" (vgl. Lk 5,34). Und mit Paulus dürfen wir gewiss sein, ,,dass weder Tod noch Leben ... weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten ... uns scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Röm 8,38 f.). … Unser weithin sicher geglaubtes Leben erfahren wir heute als zutiefst verletzlich und zerbrechlich. Da ist jedes Zeichen der Solidarität und Zuwendung und jede Idee zur Überwindung von Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst und Niedergeschlagenheit wichtig. Dazu gehören ein freundlicher Umgang ,,auf Abstand" und die Nutzung aller guten Möglichkeiten von Telefon und sozialen Medien genauso wie das Gebet füreinander und miteinander in den Familien. Darüber hinaus sollen alle wissen, dass täglich die heilige Messe stellvertretend für alle gefeiert wird von vielen Priestern und Bischöfen für das Heil des Bistums, das Heil unseres Landes und der weltweiten Menschheitsfamilie. Die Eucharistie, die heiligen Worte der Schrift und die Solidarität aller sind ein fester und tragender Grund, besonders in Zeiten wie diesen.

Die kommenden Wochen der Fastenzeit und die Feier von Karwoche und Ostern - wenn auch in ungewohnten und neuen Formen - soll und will die gemeinsame Überzeugung in uns wachhalten, dass selbst in dieser Bedrängnis viel Potential zum Guten steckt: Viel Glaube, viel Hoffnung, viel Liebe! ,,Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit", ruft uns der Apostel Paulus zu (1 Tim 1, 7).
So segne uns alle der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“
+ Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück


Dritter Fastensonntag – 14./15.03.2020

Eingereicht von markus am 13. Mär 2020 - 19:06 Uhr

Johannes 4,5-42 - Eine wunderbare, immer wieder anrührende Szene: Die Begegnung zwischen Jesus und der Frau am Jakobsbrunnen. Es sind immer wieder die zärtlich-kraftvollen Begegnungen Jesu mit besonders berührbaren Frauen.
Einmal ist es Maria Magdalena am Grab, einmal ist es die Samariterin am Brunnen. Beide sind im landläufigen Sinn Sünderinnen, beide haben ihr Glück in der Liebe gesucht, beide sind enttäuscht, verletzt, geprägt von ihrer Geschichte. Und vielleicht sind deshalb beide so offen für Jesus, der sie in einer neuen Weise anspricht, sie ernst nimmt, ihnen ihre Würde wiedergibt, sie heilt.
Jesus und die samaritische Frau treffen einander am Jakobsbrunnen, der an den biblischen Stammvater Jakob erinnert. Auch er ist nicht unschuldig geblieben, aber er hat nach langen Wegen die Versöhnung mit seinem Bruder gesucht und dabei Gott gefunden.
Lauter sündige Menschen, die viele Wege und Umwege und Glücksversuche in ihrem Leben gemacht haben. Und die schließlich erkannt haben, dass sie nur bei Gott Versöhnung mit ihrer Geschichte und Frieden finden können.
Nicht, dass sündigen so schön wäre. Und ein Leben mit eigenen Sünden und Unversöhntheiten schon gar nicht.
Aber es ist tröstlich, dass Gott einen Menschen gerade mit und wegen der vielen Wege und Umwege und Glücksversuche liebt. Vielleicht ist man so erst wirklich offen und bereit, ihn am eigenen Lebensbrunnen zu treffen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Fastensonntag – 07./08.03.2020

Eingereicht von markus am 06. Mär 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 17,1-9 - Eigentlich ist das doch ein tolles Erlebnis, was den Jüngern da geschenkt wird: Sie sehen hinter der schlichten menschlichen Gestalt Jesu sein eigentliches, göttliches Wesen.
Und sie haben zwei der größten Propheten im Judentum vor Augen, so real, dass Petrus am liebsten drei Hütten bauen möchte für die, die ihre Heimat im Himmel haben.
Aber die Jünger sind voller Angst, sie wagen nicht aufzublicken. Was eine Mut machende Vision sein könnte, wirft sie nieder. Jesus schimpft nicht, er macht sie nicht fertig. Er kommt, berührt sie und hilft ihnen auf. „Habt keine Angst.“
Da ist er wieder: Der zentrale Satz seines Lebens, den er vor und nach Ostern immer wieder sagen wird. „Habt keine Angst.“
Das ist sein Trost für alle, die die Angst blind macht und die Verzweiflung niederdrückt. Jesus wird sie – uns! – anrühren und ansprechen, aufheben und aufnehmen. Wir werden verwandelt wie er, damit unser wahres Wesen sichtbar wird.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag – 29.02./01.03.2020

Eingereicht von markus am 27. Feb 2020 - 11:27 Uhr

Matthäus 4,1-11 - Was sich in dieser Geschichte wirklich ereignet, steht eher zwischen den Zeilen: ein Machtkampf.
Ein, zugegeben, eleganter Machtkampf mit Worten, die zeitgemäßer und darum zeitloser nicht sein könnten. Dreimal geht es eher nicht um das, was dasteht, sondern um die Macht: die Macht der Wunder, der Herrschaft und der Anbetung.
Wem gebührt das alles?, fragt die Geschichte. Der Teufel und Jesus antworten auf je ihre Weise. Mir, sagt der Teufel; Gott, sagt Jesus.
Dass der Teufel am Ende davonzieht, heißt nicht, dass er nicht demnächst wiederkommt. Der Teufel winkt immer mit Macht. Jede Versuchung stellt die Frage: Bin ich nicht wichtiger als alles andere auf der Welt? Habe ich nicht das Recht, mich in den Mittelpunkt zu stellen? Sollte ich nicht viel mehr auf mir bestehen? Das sind tägliche Versuchungen da, wo ich mich bewege.
Versuchungen haben etwas Teuflisches, weil die Antworten so einleuchtend klingen. Natürlich ist es mein Recht, mein Leben, mein Wert. Wer diesen Versuchungen dann erliegt, gewinnt die Machtfrage und verliert oft die Liebe.
Wer sich in den Mittelpunkt der Welt schiebt, droht andere auszugrenzen. Macht an sich ist nötig, neigt aber zum Beherrschen anderer. Das spürt Jesus und weist zurück, was ihn mächtig machen könnte. Die Macht ist Gottes, sagt er. Meine Macht ist die Anbetung. Aus ihr wird Liebe zu anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag – 29.02./01.03.2020

Eingereicht von markus am 27. Feb 2020 - 11:27 Uhr

Matthäus 4,1-11 - Was sich in dieser Geschichte wirklich ereignet, steht eher zwischen den Zeilen: ein Machtkampf.
Ein, zugegeben, eleganter Machtkampf mit Worten, die zeitgemäßer und darum zeitloser nicht sein könnten. Dreimal geht es eher nicht um das, was dasteht, sondern um die Macht: die Macht der Wunder, der Herrschaft und der Anbetung.
Wem gebührt das alles?, fragt die Geschichte. Der Teufel und Jesus antworten auf je ihre Weise. Mir, sagt der Teufel; Gott, sagt Jesus.
Dass der Teufel am Ende davonzieht, heißt nicht, dass er nicht demnächst wiederkommt. Der Teufel winkt immer mit Macht. Jede Versuchung stellt die Frage: Bin ich nicht wichtiger als alles andere auf der Welt? Habe ich nicht das Recht, mich in den Mittelpunkt zu stellen? Sollte ich nicht viel mehr auf mir bestehen? Das sind tägliche Versuchungen da, wo ich mich bewege.
Versuchungen haben etwas Teuflisches, weil die Antworten so einleuchtend klingen. Natürlich ist es mein Recht, mein Leben, mein Wert. Wer diesen Versuchungen dann erliegt, gewinnt die Machtfrage und verliert oft die Liebe.
Wer sich in den Mittelpunkt der Welt schiebt, droht andere auszugrenzen. Macht an sich ist nötig, neigt aber zum Beherrschen anderer. Das spürt Jesus und weist zurück, was ihn mächtig machen könnte. Die Macht ist Gottes, sagt er. Meine Macht ist die Anbetung. Aus ihr wird Liebe zu anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


7. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.02.2020

Eingereicht von markus am 20. Feb 2020 - 21:30 Uhr

Matthäus 5,38-48 - „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist ein berühmtes Wort geworden.
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ war eine ziemlich fortschrittliche Aussage. In der Zeit vorher gab es im Allgemeinen das Motto: „Du hast mir ein Auge verletzt? Dafür mach‘ ich dir gleich alle zwei kaputt. Und einen Zahn eingeschlagen? Warte nur, ich schlage dir mindestens zwei ein.“
Jesus verleugnet Unrecht nicht, aber er spielt eingefahrene Verhaltensmuster nicht mit und lädt ein zum Innehalten, zum Maßhalten, zum Nachdenken.
Er lädt ein, mich nicht von Wut und Rache mitreißen zu lassen und damit vielleicht etwas zu zerstören, was ich eigentlich gar nicht beabsichtigt habe, aber wozu ich mich in meiner Emotion habe hinreißen lassen und was mir später leidtut: „Ja, es ist dir Unrecht geschehen, aber du musst dich nicht gleich für Vergeltungsschläge rüsten und dem anderen zeigen, wer hier der Chef ist und wer eigentlich das Sagen hat.“
Und es geht noch weiter. Gleich anschließend rät Jesus auch noch, bei empfangenem Unrecht auch die zweite Wange hinzuhalten oder den Mantel mitzugeben. Jesus sagt damit klar, dass es für vieles vielleicht ganz andere, ganz neue, bisher ungeahnte Lösungen gibt.
Seien wir dankbar, dass er unser kleines, manchmal so kleinliches Denken und Verhalten aufrüttelt und aufbricht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis – 15./16.02.2020

Eingereicht von markus am 13. Feb 2020 - 21:05 Uhr

Matthäus 5,17-37 - Die Bergpredigt ist der Herzschlag Jesu. Man muss sich bei den Worten und Abschnitten nicht in Einzelheiten verlieren, um zu empfinden: Hier ist Jesus der, der er sein soll; als der er angekündigt wurde; als der er sich jetzt auch offenbart: der Sohn Gottes.
In dem italienischen Film „Das Evangelium nach Matthäus“ aus 1964 spricht die Bergpredigt ein eher strenger junger Mann – aber er spricht die Worte leicht, wie nebenbei. Auch nicht vor einer größeren Hörerzahl, sondern vor Gelegenheitshörern. Weltgeschichte am Wegesrand, sozusagen.
Die Bergpredigt war damals kein Ereignis für die Massen, sondern ein paar Worte zwischen zwei Ortschaften. Aber was für Worte. Sie stellen die Welt auf den Kopf.
Das wusste Jesus. Und will es auch. Er wird gewusst haben, dass man das nie mehr vergisst. Wie einer das ganze Leben von Gott her erklärt. Und keinen Zweifel lässt, dass Gott ist und sein wird bei allem, was man in seinem Namen tut.
Wo Gott ist, sagt Jesus in diesen Versen, da ist Güte, Versöhnung, Treue zu Menschen und Treue zu den eigenen Worten. Wo Gott ist, lebt man nicht leichtfertig, sondern in Verantwortung vor ihm. Wo Gott ist, macht man auch Fehler, schwere Fehler, aber man steht dann dazu und redet sich nicht heraus. Die Bergpredigt ist der Herzschlag Jesu. Hier sagt er, wie das Leben geht: Freudig mit Gott; tapfer im Herzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag im Jahreskreis – 08./09.02.2019

Eingereicht von markus am 06. Feb 2020 - 15:28 Uhr

Matthäus 5,13-16 -
Merken Sie es auch? Es wird schon wieder heller! Noch sind die Tage kurz, die Dunkelheit kommt früh – und doch: Wir spüren den kommenden Frühling, ahnen den hellen Sommer.
Von Licht und Hellwerden spricht die Bibel immer wieder – vom ersten Tag der Schöpfung an will Gott, dass es hell wird in unserer Welt. Jesus bezeichnet sich selbst sogar als „das Licht der Welt“. Und er nennt auch uns so. Wir sollen dafür sorgen, dass Leben möglich wird, dass die Dunkelheit nicht siegt, dass einer den anderen sieht als seinen Bruder, seine Schwester.
Das Evangelium von heute knüpft nahtlos an die Seligpreisungen vom letzten Sonntag: Selig seid ihr, wenn ihr Licht seid in dieser oft so finsteren Welt!
Ja – Jesus kann das sagen und der Christenheit einen Auftrag geben, für dessen Umsetzung sie schließlich auch auf Gottes Hilfe zählen und sich verlassen darf.
„Euer Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Die Lebenskraft Salz, die wir sein können und dürfen, kommt aus der Schöpfungskraft, mit der Gott uns stark macht – ganz am Anfang und jeden Tag neu.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Darstellung des Herrn – 01./02.02.2020

Eingereicht von markus am 31. Jan 2020 - 08:50 Uhr

Lk 2, 22-40 „Wenn ich das doch noch erleben dürfte!“ – Gerade alten Menschen kommt dieser Seufzer hin und wieder über die Lippen.
Ein einziger Herzenswunsch soll noch in Erfüllung gehen, dann kann man friedlich sterben. Man möchte so gerne etwas noch mit eigenen Augen sehen… Menschliche Sehnsüchte können alle Zeiten überdauern. Manche Hoffnungen sind zeitlos.
Simeon und Hanna, der „Gerechte“ und die „Prophetin“, bündeln hier die Sehnsüchte des ganzen Volkes Israel. An diesem Tag endlich werden sie Zeugen eines außergewöhnlichen Ereignisses.
So groß ist das Geschehen, dass es dazu zwei Zeugen braucht, Mann und Frau. Beide sind dafür besonders vorbereitet, beide leben und beten im Jerusalemer Tempel, beide warten seit vielen Jahren auf das Heil Israels.
Es kommt so klein und unscheinbar daher: Ein Säugling, ein Erstgeborener, den die Eltern in den Tempel tragen, um dort die vorgeschriebenen Opfer darzubringen. Simeon und Hanna sehen mehr als die äußere Erscheinung.
Sie sehen mehr – nicht aus sich selbst heraus, sondern weil Gottes Geist ihnen die inneren Augen und das Herz öffnet. Und wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Beide, Simeon und Hanna, sprechen das kostbare Geheimnis aus. Der lange Weg ist zu einem Ziel gekommen, sie dürfen mit eigenen Augen sehen

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag im Jahreskreis – 25./26.01.2020

Eingereicht von markus am 23. Jan 2020 - 19:07 Uhr

Matthäus 4,12-23 - Auch beim wiederholten Hören und Lesen dieses Abschnitts aus dem Matthäus-Evangelium bleibt das Verhalten der beiden Brüderpaare Simon und Andreas sowie Jakobus und Johannes unverständlich.
Von jetzt auf sofort alles hinter sich zu lassen, das bisherige Leben „über Bord zu werfen“, dass er-scheint nicht nur unverständlich, sondern geradezu unvernünftig.
Es sei denn, sie hätten schon vorher Jesu Botschaft gehört und ihr Glauben geschenkt: Das Himmelreich ist nahe. Wenn das Himmelreich nahe ist, das verändert alles, da betrachtet man das Irdische auf einmal mit anderen Augen – oder?
Ich kann es nicht, mein Leben so radikal zu ändern. Ich möchte es auch nicht. Ist dann mein Glaube an das nahende Himmelreich kleiner, vielleicht, weil in den letzten 2.000 Jahren davon so wenig spürbar gewesen ist? Vielleicht.
Vielleicht kann Nachfolge aber auch ganz anders aussehen, dort stattfinden, wohin mich Gott in meinem Leben gestellt hat. Die Geschichte von der Berufung der Jünger muss ich ernst nehmen, das heißt aber nicht, ihr Verhalten zu kopieren. Das geht nicht. Ernst nehmen, bedeutet aber, dem Ruf Jesu immer wieder zu folgen: Kehrt um!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.01.2020

Eingereicht von markus am 17. Jan 2020 - 16:37 Uhr

Johannes 1,29-34
Was für ein starkes Wort: Die Sünde der Welt hinweg nehmen. Wie viele unpassende Versuche gab und gibt es, Schuld und Sünde aus der Welt zu schaffen. Schuld unter den Teppich zu kehren. Einen Sündenbock oder mehrere zu finden und in die Wüste zu jagen.
Oder die blinde Rache, den Schuldigen – am besten samt seiner Sippe – auszurotten. Funktioniert hat nichts davon. Unsere Welt ist noch immer voll von Schuld und Sünde. Wie kann Jesus die Sünde der Welt wegnehmen? Was ist anders bei ihm?
Sein ganzes Leben war ein Programm der Liebe. Liebe, auch wenn es aussichtslos erscheint. Liebe, auch wenn sie dich dafür hassen. Liebe selbst deine Feinde. Böses weder hinnehmen noch heimzahlen, sondern mit Gutem vergelten. Sich nicht durch Gehässigkeiten hinreißen lassen, selber zu hassen. Klar Position beziehen und gleichzeitig selbst den Gegner als Mensch behandeln und ihm Respekt zeigen.
Und das Wichtigste: Bereit sein, für die Liebe zu sterben. Das ist der Unterschied. Der Verstrickung in Schuld und Sünde zu entkommen, geht nur, wenn wir bereit sind, für die Liebe unser eigenes Leben einzusetzen, niemals das der anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Taufe des Herrn – 11./12.01.2020

Eingereicht von markus am 08. Jan 2020 - 17:20 Uhr

Matthäus 3,13-17
Jesus steigt hinunter in den Jordan und taucht in seiner Taufe tief in die menschliche Existenz ein. Und er taucht tief in sein eigenes Gesendetsein ein.
Es ist ein Gesendetsein „für die Menschen und um des Heiles willen“, wie es später im sogenannten alten Glaubensbekenntnis heißen wird.
Jesus ist tief eingetaucht in das Leben der Menschen. Und gleichzeitig ist es bei diesem Tauf-ereignis über alles Verstehen hinaus hoch hinauf-gegangen. Der Himmel ist aufgegangen, und Gott selbst hat sich mitgeteilt: „Das ist mein geliebter Sohn.“
Wie sich diese Szene ereignet hat, das entzieht sich wohl unserer Vorstellungskraft. Eines ist aber klar: Für frühe Hörer und Hörerinnen dieses Evangeliums war dieser Satz die offizielle Inthronisierungsformel für den König: „Jesus ist König“, war die Botschaft, und das wurde ihm „von höchster Stelle“ zugesprochen.
Jesus steigt tief hinein in das Leben. Und in diesem Hineinsteigen und Hineintauchen öffnet er auch für uns den Himmel. So erfüllt er seinen Auftrag, seine Mission – für die Menschen und um des Heiles willen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Vierter Advent - Weihnachten - Silvester - Neujahr – 2019 / 2020

Eingereicht von markus am 20. Dez 2019 - 21:45 Uhr

Matthäus 1,18-24 - Vor nicht allzu langer Zeit war der Begriff „uneheliches Kind“ ein Schimpfwort und eine Hypothek für das Neugeborene. Ohne dass es etwas dafür konnte, wurden ihm Steine in den Weg gelegt.
Immer noch widerfährt vielen Menschen Ablehnung, weil sie anders sind, weil sie nicht in die Norm passen. Menschen mit Behinderung, Menschen mit anderer Hautfarbe, Menschen mit einer anderen geschlechtlichen Orientierung.
Der Gott, von dem wir Menschen glauben, dass er Mensch geworden ist, um unter uns zu sein, er kam auch mit einer Hypothek in die Welt. Vaterschaft ungeklärt. Uneheliches Kind.
Vielleicht wurde er auch deshalb in seiner Heimatstadt nicht wirklich akzeptiert. Und dieser Junge mit ungeklärter Herkunft wird eines Tages von allen Christen weltweit als Erlöser, als Heiland, als Sohn Gottes verehrt.
Die Art und Weise, wie unser Christus in die Welt kam, fordert von uns Christen, dass wir das Göttliche gerade auch in den Menschen suchen, die nicht unseren Erwartungen entsprechen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dritter Adventssonntag –14./15.12.2019

Eingereicht von markus am 13. Dez 2019 - 05:00 Uhr

Matthäus 11,2-11 - Johannes sitzt im Gefängnis. Und dort befallen den glaubensstarken, wortgewaltigen Wegbereiter Jesu Zweifel.
Er lässt Jesus fragen, ob er es ist, der kommen soll, oder ob er auf einen anderen warten muss.
Jesu Antwort ist kein einfaches knappes Ja oder Nein, sondern eine Beschreibung dessen, was sich durch sein Wirken verändert hat: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein; und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet.“
Jesus hätte auch mit einem schlichten Ja antworten können, doch das ist ihm zu wenig. Er lässt seine Taten für sich sprechen und Johannes war letzten Endes überzeugt. Denn er geht seinen Lebensweg konsequent zu Ende.
Gottes Taten auch heute zu Wort kommen zu lassen – dazu lädt uns dieses Evangelium im Advent ein. Aufmerksam werden für Gottes Wirken hier und heute.
Und mich selbst einladen lassen, Mitarbeiter Gottes zu werden. Das können sehr kleine Schritte sein – doch auch durch sie wird das Evangelium verkündet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag –07./08.12.2019

Eingereicht von markus am 06. Dez 2019 - 05:00 Uhr

Matthäus 3,1-12 - Ein Extremist mit einer wilden Botschaft, ernste Töne im heimeligen Advent – das ist das Erste, was wir in diesem Sonntagsevangelium hören.
In der Wüste verkündet Johannes. Dorthin kommen sie zu ihm, aus der Stadt und der ganzen Umgebung. Er hat sich dorthin zurückgezogen, lebt karg und einfach, eher rau und kratzig, bescheiden und naturnah. Was die Umgebung dort hergibt, davon lebt er.
Doch dann bewegt uns das kurze Zitat, mit dem Worte und Wirken von Johannes dem Täufer zusammengefasst werden: „Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“
Gott will also einen Boten, einen Pfadfinder. Einen, der unüberwindliche Hindernisse beiseiteschafft, schwierige Pfade auch für Gehbehinderte einfach macht.
Klar ist das alles eine Stellenbeschreibung für den Prediger am Jordan. Aber ist es nicht auch eine für uns Menschen im Advent?
Alles vorbereiten, damit Gott kommt? Buckelpisten glätten, damit sie zum Aufbruch einladen, Wege in Gottes Reich markieren?
Wenn Gott kommt, sind wir gefordert. Und das ist kein Job für Extremisten. Sondern für uns alle.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag –30.11./01.12.2019

Eingereicht von markus am 27. Nov 2019 - 12:19 Uhr

Matthäus 24,29-44 - Warum muss denn der Advent immer mit Furcht und Schrecken beginnen?
Auch wenn ich bereit bin, Advent nicht nur als heimelige Zeit mit Lebkuchenplätzchen und Kerzenschein zu sehen, so kommt mir diese nicht enden wollende Aufzählung doch als eine ziemlich herbe, wenn nicht sogar unangenehme Botschaft vor.
Was ist denn die Verheißung in diesem Advents- Einstiegsevangelium? Was ist die Frohe Botschaft, die Einladung?
Vielleicht ist Gott selber tatsächlich manchmal herb, verstörend, aufrüttelnd. Vielleicht möchte er mir sagen: Richte dich nicht zu sehr ein in deinem behaglichen Leben. Wähle nicht nur selber aus, wo du etwas vom Leben oder von Gott erwartest. Schau hin auf das, was an Mühseligkeiten keineswegs erfunden ist, sondern was sich in dieser Welt tatsächlich tut.
Schau auf das, was auch in deinem Leben vom Himmel gestürzt ist, zerrissen und eingebrochen. Und vertraue, dass Gott in allem, in allem Guten und in allem Schweren gegenwärtig ist und sich bemerkbar machen will. Daher die Einladung zum Wachsein, zur Aufmerksamkeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigsfest –23./24.11.2019

Eingereicht von markus am 21. Nov 2019 - 21:05 Uhr

Lukas 23,35b-43 - Von Königtum und Königsein ist in der Passionsgeschichte viel die Rede.
Der Hohe Rat der Juden wird diesen Vorwurf formuliert haben, um eine Anklage gegen Jesus zu konstruieren. Für Pilatus wird es der tatsächliche Verurteilungsgrund gewesen sein.
Ein selbst ernannter König griff die Macht des Kaisers und damit die römische Ordnung an. An den innerjüdischen Auseinandersetzungen hatte Pilatus weder Interesse noch wird er sie verstanden haben. So wenig wie er Jesus verstand, als dieser davon redet, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei. So wenig wie die Soldaten verstehen, für die Jesu Königtum nur noch Anlass zum Spott ist.
Nur einer versteht, was mit dem Königreich Jesu gemeint ist. Einer, dem das „Wasser selbst bis zum Hals steht“, der auch am Kreuz um sein Leben kämpft – wissend, dass er sterben wird.
Der – wie er oft genannt wird – reuige Schächer, für den alles Irdische zu Ende geht, blickt über das Irdische hinaus und erkennt das Königsein Christi.
Um das Christkönigsfest heute zu verstehen, müssen wir den Blick von den irdischen Königen und gekrönten Häuptern abwenden und den in den Blick nehmen, der den Elenden Trost, Hoffnung und Hilfe ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis –16./17.11.2019

Eingereicht von markus am 15. Nov 2019 - 08:23 Uhr

Lukas 21,5-19 - „Wer standhaft bleibt, wird das Leben gewinnen.“ Standhaft bleiben, das meint nicht, dass wir starr auf unserer Meinung beharren. Standhaft bleiben, meint nicht, dass wir nicht dazulernen sollen. Standhaft bleiben, meint nicht, dass sich nichts verändern darf und alles so bleiben muss, wie es einmal war.
Standhaft bleiben, meint, die Hoffnung aufrechtzuerhalten, wenn die Resignation die Oberhand gewinnen will. Standhaft bleiben, meint, an der Liebe festzuhalten, wenn das gesellschaftliche Klima vom Hass vergiftet ist. Standhaft bleiben, heißt, den Glauben an Jesu Botschaft vom Reich Gottes festzuhalten, wenn das Reich des Stärkeren sich breitmacht.
Standhaft bleiben, heißt, auf das Wesentliche, auf das Fundament zu bauen, wenn gewohnte Ordnungen zusammenbrechen: Auf die Zusage Gottes, dass er in seiner Welt ist und immer wieder in diese Welt kommt, egal, was passiert.
Standhaft bleiben, heißt, sich festmachen an der Kraft der Liebe, die seit jeher Veränderungen, Katastrophen und Zusammenbrüche übersteht. Standhaft bleiben, wenn alles zusammenbricht, woran wir uns bisher festgehalten haben, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis –09./10.11.2019

Eingereicht von markus am 07. Nov 2019 - 19:46 Uhr

Lukas 20,27-38 - „Nach dem Tod ist alles aus! Da kommt nichts mehr!“ Die Sadduzäer würden mit ihrer Ablehnung der Auferstehung heute wohl gar nicht weiter auffallen. Nur noch 30 Prozent der Deutschen glauben an ein Leben nach dem Tod – mit dem Kerngedanken der christlichen Hoffnung können auch viele Christen nichts mehr anfangen.
Schuld daran sind vielleicht auch die allzu engen Vorstellungen, wie sie in diesem Evangelium auch die Sadduzäer spöttisch formulieren. Bei ihnen lebt eine Frau nach ihrem Tod mit sieben Männern, bei Ludwig Thoma singt ein Münchner im Himmel pausenlos Halleluja. Klar: So was ersehnt keiner.
Jesus will uns von solchen wenig hilfreichen Vorstellungen befreien. Ganz anders wird dieses zukünftige Leben sein, unvergleichlich und unbeschreiblich. Wunderschön.
Die Kinder Gottes, die Glaubenden, werden auch sterben, aber nie tot sein. Denn Gott ist ein Gott der Lebenden; keiner geht verloren, komme was wolle. Mit diesem Wissen lässt sich anders leben. Denn die Frage "was kommt danach?" wird zur Frage "wer kommt auf mich zu?": Es ist der, der mein Schöpfer ist, mein Befreier, der "Ich bin da".

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis –02./03.11.2019

Eingereicht von markus am 01. Nov 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 19,1-10 - Kein Zweifel – Zachäus war ein Ausbeuter. Einer, der sich das Privileg zum Geldkassieren gekauft hatte und nun aus seinen Mitmenschen Profit schlug. Weil das alle Zöllner so machten, waren sie extrem unbeliebt – man konnte Jesus wohl kaum Schlimmeres nachsagen, als dass er ein Freund der Zöllner und Sünder war.
Zachäus bekehrt sich, weil Jesus sein Freund ist. Jesus sieht, was für ein armes Würstchen dieser reiche kleine Mann doch ist. Seine Nähe bringt die Wende. Doch Zachäus wird dadurch kein Jünger. Er muss auch nicht alles zurücklassen und Jesus folgen.
Seine Begegnung mit dem Erlöser erlöst ihn aus der Einsamkeit und aus der Habgier. Er wird in Zukunft seinen Reichtum einsetzen, um den Armen zu helfen und ethisch verantwortlich zu handeln.
Tu wenigstens das, scheint uns der Evangelist Lukas mit dieser Geschichte sagen zu wollen. Du musst nicht radikal dein Leben ändern, aus allem aussteigen, grenzenlos arm werden. Werde dir deiner Verantwortung als reicher Mensch bewusst und frage dich, was du Jesus anbieten kannst, wenn er zu dir kommt. Das wäre schon viel …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30. Sonntag im Jahreskreis –26./27.10.2019 - Weltmissionssonntag -

Eingereicht von markus am 25. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,9-14 - Gott sei Dank bin ich nicht so, wie der oder die. Gott sei Dank habe ich mit denen nichts zu tun. Was für ein Irrtum! Wir alle sind Geschwister; wir sind alle Kinder Gottes. Die anderen, das sind auch wir.
In uns liegen die edelsten und schönsten Anlagen des Menschengeschlechtes genauso wie die tiefsten Abgründe. Psychologen, welche die Motive von Verbrechern studieren, sagen, dass jeder Mensch zum Mörder werden kann, es kommt nur darauf an, welchen Umständen er über längere Zeit ausgesetzt ist. Dankbar sein, dass wir unser Leben bisher positiv gestaltet haben – ja. Und gleichzeitig wissen, dass nicht wir alleine es waren, die unser Leben zum Positiven bewegt haben.
Uns freuen, dass uns vieles gelungen ist – ja. Uns besser fühlen als andere – ganz klar: Nein. Keiner von uns weiß, was das Leben uns noch bringt und wie wir dann reagieren. Wir haben den Sünder und den Heiligen in uns. In diesem Bewusstsein lasst uns demütig bleiben, für den Sünder Gott und unsere Mitmenschen um Vergebung bitten. Und versuchen wir dem Heiligen möglichst gute Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


29. Sonntag im Jahreskreis –19./20.10.2019

Eingereicht von markus am 18. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,1-8 - Ein Lob der Lästigkeit, der Beharrlichkeit, der Klugheit im Vorangehen und im Dranbleiben.
Die Witwe hat konsequent versucht, sich einen Platz und ihr Recht zu holen. Wir hören zwar im Text nicht, was ihr fehlt oder was ihr verwehrt wurde, aber wir wissen, dass Witwen in der damaligen Gesellschaft zu denen gehört haben, die am meisten bedürftig und ungesichert waren.
Der Richter, bei dem sie immer wieder penetrant auftaucht, lässt sich schließlich erweichen und hilft ihr weiter.
Die Einleitung des Evangeliums verrät, dass die Geschichte im Zusammenhang mit dem Beten steht: Mir immer wieder bewusst machen, was ich denn eigentlich will, mich immer wieder neu auf Gott hin ausrichten und von ihm alles erwarten.
Auch da lohnt sich das „Lästigsein“, das Dranbleiben. Im Beten, im Suchen dessen, was ich wirklich will und was mir kostbar und heilig ist, im Ausrichten auf Gott und im Alles-von-Ihm-Erwarten nährt sich mein Glaube.
„Wird Gott noch Glauben vorfinden?“, lautet die letzte, fast bange Frage des heutigen Evangeliums.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26. Sonntag im Jahreskreis – 28./29.09.2019 / 05./06.10.2019 / 12./13.10.2019

Eingereicht von markus am 28. Sep 2019 - 19:48 Uhr

Lukas 16,19-31 - Lazarus und den Reichen trennen Welten. Sie begegnen sich nie. Dabei liegt Lazarus in all seinem Elend dem Reichen quasi im Weg rum.
Aber der sieht ihn gar nicht, nimmt seine Bedürftigkeit nicht einmal wahr. Es fällt einfach nichts ab für Lazarus draußen vor der Tür.
In der anderen Welt ist das nicht anders. Auch im Tod liegen Abgründe zwischen ihnen. Das so lebendig ausgemalte Gleichnis mahnt mich: Was siehst du?
Nimmst du die Not des Armen, der ja gar nicht so weit weg ist, sondern direkt vor deiner Tür dahin-vegetiert, überhaupt wahr? Hast du Augen für die Welt um dich herum oder geht es dir nur um dein privates Glück, deine heile Welt drinnen, nach dem Motto: „My home is my castle?“
Für die vielen, die an unseren Stränden landen, vor unseren Zäunen stehen, um Heimat und Sicherheit betteln, muss etwas abfallen von unserem reichen Tisch.
Wie viel kannst du geben?, fragt mich Jesus an diesem Sonntag. Wie viel Geld, wie viel Aufmerksamkeit, wie viel Liebe? Und: Ginge noch mehr?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 21./22.09.2019

Eingereicht von markus am 20. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 16,1-13 - Vom Ende her zu lesen, scheint ein Schlüssel zum Verständnis dieses merkwürdigen Evangeliums zu sein. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das ist der entscheidende Satz, der über allem steht, was Jesus vorher hier sagt.
Gott zu dienen heißt ja nicht, ohne Geld zu leben. Es bedeutet aber, mit dem eigenen Geld zuverlässig und klug umzugehen. Was das heißt?
Das kann eine ganze Bandbreite an Verhaltensweisen bedeuten: Geld ehrlich zu erwerben und ehrlich zu versteuern. Ausgeliehenes Geld zurückzubezahlen.
Für die allermeisten eine Selbstverständlichkeit. Schwieriger wird es bei manchen, wenn es heißt, mit dem Geld Gutes zu tun, zu spenden, zu teilen, nicht nur vom Überfluss abzugeben.
Und warum? Warum kann man nicht Gott und dem Mammon dienen? Weil Christen vom Ende her denken, das heißt, vom verheißenen ewigen Leben bei Gott her denken. Weil wir darauf hoffen, sollten wir uns immer wieder neu auf den Weg machen mit einem Leben, das dem Nächsten dient und Gott Freude macht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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