Newsbeiträge » Sonntagswort

14. Sonntag im Jahreskreis – 06./07.07.2019

Eingereicht von markus am 05. Jul 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 10,1-12.17-20 - Ein wunderbares Evangelium, ein missionarisches Evangelium. Jesus schickt seine Jünger aus, um das Reich Gottes in Wort und Tat zu verkünden. Er schickt sie zu zweit aus. Jesu will keine heldenhaft-einsamen Einzelkämpfer, denn er weiß darum, wie sehr wir Menschen einander brauchen, um einander in unseren Bemühungen, in unseren Erfolgen und in unseren Misserfolgen beizustehen.
Jesus bereitet sie auf verschiedene mögliche Szenarien bei ihren missionarischen Gehversuchen vor: Sie könnten angenommen, aufgenommen werden und mit ihrem Verkündigungsauftrag gut ankommen, also Erfolg haben.
Sie könnten aber auch abgewiesen und abgelehnt werden; sie könnten bei den Leuten „abblitzen“ und frustriert sein.
In jedem Fall geht es aber um das Reich Gottes. Es ist verblüffend, wie Jesus in der einen Variante genauso wie in der anderen mit dem gleichen Wortlaut auf das hinweist, worum es in allen missionarischen Bemühungen geht: „Das Reich Gottes ist nahe.“
Selbstverständlich ist es schön, Erfolg zu haben und gehört zu werden. Aber Gott und das Reich Gottes sind größer. Ein wunderbarer Trost, eine großartige Zusage für alles pastorale Handeln: „Das Reich Gottes ist nahe.“

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


13. Sonntag im Jahreskreis – 29./30.06.2019

Eingereicht von markus am 28. Jun 2019 - 10:07 Uhr

Lukas 9,51-62 - Religiöse Intoleranz ist keine Erfindung unserer Zeit – auch wenn sie heute immer wieder ihre schrecklichste Fratze zeigt.
Von religiöser Intoleranz waren auch Johannes und Jakobus befallen, die „Donnersöhne“, die Feuer vom Himmel auf ein samaritisches Dorf regnen lassen möchten, weil diese – „Ungläubigen“ in den Augen frommer Juden – sich weigern, Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem aufzunehmen. Ob sie es gekonnt hätten?
Eine interessante, aber irrelevante Frage, denn mit religiöser Intoleranz braucht niemand Jesus zu kommen. Damals nicht und heute nicht; er wies Jakobus und Johannes zurecht und weist heute all die zurecht, die intolerant sind gegen andere Überzeugungen.
Nachfolge ist eben nicht die Nachfolge der anderen, sondern kann immer nur meine Nachfolge sein. Und weil es meine Nachfolge ist, muss ich mir im Klaren sein, was ich bereit bin, auf mich zu nehmen; wie konsequent ich sein kann.
Jesu Worte mögen schroff klingen, abweisend, überfordernd – sie sind ernst und ehrlich. Ich soll die Christusnachfolge nicht auf die leichte Schulter nehmen, das ist nichts für nebenbei, sondern erfordert den ganzen Menschen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.06.2019

Eingereicht von markus am 21. Jun 2019 - 09:14 Uhr

Lukas 9,18-24 - Haben Sie sich schon mal selbst im Internet gesucht? Ego-Googeln liegt im Trend, drei Viertel aller Internetnutzer haben schon mal ihren Namen in die Maske einer Suchmaschine eingegeben. Was wissen andere über mich? Google hat die Antwort.
In diesem Evangelium hat Petrus die Antwort. Es ist die richtige, aber Petrus weiß wahrscheinlich gar nicht, wie Recht er hat. Wenn er „Messias“ sagt, meint er einen starken Führer, einen Erlöser aus Ungerechtigkeit und Sklaverei, einen religiösen Heilsbringer für ein Volk, das Gott an seiner Seite kämpfen sehen will.
Doch der Messias, der jetzt da ist, ist unerwartet anders. Er setzt dem Unrecht keinen Widerstand entgegen, sondern erleidet es bis zum letzten. „Messias-Sein“ heißt für ihn, solidarisch zu sein mit denen, die am Ende sind, die keinen Ausweg mehr sehen und sogar an Gott zu zweifeln beginnen.
Es hat gedauert, bis auch die Jüngergemeinde diese Definition akzeptieren konnte. Und wir Jünger heute sind auch nicht klüger. Wie oft fragen wir uns, wenn die Not groß ist: Warum hat Gott nicht eingegriffen? Warum zeigt er nicht seine Macht?
Deshalb ist Jesu Frage immer noch aktuell: Für wen haltet ihr mich? Für einen, der mit seiner ganzen Autorität bestimmt, was gut für euch ist? Oder für einen, der die Wege eurer Freiheit mitgeht – in welches Elend sie auch führen werden? Die richtige Antwort gibt’s nicht bei Google …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dreifaltigkeitssonntag – 15./16.06.2019

Eingereicht von markus am 14. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 16,12-15 - Der Evangelist Johannes überliefert eine lange Abschiedsrede Jesu, die er kurz vor seiner Verhaftung, kurz vor Leid und Tod, seinen Jüngern gehalten hat, und aus der auch die vier Verse des heutigen Evangeliums stammen.
Jesus erkennt die Ratlosigkeit seiner Jünger, die in den nächsten Tagen noch wachsen wird, und spricht sie direkt an. Diese Ratlosigkeit wird nicht bleiben; Jesus verheißt den Geist der Wahrheit und verweist damit auf das kommende Pfingstfest.
Obwohl ich um Tod und Auferstehung Jesu weiß, obwohl ich in Taufe und Firmung den Heiligen Geist empfangen habe, fühle ich mich manchmal wie die Jünger: ratlos. Ich verstehe mich selbst manchmal nicht, und ich verstehe Gott nicht.
Es ist dann ein Trost, sich in der Gemeinschaft der Jünger in guter Gesellschaft zu wissen. Ein noch größerer Trost ist es, Gott meine Ratlosigkeit im Gebet hinzuhalten und ihn um seinen Geist, um Verständnis zu bitten.
Manchmal geht mir dann ein Licht auf, und manches ist klarer, sogar sonnenklar. Das heißt aber nicht, dass es danach nicht wieder Momente der Ratlosigkeit gibt. Ein Pfingstfest reicht nicht; ich brauche Gottes Geist der Wahrheit immer wieder neu.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 08./09.06.2019

Eingereicht von markus am 07. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 20,19-23 - „Tür zu!“, schreien heizkosten-bewusste Eltern, wenn die Kinder zum zehnten Mal die kalte Zugluft ins Zimmer lassen.
„Tür zu“, fordern Demonstranten auf der Straße, die angstvoll auf die große Zahl der hilfsbedürftigen Flüchtlinge in unserem Land starren.
„Tür zu“, mahnen sogar gläubige Christen, wenn andere so gar nicht zu ihrer Form der Frömmigkeit passen wollen.
„Tür zu!“, sagen auch die Jünger. Draußen ist es lebens-gefährlich, das hat das Schicksal Jesus ja eindringlich gezeigt. Draußen sind die, die nicht zum inneren Kreis gehören, die Jesu Botschaft nicht kennen, die sowieso nicht zuhören. Besser man bleibt, wo man ist. Hinter sicheren Mauern.
Jesus kennt kein „Tür zu!“ Er kommt, obwohl alles verriegelt und verrammelt ist, und macht die Herzen der Jünger offen und weit.
Er schenkt ihnen seinen Geist, der frei macht von Angst, der neue Ideen schenkt, der einlädt, die eigene Komfortzone zu verlassen.
Es ist der Geist von Pfingsten, den Jesus ihnen einhaucht wie einst der Schöpfer seinen Geschöpfen. Auch wir sind angehaucht. Auch uns will der Geist vor die Tür schicken. Auch wir sollen vergeben und so Gottes Barmherzigkeit verkünden. Der Letzte – und nur der – macht die Tür zu!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


7. Sonntag der Osterzeit – 01./02.06.2019

Eingereicht von markus am 31. Mai 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 17,20-26 - Einheit und Verschiedenheit, Gemeinsames und Trennendes, Verbundenheit und Eigenstand, diese Spannungsfelder sind so alt wie die Menschheit selber.
Im Einssein erfahren wir Menschen das Geborgensein, im Anderssein erleben wir, dass jeder und jede von uns einzigartig ist. Jesus wird – im Rahmen der Abschiedsreden – dieses menschliche Urthema im heutigen Evangelium in den Mund gelegt.
Vielleicht ist diese Spannung von Einssein und Verschiedenheit nicht nur ein allgemeinmenschliches Thema, sondern vielleicht ist sie auch ein besonderes Geheimnis unseres Glaubens: Wir sind gerufen und berufen, ganz nah bei Gott zu sein, ganz eins mit ihm zu sein und gleichzeitig sind wir gesandt, in die Welt „hinauszugehen“.
Aber nicht, um eine Trennung oder gar Spaltung zwischen Gott und der Welt zu schaffen, sondern im Gegenteil: Gott will ganz in und mit unserer Welt sein, „damit die Liebe in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“.
Deshalb sagt uns das Zweite Vatikanische Konzil gleich zu Beginn der Kirchenkonstitution, dass die Kirche „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit der ganzen Menschheit“ ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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6. Sonntag der Osterzeit – 25./26.05.2019

Eingereicht von markus am 26. Mai 2019 - 11:58 Uhr

Johannes 14,23-29 - Beistand haben wir oft nötig, mehr, als wir meinen. Und einen Frieden auch, den Jesus uns hier verspricht.
Frieden ist nicht das Fehlen von Konflikten, sondern das angemessene Lösen von Konflikten. Konflikte gab es auch schon zu Jesu Zeiten, sogar Konflikte um seine Person und seinen Auftrag. Das wusste Jesus natürlich. Und er wusste, dass Gewalt keinen Konflikt wirklich löst.
Gewalt mag unterwerfen und für eine gewisse Ruhe sorgen, aber nicht für Frieden. Frieden ist ein Ausgleich zwischen denen, die einander feindlich gegenüber-stehen. Ein Ausgleich, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt und wieder Liebe ermöglicht.
Das muss man wollen. Wer Gewalt nicht ausschließt, bekommt sie auch. Wer mit Gewalt rechnet, verhält sich auch so. Wer Gewalt aber auf keinen Fall will, wird schon anders sprechen und andere Zeichen setzen.
Der Jammer der Welt besteht darin, dass viele Gewalt für eine Möglichkeit halten, aus welchen Gründen auch immer. Oder sie so fördern, dass es erst zu Kriegen kommt und zu vollständiger Unterwerfung mit jahrzehntelangen Schäden.
Diesen Geist will Jesus verhindern und einen anderen schenken. Wenn wir denn wollen. Wenn wir auf Hand-lungen verzichten wollen, die zu unseren Möglichkeiten gehören. Sein Geist ist Liebe. Und die muss man, wenn es ernst wird und uns nur Gewalt einfällt, eben wollen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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5. Sonntag der Osterzeit – 18./19.05.2019

Eingereicht von markus am 17. Mai 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 13,31-33a.34-35 - „Wer nicht geliebt wurde, überlebt trotzdem“, weiß der Hirn-forscher Gerald Hüther. „Die Frage ist nur, wie.“
Jesus war kein Hirnforscher, aber er wusste das auch. Wer ein Leben in Liebe leben soll, muss liebevolle Erfahrungen gemacht haben. Er (oder sie) muss sicher sein, dass er gehalten und getragen ist, dass er etwas wagen kann, dass er nicht gnadenlos abrechnen muss, um auf seine Kosten zu kommen.
Liebe ist – auch – ein Wagnis. Also erinnert Jesus in seinem Testament, das er schon vor dem Tod bekannt gibt, seine Jünger: Ich habe euch so geliebt. Traut euch, auch zu lieben.
Das Garantiesiegel auf die Wahrheit dieser Worte gibt der Vater: Seine Liebe ruft den Geliebten aus dem Tod. An Ostern feiern wir diese Besiegelung. Wir können uns darauf verlassen, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Trauen wir uns, einander zu lieben – großzügig, bedingungslos, grenzenlos. Es wird sich lohnen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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4. Sonntag der Osterzeit – 11./12.05.2019

Eingereicht von markus am 10. Mai 2019 - 09:39 Uhr

Johannes 10,27-30 - Wer zu mir gehören will, sagt der Heiland, wird nicht verlorengehen. Was auch immer geschieht, der Heiland kennt die Seinen. Und mehr noch: Er beschenkt die Seinen mit dem Schönsten, was es geben kann: ewiges Leben; also Leben ohne Angst und Plage.
Von den Evangelien ist Johannes das am spätesten Geschriebene. Und je länger der christliche Glaube in der Welt war, desto größer wurden die Gefahren für die Glaubenden.
Die Macht im Römischen Reich fühlte sich verhöhnt durch die offensichtliche Ohnmacht der Christen. Verhöhnte Macht teilt schnell aus. Und richtet Schlimmes an unter den sowieso Ohnmächtigen. Das Blut ahnt man schon am Horizont, als Johannes etwa um das Jahr 85 nach Jesu Geburt schreibt. Es wird noch schlimm kommen.
Danken wir Gott, dass wir das nicht erleben müssen. Es genügt, dass Gläubige in China, Nordkorea und im arabischen Raum bitter dafür leiden, an einen friedlichen Gott zu glauben. Und wir staunen, welche Geduld und Tapferkeit sie haben. Als stünde der Heiland selbst neben ihnen und sagte: Niemand wird euch aus meiner Hand reißen. Dann falten die Gebeugten ihre Hände, und ihre Seele richtet sich auf; richtet sich auf an Worten, nur an Worten. Wie groß muss dieser Hirte sein, der durch solch kleine Worte wirkt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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3. Sonntag der Osterzeit – 04./05.05.2019

Eingereicht von markus am 02. Mai 2019 - 16:59 Uhr

Johannes 21,1-19 - Zweimal erzählen die Evangelien vom wunderbaren Fischfang.
Am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu – bei der Berufung der ersten Jünger; und am Ende, als sich der auferstandene Jesus am See von Tiberias offenbart.
Wobei das zweite Wunder die Jünger vielleicht an den Anfang erinnern soll, damit sie in dem Auferstandenen den erkennen, an dessen Seite sie drei Jahre gelebt, dessen Worte sie gehört, dessen Taten sie gesehen und dessen Liebe sie erfahren haben.
Wie gut es die Jünger damals hatten, mag mancher sich vielleicht denken. Ein Wunder würde mir manchmal auch helfen, stärker zu glauben. Doch Wunder gibt es nicht mehr – oder?
Was an dieser Erzählung fasziniert, ist, dass das Wunder sich mitten im Alltag, in der Erfahrung der Erfolglosigkeit ereignet.
In die Situation der Jünger kann man sich gut hineinversetzen: Alle Mühe vergeblich. Doch es gibt sicher auch die Erfahrung, dass unerwartet etwas gelingt, dass ein Erfolg eintritt, den man nicht für möglich gehalten hat.
Wunderbar, wenn man diese glückliche Wendung nicht eigenem Verdienst zurechnet, sondern dem, der bei allem Scheitern immer am rettenden Ufer auf einen wartet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 27./28.04.2019

Eingereicht von markus am 26. Apr 2019 - 05:30 Uhr

Johannes 20,19-31 – Viele Menschen mögen den Thomas, den angeblich ungläubigen Apostel Thomas.
Thomas ist einer, der sich die Auferstehung – wie die anderen Freunde Jesu ja auch – schlecht vorstellen kann. Vielleicht hat er sogar, als ihm die aufgeregten Gefährten von dem plötzlichen Erscheinen Jesu erzählt haben, gesagt: „Ihr spinnt doch, das gibt es doch gar nicht! Das müsste ich schon selber erleben, um es euch zu glauben!“
Die Auferstehung und der Auferstandene, das geht so weit über alles bisher Gekannte, Erlebte und Verstandene hinaus, dass Thomas es genauer wissen will. Und er will es nicht nur im Kopf wissen; er will es mit seinen Sinnen und seinem Herzen begreifen und erfassen – im aller handgreiflichsten Sinn. Er will Jesus, seinen Freund und Herrn, begreifen und anfassen.
Und er begreift ihn tatsächlich: „Mein Herr und mein Gott“ ist die staunend-bekennende Antwort.
Jemand sagte: Ich mag den Thomas; er ist beinahe mein Freund. Vielleicht ist er sogar – wie er ja tatsächlich heißt – mein „Zwilling“.
So wie er möchten wir es vielleicht auch genauer wissen, möchten nicht nur bekannten Riten und einem lang eingeübten Bekenntnis folgen.
Wir dürfen uns in dieser österlichen Zeit immer wieder neu der Nähe, dem Berühren und Berührtwerden, dem liebenden Staunen über unseren auferstandenen Herrn aussetzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Palmsonntag – Karwoche – Osterwoche 2019

Eingereicht von markus am 14. Apr 2019 - 11:32 Uhr

Lukas 19,28-40 - Ein König auf einem Esel, noch dazu auf einem jungen, einem kleinen Esel.
Eine etwas kuriose, fast komische Vorstellung und gar nicht königlich, nicht wahr? Die Szenerie des heutigen Palmsonntags ist wahrlich kontrastreich. Jesus, der schon ahnt und weiß, wie sich die Lage in den nächsten Tagen dramatisch zuspitzen wird, zieht in die Stadt seines Leidens ein, lässt sich König nennen und lässt sich als König feiern.
Wenige Tage später ist von Gefeiertwerden keine Rede mehr, aber auch da – am Karfreitag – wird Jesus König genannt.
„INRI – Jesus von Nazaret, König der Juden“ wird auf der Kreuzestafel stehen. Am Königtum Jesu hat sich an diesem Karfreitag das Urteil, das Schicksal Jesu entschieden.
Vielleicht sind unsere gegenwärtigen Bilder von Königen von der Regenbogenpresse geprägt, von relativ machtlosen Repräsentationsgestalten. Ursprünglich ist ein König einer, der Verantwortung für das Wohl (für das Heil) seines Volkes übernimmt.
Von der anderen Seite gesehen, ist ein König einer, dem man vertrauen kann, der vorausgeht, dem ich erlauben kann, die „Regie“ für mein Leben zu übernehmen.
Am kontrastreichen „Königtum“ Jesu wird sich auch heute mein Glaube entscheiden. An meiner Ausrichtung auf ihn hin; an meinem Vertrauen, dass er wirklich mein Wohl, mein Heil will; an meiner Bereitschaft, ihm – bei allem Eigenstand – im Letzten die Regie für mein Leben zu überlassen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Fünfter Fastensonntag – 06./07.04.2019

Eingereicht von markus am 05. Apr 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 8,1-11 - Jesus und die Ehebrecherin werden uns an diesem fünften Fastensonntag vor Augen gestellt. Altbekannte Geschichte, alle Aspekte schon betrachtet. Lohnt sich das Hinhören noch?
Manchmal hilft es anzuschauen, was die Theo-logen, die die Leseordung bestimmt haben, als alttestamentlichen Text dazugestellt haben.
Es ist der Prophet Jesaja mit einer guten Nachricht, wie sie besser nicht sein könnte:
Denkt nicht mehr an das, was früher war, sagt Gott. Ich mache etwas Neues. Da entstehen Wege im Chaos, Nähe zum Wilden, Heimat im Lebensfeindlichen.
Das lässt uns die Geschichte von der Sorge Jesu um die Ehebrecherin vielleicht neu lesen.
Die alten Verurteilungen gelten nicht mehr. Wer sich seiner sicher ist, wird neu angefragt. Wer schon draußen war, bekommt eine neue Chance. Ostern ist nahe!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams.


Vierter Fastensonntag – 30./31.03.2019

Eingereicht von markus am 29. Mär 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 15,1-3.11-32 - Die traurigste Gestalt im Gleichnis vom verlorenen Sohn ist der ältere Bruder. Nicht allein, weil er nicht vergeben kann; nicht allein, weil er nicht teilen kann, sondern, weil er – so paradox das klingt – nicht nehmen kann.
Er gönnt dem jüngeren Bruder nicht das herzliche Willkommen des Vaters, die bedingungslose Vergebung des Vaters, weil er sich selbst nichts gönnen kann.
Er beschwert sich beim Vater, dass dieser für den Heimkehrer das Mastkalb schlachten lässt, aber für ihn nicht einmal ein Ziegenbock da gewesen wäre. Darauf antwortet der Vater: Alles, was mein ist, ist dein.
Der ältere Sohn hätte sich also nur zu nehmen brauchen, doch das hat er sich nicht getraut. Zuallererst steht er sich mit seiner Engstirnigkeit selbst im Weg. Er gönnt sich selbst nichts, und deshalb darf auch der Vater nicht großzügig sein.
Eine Verhaltensweise, die es wohl auch unter Christen gibt. Anderen nicht vergeben zu können, weil man selbst nicht mit der Vergebung Gottes rechnet. Anderen nichts zu gönnen, weil man sich selbst alles versagt.
Wer das Leben als freudlose Pflichterfüllung ansieht – wie der ältere Sohn – dem fällt es schwer, anderen Menschen Freude zu schenken. Doch so hat sich Gott die Menschen nicht gewünscht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dritter Fastensonntag – 23./24.03.2019

Eingereicht von markus am 22. Mär 2019 - 09:59 Uhr

Lk 13,1-9 - Das bringt doch nichts! Wie oft habe ich diesen Satz schon gesagt. Enttäuscht, resigniert, nach langem Kampf müde, hatte Recht und wurde doch nicht gehört.
Es stimmt, es gibt Probleme, die man wegschieben muss; Projekte, die man aufgeben muss, wenn sie keinen Erfolg haben.
Aber was Jesus in seinem Gleichnis vom Weingärtner und dem Feigenbaum erzählt, spricht eine andere Sprache.
Der Weingärtner hat Geduld. Er liebt den Baum, der schon so lange in dem Weinberg steht. Eigentlich gehört er ja gar nicht so richtig zu den anderen Pflanzen dazu, aber auch er wird umsorgt. Aber es nützt nichts, der Feigenbaum will nicht. Oder er kann nicht.
Der Weingärtner geht von Letzterem aus. Er gibt sich noch mal Mühe, geht das Problem noch mal an, opfert seine Zeit und seine Arbeitskraft. Vielleicht bringt es ja doch was. Er resigniert nicht und wird nicht müde.
So, sagt Jesus, ist Gott, der Ich-bin-da.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Fastensonntag – 16./17.03.2019

Eingereicht von markus am 14. Mär 2019 - 19:14 Uhr

Lk 9,28b -36 - Es sind immer ganz besondere Orte und Zeiten und Botschaften in der Bibel, in denen archaische Wirklichkeiten vorkommen: der Berg, das Licht, die Wolke, der offene Himmel, die Stimme von oben. Welche Anklänge tauchen da auf?
Der Himmel öffnet sich auch bei der Taufe Jesu. Auch da ertönt die Stimme Gottes und verkündet, dass das hier Gottes auserwählter Sohn ist. Mit dieser Benennung oder auch Erwählung beginnt Jesus nach der Taufe sein öffentliches Leben.
Noch eine markante Parallele gibt es: Später wird es auch einen Berg mit den drei schlafenden Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes geben, und auch dort werden sie nicht wirklich verstehen, was vor sich geht. Auch da haben sie Angst. Es ist vom Ölberg die Rede, von den schlafenden Jüngern und von der Todesangst, bis er schließlich auf diesem Berg gefangen genommen wird. Das ist der Anfang vom Ende von Jesu öffentlichem Leben.
Die Verklärungsszene des heutigen Evangeliums ist real schwer vorzustellen. Vielleicht darf diese Geschichte auch eine geheimnisvolle Gleichnisgeschichte bleiben, in der vieles anklingt, was das Leben Jesu und das Leben seiner Freunde ausmacht: die Erwählung durch Gott; das Aufleuchten Gottes; das Glück, im strahlenden Licht etwas von diesem Gott begriffen zu haben und es behalten zu wollen; die Angst und die Irritation und manchmal auch das Verstummen. Gott ist und bleibt ein geheimnisvoller Gott.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag – 09./10.03.2019

Eingereicht von markus am 08. Mär 2019 - 05:00 Uhr

Lk 4,1-13 - Versuchung ist das Thema dieses ersten Fastensonntags.
Was bedeutet „Versuchung“? Ein Blick auf die Versuchungen Jesu in der Wüste schärft den Blick.
Der Teufel geht sehr geschickt vor, er bietet Jesus Möglichkeiten, mit denen er seinen Auftrag, das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen, erfüllen kann: Steine in Brot zu verwandeln gegen den Hunger in der Welt; ein Wunder, um den Glauben zu fördern; die Macht, die Welt zum Glauben zu bekehren – kurzum: Erfolg zu haben.
Der Wunsch nach Erfolg ist vielleicht die größte Versuchung unserer Zeit. Erfolg in der Politik, Erfolg im Geschäftsleben, Erfolg im Sport, Erfolg beim anderen Geschlecht – mein Erfolg, menschlicher Erfolg, denn ich Mensch sehe mich als Maß aller Dinge.
Die Kehrseite der Erfolgsanbetung ist das Ärgernis des Kreuzes, der Skandal, dass Gott angesichts des Leides schweigt. Es geht um die Versuchung, an Gott irrezuwerden, den Glauben an ihn zu verlieren, wenn er sich im Leben als der Unbegreifliche erweist.
Jesus hat das selbst am Kreuz erlebt: die ohnmächtige Macht, die wehrlose Liebe Gottes, und dennoch möchte er uns anleiten, gerade diesem Gott zu vertrauen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


8. Sonntag im Jahreskreis – 02./03.03.2019

Eingereicht von markus am 03. Mär 2019 - 18:25 Uhr

Helau und Halleluja –
Zwei Freudenrufe - sehr verschieden und doch sehr verwandt! Jeder hat seine Saison: der eine erklingt mehr spontan und laut in den närrischen Tagen vor dem Aschermittwoch, der andere, mehr liturgisch, in der Osterzeit.
Beide begrüßen das Leben, übersprudelndes Leben, das alle Grenzen sprengen möchte, außer Rand und Band.
Gott ist Leben, übersprudelndes Leben. Er ist die Quelle des Lebens. „Er will, dass wir das Leben haben, und dass wir es in Fülle haben".
Leben, das heißt: echtes Leben, tiefes Leben, starkes Leben - nicht nur Oberfläche, seichtes, dünnes, rasch verrinnendes Leben.
Das echte Leben ist ohne Gott nicht zu haben. Der echte Narr weiß um diesen Zusammenhang. Darum singt er mit Jubel und Überzeugung sowohl Helau als auch Halleluja.

Einen schönen Karnevalssonntag und
einen guten Start in die österliche Bußzeit zur Vorbereitung auf das Osterfest
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams.


7. Sonntag im Jahreskreis – 23./24.02.2019

Eingereicht von markus am 22. Feb 2019 - 17:14 Uhr

Lk 6,27-38 Nun wissen wir also Bescheid, welche innere Einstellung ein Jünger Jesu haben soll.
Er soll seine Mitmenschen grenzenlos lieben – ohne Mauer im Kopf und ohne danach zu fragen, ob es sich für ihn lohnt. Er soll sich dabei an der grenzenlosen Liebe seines himmlischen Vaters orientieren.
Es stellt sich die Frage: Gelingt uns das auch? Haben wir diese Einstellung, und lassen wir uns immer von ihr leiten?
Jesu Worte dienen uns auch dazu, dass wir erkennen: Wir sind noch weit davon entfernt. Auch wenn wir gern so liebevoll wie Jesus sein möchten, es gelingt uns oft nicht; der Egoismus und die Vorbehalte gegenüber schwierigen oder fremden Menschen kommen uns immer wieder in die Quere.
Jesu Worte sind wie ein Spiegel, in dem wir erkennen: Wir sind noch nicht so, wie Gott uns haben will; wir haben Erlösung nötig.
Gott hat uns lieb, selbst wenn wir uns nicht so verhalten, wie er das gern hätte. Gott liebt grenzenlos; seine Liebe unterscheidet nicht zwischen Lieblingen und unerwünschten Personen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.02.2019

Eingereicht von markus am 15. Feb 2019 - 18:41 Uhr

Was für ein Mann ist das, der so predigen kann, ohne dass ihn die Menschen für einen Zyniker oder billigen Vertröster halten? (Lk 6,17.20-26)
Wir hören die Zumutung ja kaum noch, und auch das könnte man raushören: „Freut euch alle, wenn es euch hier auf Erden schlecht geht; dafür wird's euch einmal im Himmel besser gehen!«
So kann Jesus das nicht gemeint haben, auch wenn er einmal vom „Lohn im Himmel" spricht. Der „Himmel" und das „Reich Gottes" stehen nicht für eine aus-gleichende Gerechtigkeit im Jenseits - das wäre nicht nur billig, sondern menschenverachtend.
Jesus hat zwar mit dem „Himmel" und dem „Reich Gottes" auf eine neue Welt verwiesen, aber auf eine, mit der er selbst in Wort und Tat beginnen wollte.
Er selbst wollte genau das tun: sich den Armen zuwenden, den Hungernden, den Weinenden, und so mit dieser neuen Welt einen Anfang machen, ganz gleich wie klein.
Aber er wollte es nicht allein tun. Er wollte Mitstreiter gewinnen. Deshalb hat er sein „utopisches" Programm seinem kleinen Schülerkreis anvertraut.
Heute sind wir, bin ich gefragt: Bist du bereit, von deinem Platz und mit deinen Kräften mitzubauen an dieser neuen Welt?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag im Jahreskreis – 09./10.02.2019

Eingereicht von markus am 08. Feb 2019 - 05:00 Uhr

Lk 5,1-11 Die Erzählung vom Fischzug strotzt vor Vertrauen. Wie immer, wenn von Jesus und Petrus erzählt wird.
Glaubensgeschichten sind vor allem Vertrauensgeschichten. Damit tut sich Petrus gerne hervor: Wenn du es sagst … Ja, dann kann man es wagen und erkennen, dass Vertrauen lohnt.
Auch wenn Gott meine Wünsche nicht erfüllt, lohnt das Vertrauen zu ihm. Weil im Vertrauen zu Gott ein Grundsatz gilt: Er weiß es besser.
Zutrauen habe ich zu den Menschen, denen ich Wissen und Kenntnis zutraue. Sie müssen dann nicht Recht behalten, aber dennoch enttäuschen sie mich nicht. Auch die, denen ich volles Vertrauen entgegenbringe, können irren oder scheitern. All das kann sein. Sogar mehrmals. Gegen das Vertrauen spricht das aber nie.
Vertrauen ist lebensnotwendig, und wird öfter gewagt, als ich es weiß. Ich vertraue anderen Autofahrern, dass sie sich an die Regeln halten; ich vertraue dem Arzt, dass er weiß, was gut ist; ich vertraue dem Busfahrer oder Lokführer, dass er oder sie bei Sinnen sind und mich behüten.
Ich mache keinen Schritt ohne Vertrauen, auch wenn mir das oft nicht bewusst ist. Viele Male am Tag vertraue ich. Unausgesprochen bringe ich Menschen entgegen, was ich Gott sage: Du weißt es besser.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag im Jahreskreis – 02./03.02.2019

Eingereicht von markus am 01. Feb 2019 - 05:00 Uhr

Lk 4,21-30 - Es ist eine brisante, dramatische Situation. Was ist denn so ärgerlich für die Leute aus Nazareth, dass sie Jesus aus der Stadt hinaustreiben und den Abhang hinunterstürzen wollen?
Unmittelbar vor den Worten des heutigen Evangeliums hat Jesus sein Programm verkündet: Er hat eine prominente Stelle aus dem Buch Jesaja zitiert, sie auf sich selbst bezogen und sich somit als Messias bekannt. „Der Geist des Herrn ruht auf mir. Er hat mich gesandt und gesalbt, um zu …“. Und jetzt kommen einige „Um zu“: Um für Arme, für Gefangene, für Blinde, für Verschuldete, kurz gesagt für Menschen, die im Leben zu kurz gekommen sind, Befreiung, Heilung, sichtbare Veränderung zu schaffen.
Und dann kommt gleichsam der Gipfel. Jesus sagt auch noch: „Heute ist es so weit.“ Heute! Das ist der „Knackpunkt“, ein „Point of no return“, der die Geister scheidet. Die einen staunen über seine begnadeten Worte, die anderen finden seine Botschaft und die Deklaration seines Auftrags und seines Vorhabens skandalös.
Es kam nicht zum Hinunterstürzen, „nur“ zum Hinaustreiben. „Er schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.“
Jesus ist dieses Mal mit heiler Haut davongekommen, aber wir hören in den Evangelien nicht, dass er jemals wieder in seine Heimat zurückgegangen wäre. Eine brisante, dramatische, traurige Situation – wahrscheinlich auch für Jesus selbst.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag im Jahreskreis – 26./27.01.2019

Eingereicht von markus am 25. Jan 2019 - 05:00 Uhr

Lk 1,1-4;4,14-21 - „In jener Zeit“, so fangen unsere Lesungen meistens an. Das steht nicht im biblischen Text, soll aber helfen, die meist aus dem Zusammenhang gerissenen biblischen Texte irgendwie einzuordnen.
„In jenen Tagen“ – also ganz lange her. Total inaktuell. Hört sich an wie eine Geschichtsstunde.
Jesus liest auch einen uralten Text. Aber er macht daraus eine aktuelle Botschaft: Hier und heute passiert das, was ich vorgelesen habe.
Heute werden Menschen in Freiheit gesetzt, hier haben die Blinden wieder Durchblick. Was wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, wie eine verlorene Hoffnung klingt, das ist jetzt Realität.
Und Jesus sagt das nicht nur, er sorgt dafür, dass es wahr wird. Sein ganzes Leben wird er dafür einsetzen, dass die Verheißungen Gottes keine leeren Versprechen bleiben.
Auch wir sollen die Heilige Schrift so hören und interpretieren: Hier und heute wird Gottes Reich erkennbar. Denn auch uns hat er gesandt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 19./20.01.2019

Eingereicht von markus am 19. Jan 2019 - 13:20 Uhr

Joh, 2-11 Glaubt man dem österreichischen Liedermacher Wolfgang Ambros, dann ist „das Leben ein Heidenspaß. Für Christen ist das nichts.“
Der hoch theologische Evangelist Johannes zeichnet da ein anderes Bild von Jesus und seinem Wirken. Nachdem die ersten Jünger sich bei ihm eingefunden hatten, tut er sein erstes großes Werk. Keine Blindenheilung, kein politisches Statement, keine Aufforderung zu irgendeiner religiösen Leistung.
Bei Johannes sorgt Jesus als Erstes dafür, dass einer Hochzeitsgesellschaft der Wein nicht ausgeht. Ob der Gastgeber großzügig nicht geladene Gäste eingelassen hat oder die Gesellschaft zu viel getrunken hatte, spielt für ihn keine Rolle.
Man hört keine moralische Vorhaltung, dass es jetzt genug sei mit der Trinkerei. Im Gegenteil, zum Feiern gehört Wein, gehört die Ausgelassenheit, gehört die Freude.
Dass Jesus in seiner ersten „Amtshandlung“ dafür sorgt, dass der Wein nicht ausgeht, zeigt, dass auch für Christen ausgelassene Freude und Heiterkeit einen wichtigen Stellenwert haben.
Christen, die nicht ab und zu einen Heidenspaß haben können, haben Jesus nicht ganz verstanden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Taufe des Herrn – 12./13.01.2019

Eingereicht von markus am 11. Jan 2019 - 05:00 Uhr

Lk 3,15-16.21-22 -Weil die allermeisten Menschen als Kleinkind getauft werden und sich nicht an ihre eigene Taufe erinnern können, ist es umso wichtiger und schöner, dass wir uns in jedem Jahr am ersten Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn – wenn die Weihnachtszeit zu Ende gegangen ist – an die Taufe Jesu erinnern.
Wenn ein Mensch geboren wird, dann reden wir davon, dass er das Licht der Welt erblickt. Wir sagen nicht, er erblicke die Dunkelheit der Welt, selbst dann nicht, wenn er in größtem Elend geboren wird.
Reden wir uns da die Welt schön? Nein. Wir haben guten Grund, vom Licht der Welt zu reden. Weil das, was Gott von Jesus sagt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“, auch für uns gilt, für jeden Menschen.
Wir sind Gottes Kinder. Das bewahrt uns nicht automatisch vor Leid – Jesus ist am Kreuz gestorben – doch wir dürfen darauf vertrauen, dass wir nie aus seiner Hand fallen, und dass er auch uns – wie seinen Sohn – ins Licht der Auferstehung führen wird.
Uns als Sünder zu akzeptieren, weil Jesus mit uns solidarisch ist; uns die Gnade Gottes schenken zu lassen und zu vertrauen, dass wir ins Licht hinein geboren sind, das sagt uns die Taufe Jesu und unsere eigene Taufe. Daran können wir uns gar nicht oft genug erinnern.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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