Newsbeiträge » Sonntagswort

33. Sonntag im Jahreskreis –16./17.11.2019

Eingereicht von markus am 15. Nov 2019 - 08:23 Uhr

Lukas 21,5-19 - „Wer standhaft bleibt, wird das Leben gewinnen.“ Standhaft bleiben, das meint nicht, dass wir starr auf unserer Meinung beharren. Standhaft bleiben, meint nicht, dass wir nicht dazulernen sollen. Standhaft bleiben, meint nicht, dass sich nichts verändern darf und alles so bleiben muss, wie es einmal war.
Standhaft bleiben, meint, die Hoffnung aufrechtzuerhalten, wenn die Resignation die Oberhand gewinnen will. Standhaft bleiben, meint, an der Liebe festzuhalten, wenn das gesellschaftliche Klima vom Hass vergiftet ist. Standhaft bleiben, heißt, den Glauben an Jesu Botschaft vom Reich Gottes festzuhalten, wenn das Reich des Stärkeren sich breitmacht.
Standhaft bleiben, heißt, auf das Wesentliche, auf das Fundament zu bauen, wenn gewohnte Ordnungen zusammenbrechen: Auf die Zusage Gottes, dass er in seiner Welt ist und immer wieder in diese Welt kommt, egal, was passiert.
Standhaft bleiben, heißt, sich festmachen an der Kraft der Liebe, die seit jeher Veränderungen, Katastrophen und Zusammenbrüche übersteht. Standhaft bleiben, wenn alles zusammenbricht, woran wir uns bisher festgehalten haben, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis –09./10.11.2019

Eingereicht von markus am 07. Nov 2019 - 19:46 Uhr

Lukas 20,27-38 - „Nach dem Tod ist alles aus! Da kommt nichts mehr!“ Die Sadduzäer würden mit ihrer Ablehnung der Auferstehung heute wohl gar nicht weiter auffallen. Nur noch 30 Prozent der Deutschen glauben an ein Leben nach dem Tod – mit dem Kerngedanken der christlichen Hoffnung können auch viele Christen nichts mehr anfangen.
Schuld daran sind vielleicht auch die allzu engen Vorstellungen, wie sie in diesem Evangelium auch die Sadduzäer spöttisch formulieren. Bei ihnen lebt eine Frau nach ihrem Tod mit sieben Männern, bei Ludwig Thoma singt ein Münchner im Himmel pausenlos Halleluja. Klar: So was ersehnt keiner.
Jesus will uns von solchen wenig hilfreichen Vorstellungen befreien. Ganz anders wird dieses zukünftige Leben sein, unvergleichlich und unbeschreiblich. Wunderschön.
Die Kinder Gottes, die Glaubenden, werden auch sterben, aber nie tot sein. Denn Gott ist ein Gott der Lebenden; keiner geht verloren, komme was wolle. Mit diesem Wissen lässt sich anders leben. Denn die Frage "was kommt danach?" wird zur Frage "wer kommt auf mich zu?": Es ist der, der mein Schöpfer ist, mein Befreier, der "Ich bin da".

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis –02./03.11.2019

Eingereicht von markus am 01. Nov 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 19,1-10 - Kein Zweifel – Zachäus war ein Ausbeuter. Einer, der sich das Privileg zum Geldkassieren gekauft hatte und nun aus seinen Mitmenschen Profit schlug. Weil das alle Zöllner so machten, waren sie extrem unbeliebt – man konnte Jesus wohl kaum Schlimmeres nachsagen, als dass er ein Freund der Zöllner und Sünder war.
Zachäus bekehrt sich, weil Jesus sein Freund ist. Jesus sieht, was für ein armes Würstchen dieser reiche kleine Mann doch ist. Seine Nähe bringt die Wende. Doch Zachäus wird dadurch kein Jünger. Er muss auch nicht alles zurücklassen und Jesus folgen.
Seine Begegnung mit dem Erlöser erlöst ihn aus der Einsamkeit und aus der Habgier. Er wird in Zukunft seinen Reichtum einsetzen, um den Armen zu helfen und ethisch verantwortlich zu handeln.
Tu wenigstens das, scheint uns der Evangelist Lukas mit dieser Geschichte sagen zu wollen. Du musst nicht radikal dein Leben ändern, aus allem aussteigen, grenzenlos arm werden. Werde dir deiner Verantwortung als reicher Mensch bewusst und frage dich, was du Jesus anbieten kannst, wenn er zu dir kommt. Das wäre schon viel …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30. Sonntag im Jahreskreis –26./27.10.2019 - Weltmissionssonntag -

Eingereicht von markus am 25. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,9-14 - Gott sei Dank bin ich nicht so, wie der oder die. Gott sei Dank habe ich mit denen nichts zu tun. Was für ein Irrtum! Wir alle sind Geschwister; wir sind alle Kinder Gottes. Die anderen, das sind auch wir.
In uns liegen die edelsten und schönsten Anlagen des Menschengeschlechtes genauso wie die tiefsten Abgründe. Psychologen, welche die Motive von Verbrechern studieren, sagen, dass jeder Mensch zum Mörder werden kann, es kommt nur darauf an, welchen Umständen er über längere Zeit ausgesetzt ist. Dankbar sein, dass wir unser Leben bisher positiv gestaltet haben – ja. Und gleichzeitig wissen, dass nicht wir alleine es waren, die unser Leben zum Positiven bewegt haben.
Uns freuen, dass uns vieles gelungen ist – ja. Uns besser fühlen als andere – ganz klar: Nein. Keiner von uns weiß, was das Leben uns noch bringt und wie wir dann reagieren. Wir haben den Sünder und den Heiligen in uns. In diesem Bewusstsein lasst uns demütig bleiben, für den Sünder Gott und unsere Mitmenschen um Vergebung bitten. Und versuchen wir dem Heiligen möglichst gute Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


29. Sonntag im Jahreskreis –19./20.10.2019

Eingereicht von markus am 18. Okt 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 18,1-8 - Ein Lob der Lästigkeit, der Beharrlichkeit, der Klugheit im Vorangehen und im Dranbleiben.
Die Witwe hat konsequent versucht, sich einen Platz und ihr Recht zu holen. Wir hören zwar im Text nicht, was ihr fehlt oder was ihr verwehrt wurde, aber wir wissen, dass Witwen in der damaligen Gesellschaft zu denen gehört haben, die am meisten bedürftig und ungesichert waren.
Der Richter, bei dem sie immer wieder penetrant auftaucht, lässt sich schließlich erweichen und hilft ihr weiter.
Die Einleitung des Evangeliums verrät, dass die Geschichte im Zusammenhang mit dem Beten steht: Mir immer wieder bewusst machen, was ich denn eigentlich will, mich immer wieder neu auf Gott hin ausrichten und von ihm alles erwarten.
Auch da lohnt sich das „Lästigsein“, das Dranbleiben. Im Beten, im Suchen dessen, was ich wirklich will und was mir kostbar und heilig ist, im Ausrichten auf Gott und im Alles-von-Ihm-Erwarten nährt sich mein Glaube.
„Wird Gott noch Glauben vorfinden?“, lautet die letzte, fast bange Frage des heutigen Evangeliums.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26. Sonntag im Jahreskreis – 28./29.09.2019 / 05./06.10.2019 / 12./13.10.2019

Eingereicht von markus am 28. Sep 2019 - 19:48 Uhr

Lukas 16,19-31 - Lazarus und den Reichen trennen Welten. Sie begegnen sich nie. Dabei liegt Lazarus in all seinem Elend dem Reichen quasi im Weg rum.
Aber der sieht ihn gar nicht, nimmt seine Bedürftigkeit nicht einmal wahr. Es fällt einfach nichts ab für Lazarus draußen vor der Tür.
In der anderen Welt ist das nicht anders. Auch im Tod liegen Abgründe zwischen ihnen. Das so lebendig ausgemalte Gleichnis mahnt mich: Was siehst du?
Nimmst du die Not des Armen, der ja gar nicht so weit weg ist, sondern direkt vor deiner Tür dahin-vegetiert, überhaupt wahr? Hast du Augen für die Welt um dich herum oder geht es dir nur um dein privates Glück, deine heile Welt drinnen, nach dem Motto: „My home is my castle?“
Für die vielen, die an unseren Stränden landen, vor unseren Zäunen stehen, um Heimat und Sicherheit betteln, muss etwas abfallen von unserem reichen Tisch.
Wie viel kannst du geben?, fragt mich Jesus an diesem Sonntag. Wie viel Geld, wie viel Aufmerksamkeit, wie viel Liebe? Und: Ginge noch mehr?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 21./22.09.2019

Eingereicht von markus am 20. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 16,1-13 - Vom Ende her zu lesen, scheint ein Schlüssel zum Verständnis dieses merkwürdigen Evangeliums zu sein. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das ist der entscheidende Satz, der über allem steht, was Jesus vorher hier sagt.
Gott zu dienen heißt ja nicht, ohne Geld zu leben. Es bedeutet aber, mit dem eigenen Geld zuverlässig und klug umzugehen. Was das heißt?
Das kann eine ganze Bandbreite an Verhaltensweisen bedeuten: Geld ehrlich zu erwerben und ehrlich zu versteuern. Ausgeliehenes Geld zurückzubezahlen.
Für die allermeisten eine Selbstverständlichkeit. Schwieriger wird es bei manchen, wenn es heißt, mit dem Geld Gutes zu tun, zu spenden, zu teilen, nicht nur vom Überfluss abzugeben.
Und warum? Warum kann man nicht Gott und dem Mammon dienen? Weil Christen vom Ende her denken, das heißt, vom verheißenen ewigen Leben bei Gott her denken. Weil wir darauf hoffen, sollten wir uns immer wieder neu auf den Weg machen mit einem Leben, das dem Nächsten dient und Gott Freude macht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 14./15.09.2019

Eingereicht von markus am 13. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 15,1-32 - Ein Hirte geht einem verlorenen Schaf nach. Na und? Dass die anderen dort sind, wo sie hingehören und wo es ihnen gut geht, scheint selbstverständlich zu sein.
Eine Frau hat etwas verloren und sucht es in ihrem Haus. Na und? Wohl jeder und jede hat auch schon öfter mal etwas verlegt; da muss man halt suchen.
Der Vater gibt ein Fest für den „verlorenen“ Sohn. Na und? Dass der andere auch versucht hat, sein Leben einigermaßen zu bewältigen, scheint uninteressant zu sein.
Was hilft, diese Botschaft Gottes zu verstehen, ist die Einleitung. Es gibt für Jesus wieder einmal eine Kontroverse mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, und die sind mit ihrem Urteil gar nicht zimperlich.
Da holt auch Jesus, der Orientale, der Geschichtenerzähler, aus und versucht sich mit seinen sehr pointierten Geschichten bei seinen Gesprächspartnern verständlich zu machen.
Vielleicht ist er bei einigen von ihnen erfolgreich, und sie verstehen ihn. Vielleicht auch nicht. Jesus sucht nach Worten, Argumenten, Geschichten, um sich verständlich zu machen. Auch darin können wir ihm nachfolgen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 07./08.09.2019

Eingereicht von markus am 06. Sep 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 14,25-33 - Jesus denkt nicht gering von uns. Aber wir sollten es tun. Es ist eben nicht mein Haus, mein Auto, mein Verdienst. Es ist Geschenk. Alles.
Und dass wir in der Lage sind, dies alles zu haben oder nicht zu haben, ist auch Teil der Gnade. Vor Gott gilt nicht unsere gefühlte Augenhöhe, sondern unser Abstand. Der heißt Gnade. Schon wieder Gnade. Alles ist Gnade.
Wer das einmal für sich erkannt hat, lebt anders. Von sich geringer denkend. Oder, anders gesagt: weniger groß. Mit jeder Selbsteinbildung verliert unser Salz an Kraft. Mit jedem Größenwahn richtet ein Mensch seine Welt zugrunde. Und sich selbst gleich mit.
Wer Gott denkt und glaubt, kann sein Ich nicht mehr so groß schreiben. Das wusste der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt (1607–1676). Und dichtet: „Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd‘, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben wird?“ Das ist Haltung vor Gott.
Hochmut ist eine Selbstverfluchung des Menschen. Eine Weile mag Hochmut guttun, das könnte sein. Wenn diese kleine Weile aber vorüber ist, beginnt der Wahn. Er heißt: Ich gestalte meine Welt. Tue ich eben nicht. Ich bin seine Gnade. Mehr nicht. Aber erst recht nicht weniger. Ich bin und bleibe ein Kind seiner Gnade. Was könnte ich noch mehr wollen?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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22. Sonntag im Jahreskreis – 31.08./01.09.2019

Eingereicht von markus am 30. Aug 2019 - 04:00 Uhr

Lukas 14,1.7-14 - Dieses Evangelium ist ein Geschenk. Zeitlos aktuell bis heute. Ich brauche mich nicht zu beteiligen am täglichen Schaulaufen der Reichen, Schönen und Erfolgreichen. Ich muss meine Ängste und Schwächen nicht hinter einer Maske verbergen. Ich bin geliebt und angenommen, so, wie ich bin. Ein zutiefst menschlicher Satz.
Denn menschlich ist es ja nicht, aus mir ständig mehr zu machen, als ich in Wirklichkeit bin, das macht mich auf Dauer nur krank. Sondern menschlich ist es, der sein zu dürfen, der ich bin. Und das nicht nur im Urlaub, am fremden Ort, wo mich niemand kennt, sondern auch am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde.
Wenn mich – bildlich gesprochen – ein hinterer Platz glücklich macht, warum mir das Leben mit dem Streben nach dem ersten verderben. Doch das kann ich nur, weil der Grund meines Lebens nicht von mir selbst geschaffen wurde, sondern von Gott geschenkt ist.
Das ist ein Mehrwert des Glaubens: Ich bin mehr wert, als ich mir selbst oder andere mir zusagen können. Und der andere ist mehr wert. Deshalb darf und will ich mich nicht über ihn stellen. Weil er wie ich im Licht Gottes lebt, brauchen wir uns nicht einander in den Schatten zu stellen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


21. Sonntag im Jahreskreis – 24./25.08.2019

Eingereicht von markus am 22. Aug 2019 - 17:03 Uhr

Lukas 13,22-30 - Es wird wieder eng bei Jesus. Zwar muss sich diesmal kein Kamel durchs Nadelöhr quetschen, aber die enge Tür, durch die nicht alle durchpassen, taucht auch im heutigen Evangelium wieder auf. Jesus ist es ernst mit seiner Botschaft, und wir sollten sie ernst nehmen.
Aber auf die Frage, wer und wie viele denn nun gerettet werden, gibt er keine Antwort. Denn das geht den Fragesteller gar nichts an.
Wichtig ist, so Jesus, nur eins: Kümmere dich um deinen eigenen Senf. Guck nicht rechts und links, ob da alle das Richtige tun, ob sie oft genug in den Gottesdienst gehen oder ob sie sich an das Kirchenrecht halten.
Achte vielmehr darauf, dass dein Glaube wächst, dass du das Richtige tust und dass du die nicht übersiehst, die unter die Räder gekommen sind.
Denn es reicht eben nicht, ganz nah bei ihm gesessen zu haben. Äußerlich zu seinem Volk, seinem Dorf, seiner Tischgemeinschaft dazuzugehören, sichert mir keinen Platz im Himmelreich.
Es braucht mehr, um dazuzugehören, und eine Garantie gibt’s für keinen. Jeder hat alle Chancen. Nutzen wir sie!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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20. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.08.2019

Eingereicht von markus am 16. Aug 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 12,49-53 - Jesus spaltet die Geister. Noch zu Lebzeiten tut er das. Er weiß schon, wie es weitergehen wird mit ihm und der Welt.
Bei manchen hinterlässt er reine Freude, bei anderen nur Ärger. Die einen zucken die Achseln, wenn sie an Jesus denken. Andere brennen vor Eifer.
Die einen bauen ihm Kirchen, andere reißen sie nieder. So wird es sein, sagt Jesus. Und so war es und ist es. Wo viel geglaubt wird, wird viel gestrit-ten. Im Namen Gottes fließt Blut.
Jesus spaltet die Geister. Und Mohammed, und Allah, und der dreieinige Gott spalten sie. Mehr noch: Auch die an Allah glauben, finden zu keiner Einheit; und die an den dreieinigen Gott glauben, ebenso wenig.
Bei Christen fließt nur noch selten Blut, aber der Streit geht ebenso tief. Kann das nicht, in Gottes Namen, anders werden? Es kann, ja, wenn man es will. Und sich sagt: Konflikte dürfen sein; Gewalt nicht.
Streit darf sein; gemeinsames Beten muss sein. Gehören wir doch zu denen, die sich das immer vornehmen. Und die in keiner anderen Religion einen Feind sehen, sondern Menschen, die suchen wie wir. Hoffentlich im Rahmen der geltenden Gesetze.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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14. Sonntag im Jahreskreis – 06./07.07.2019

Eingereicht von markus am 05. Jul 2019 - 05:00 Uhr

Lukas 10,1-12.17-20 - Ein wunderbares Evangelium, ein missionarisches Evangelium. Jesus schickt seine Jünger aus, um das Reich Gottes in Wort und Tat zu verkünden. Er schickt sie zu zweit aus. Jesu will keine heldenhaft-einsamen Einzelkämpfer, denn er weiß darum, wie sehr wir Menschen einander brauchen, um einander in unseren Bemühungen, in unseren Erfolgen und in unseren Misserfolgen beizustehen.
Jesus bereitet sie auf verschiedene mögliche Szenarien bei ihren missionarischen Gehversuchen vor: Sie könnten angenommen, aufgenommen werden und mit ihrem Verkündigungsauftrag gut ankommen, also Erfolg haben.
Sie könnten aber auch abgewiesen und abgelehnt werden; sie könnten bei den Leuten „abblitzen“ und frustriert sein.
In jedem Fall geht es aber um das Reich Gottes. Es ist verblüffend, wie Jesus in der einen Variante genauso wie in der anderen mit dem gleichen Wortlaut auf das hinweist, worum es in allen missionarischen Bemühungen geht: „Das Reich Gottes ist nahe.“
Selbstverständlich ist es schön, Erfolg zu haben und gehört zu werden. Aber Gott und das Reich Gottes sind größer. Ein wunderbarer Trost, eine großartige Zusage für alles pastorale Handeln: „Das Reich Gottes ist nahe.“

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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13. Sonntag im Jahreskreis – 29./30.06.2019

Eingereicht von markus am 28. Jun 2019 - 10:07 Uhr

Lukas 9,51-62 - Religiöse Intoleranz ist keine Erfindung unserer Zeit – auch wenn sie heute immer wieder ihre schrecklichste Fratze zeigt.
Von religiöser Intoleranz waren auch Johannes und Jakobus befallen, die „Donnersöhne“, die Feuer vom Himmel auf ein samaritisches Dorf regnen lassen möchten, weil diese – „Ungläubigen“ in den Augen frommer Juden – sich weigern, Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem aufzunehmen. Ob sie es gekonnt hätten?
Eine interessante, aber irrelevante Frage, denn mit religiöser Intoleranz braucht niemand Jesus zu kommen. Damals nicht und heute nicht; er wies Jakobus und Johannes zurecht und weist heute all die zurecht, die intolerant sind gegen andere Überzeugungen.
Nachfolge ist eben nicht die Nachfolge der anderen, sondern kann immer nur meine Nachfolge sein. Und weil es meine Nachfolge ist, muss ich mir im Klaren sein, was ich bereit bin, auf mich zu nehmen; wie konsequent ich sein kann.
Jesu Worte mögen schroff klingen, abweisend, überfordernd – sie sind ernst und ehrlich. Ich soll die Christusnachfolge nicht auf die leichte Schulter nehmen, das ist nichts für nebenbei, sondern erfordert den ganzen Menschen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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12. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.06.2019

Eingereicht von markus am 21. Jun 2019 - 09:14 Uhr

Lukas 9,18-24 - Haben Sie sich schon mal selbst im Internet gesucht? Ego-Googeln liegt im Trend, drei Viertel aller Internetnutzer haben schon mal ihren Namen in die Maske einer Suchmaschine eingegeben. Was wissen andere über mich? Google hat die Antwort.
In diesem Evangelium hat Petrus die Antwort. Es ist die richtige, aber Petrus weiß wahrscheinlich gar nicht, wie Recht er hat. Wenn er „Messias“ sagt, meint er einen starken Führer, einen Erlöser aus Ungerechtigkeit und Sklaverei, einen religiösen Heilsbringer für ein Volk, das Gott an seiner Seite kämpfen sehen will.
Doch der Messias, der jetzt da ist, ist unerwartet anders. Er setzt dem Unrecht keinen Widerstand entgegen, sondern erleidet es bis zum letzten. „Messias-Sein“ heißt für ihn, solidarisch zu sein mit denen, die am Ende sind, die keinen Ausweg mehr sehen und sogar an Gott zu zweifeln beginnen.
Es hat gedauert, bis auch die Jüngergemeinde diese Definition akzeptieren konnte. Und wir Jünger heute sind auch nicht klüger. Wie oft fragen wir uns, wenn die Not groß ist: Warum hat Gott nicht eingegriffen? Warum zeigt er nicht seine Macht?
Deshalb ist Jesu Frage immer noch aktuell: Für wen haltet ihr mich? Für einen, der mit seiner ganzen Autorität bestimmt, was gut für euch ist? Oder für einen, der die Wege eurer Freiheit mitgeht – in welches Elend sie auch führen werden? Die richtige Antwort gibt’s nicht bei Google …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Dreifaltigkeitssonntag – 15./16.06.2019

Eingereicht von markus am 14. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 16,12-15 - Der Evangelist Johannes überliefert eine lange Abschiedsrede Jesu, die er kurz vor seiner Verhaftung, kurz vor Leid und Tod, seinen Jüngern gehalten hat, und aus der auch die vier Verse des heutigen Evangeliums stammen.
Jesus erkennt die Ratlosigkeit seiner Jünger, die in den nächsten Tagen noch wachsen wird, und spricht sie direkt an. Diese Ratlosigkeit wird nicht bleiben; Jesus verheißt den Geist der Wahrheit und verweist damit auf das kommende Pfingstfest.
Obwohl ich um Tod und Auferstehung Jesu weiß, obwohl ich in Taufe und Firmung den Heiligen Geist empfangen habe, fühle ich mich manchmal wie die Jünger: ratlos. Ich verstehe mich selbst manchmal nicht, und ich verstehe Gott nicht.
Es ist dann ein Trost, sich in der Gemeinschaft der Jünger in guter Gesellschaft zu wissen. Ein noch größerer Trost ist es, Gott meine Ratlosigkeit im Gebet hinzuhalten und ihn um seinen Geist, um Verständnis zu bitten.
Manchmal geht mir dann ein Licht auf, und manches ist klarer, sogar sonnenklar. Das heißt aber nicht, dass es danach nicht wieder Momente der Ratlosigkeit gibt. Ein Pfingstfest reicht nicht; ich brauche Gottes Geist der Wahrheit immer wieder neu.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 08./09.06.2019

Eingereicht von markus am 07. Jun 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 20,19-23 - „Tür zu!“, schreien heizkosten-bewusste Eltern, wenn die Kinder zum zehnten Mal die kalte Zugluft ins Zimmer lassen.
„Tür zu“, fordern Demonstranten auf der Straße, die angstvoll auf die große Zahl der hilfsbedürftigen Flüchtlinge in unserem Land starren.
„Tür zu“, mahnen sogar gläubige Christen, wenn andere so gar nicht zu ihrer Form der Frömmigkeit passen wollen.
„Tür zu!“, sagen auch die Jünger. Draußen ist es lebens-gefährlich, das hat das Schicksal Jesus ja eindringlich gezeigt. Draußen sind die, die nicht zum inneren Kreis gehören, die Jesu Botschaft nicht kennen, die sowieso nicht zuhören. Besser man bleibt, wo man ist. Hinter sicheren Mauern.
Jesus kennt kein „Tür zu!“ Er kommt, obwohl alles verriegelt und verrammelt ist, und macht die Herzen der Jünger offen und weit.
Er schenkt ihnen seinen Geist, der frei macht von Angst, der neue Ideen schenkt, der einlädt, die eigene Komfortzone zu verlassen.
Es ist der Geist von Pfingsten, den Jesus ihnen einhaucht wie einst der Schöpfer seinen Geschöpfen. Auch wir sind angehaucht. Auch uns will der Geist vor die Tür schicken. Auch wir sollen vergeben und so Gottes Barmherzigkeit verkünden. Der Letzte – und nur der – macht die Tür zu!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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7. Sonntag der Osterzeit – 01./02.06.2019

Eingereicht von markus am 31. Mai 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 17,20-26 - Einheit und Verschiedenheit, Gemeinsames und Trennendes, Verbundenheit und Eigenstand, diese Spannungsfelder sind so alt wie die Menschheit selber.
Im Einssein erfahren wir Menschen das Geborgensein, im Anderssein erleben wir, dass jeder und jede von uns einzigartig ist. Jesus wird – im Rahmen der Abschiedsreden – dieses menschliche Urthema im heutigen Evangelium in den Mund gelegt.
Vielleicht ist diese Spannung von Einssein und Verschiedenheit nicht nur ein allgemeinmenschliches Thema, sondern vielleicht ist sie auch ein besonderes Geheimnis unseres Glaubens: Wir sind gerufen und berufen, ganz nah bei Gott zu sein, ganz eins mit ihm zu sein und gleichzeitig sind wir gesandt, in die Welt „hinauszugehen“.
Aber nicht, um eine Trennung oder gar Spaltung zwischen Gott und der Welt zu schaffen, sondern im Gegenteil: Gott will ganz in und mit unserer Welt sein, „damit die Liebe in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“.
Deshalb sagt uns das Zweite Vatikanische Konzil gleich zu Beginn der Kirchenkonstitution, dass die Kirche „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit der ganzen Menschheit“ ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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6. Sonntag der Osterzeit – 25./26.05.2019

Eingereicht von markus am 26. Mai 2019 - 11:58 Uhr

Johannes 14,23-29 - Beistand haben wir oft nötig, mehr, als wir meinen. Und einen Frieden auch, den Jesus uns hier verspricht.
Frieden ist nicht das Fehlen von Konflikten, sondern das angemessene Lösen von Konflikten. Konflikte gab es auch schon zu Jesu Zeiten, sogar Konflikte um seine Person und seinen Auftrag. Das wusste Jesus natürlich. Und er wusste, dass Gewalt keinen Konflikt wirklich löst.
Gewalt mag unterwerfen und für eine gewisse Ruhe sorgen, aber nicht für Frieden. Frieden ist ein Ausgleich zwischen denen, die einander feindlich gegenüber-stehen. Ein Ausgleich, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt und wieder Liebe ermöglicht.
Das muss man wollen. Wer Gewalt nicht ausschließt, bekommt sie auch. Wer mit Gewalt rechnet, verhält sich auch so. Wer Gewalt aber auf keinen Fall will, wird schon anders sprechen und andere Zeichen setzen.
Der Jammer der Welt besteht darin, dass viele Gewalt für eine Möglichkeit halten, aus welchen Gründen auch immer. Oder sie so fördern, dass es erst zu Kriegen kommt und zu vollständiger Unterwerfung mit jahrzehntelangen Schäden.
Diesen Geist will Jesus verhindern und einen anderen schenken. Wenn wir denn wollen. Wenn wir auf Hand-lungen verzichten wollen, die zu unseren Möglichkeiten gehören. Sein Geist ist Liebe. Und die muss man, wenn es ernst wird und uns nur Gewalt einfällt, eben wollen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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5. Sonntag der Osterzeit – 18./19.05.2019

Eingereicht von markus am 17. Mai 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 13,31-33a.34-35 - „Wer nicht geliebt wurde, überlebt trotzdem“, weiß der Hirn-forscher Gerald Hüther. „Die Frage ist nur, wie.“
Jesus war kein Hirnforscher, aber er wusste das auch. Wer ein Leben in Liebe leben soll, muss liebevolle Erfahrungen gemacht haben. Er (oder sie) muss sicher sein, dass er gehalten und getragen ist, dass er etwas wagen kann, dass er nicht gnadenlos abrechnen muss, um auf seine Kosten zu kommen.
Liebe ist – auch – ein Wagnis. Also erinnert Jesus in seinem Testament, das er schon vor dem Tod bekannt gibt, seine Jünger: Ich habe euch so geliebt. Traut euch, auch zu lieben.
Das Garantiesiegel auf die Wahrheit dieser Worte gibt der Vater: Seine Liebe ruft den Geliebten aus dem Tod. An Ostern feiern wir diese Besiegelung. Wir können uns darauf verlassen, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Trauen wir uns, einander zu lieben – großzügig, bedingungslos, grenzenlos. Es wird sich lohnen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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4. Sonntag der Osterzeit – 11./12.05.2019

Eingereicht von markus am 10. Mai 2019 - 09:39 Uhr

Johannes 10,27-30 - Wer zu mir gehören will, sagt der Heiland, wird nicht verlorengehen. Was auch immer geschieht, der Heiland kennt die Seinen. Und mehr noch: Er beschenkt die Seinen mit dem Schönsten, was es geben kann: ewiges Leben; also Leben ohne Angst und Plage.
Von den Evangelien ist Johannes das am spätesten Geschriebene. Und je länger der christliche Glaube in der Welt war, desto größer wurden die Gefahren für die Glaubenden.
Die Macht im Römischen Reich fühlte sich verhöhnt durch die offensichtliche Ohnmacht der Christen. Verhöhnte Macht teilt schnell aus. Und richtet Schlimmes an unter den sowieso Ohnmächtigen. Das Blut ahnt man schon am Horizont, als Johannes etwa um das Jahr 85 nach Jesu Geburt schreibt. Es wird noch schlimm kommen.
Danken wir Gott, dass wir das nicht erleben müssen. Es genügt, dass Gläubige in China, Nordkorea und im arabischen Raum bitter dafür leiden, an einen friedlichen Gott zu glauben. Und wir staunen, welche Geduld und Tapferkeit sie haben. Als stünde der Heiland selbst neben ihnen und sagte: Niemand wird euch aus meiner Hand reißen. Dann falten die Gebeugten ihre Hände, und ihre Seele richtet sich auf; richtet sich auf an Worten, nur an Worten. Wie groß muss dieser Hirte sein, der durch solch kleine Worte wirkt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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3. Sonntag der Osterzeit – 04./05.05.2019

Eingereicht von markus am 02. Mai 2019 - 16:59 Uhr

Johannes 21,1-19 - Zweimal erzählen die Evangelien vom wunderbaren Fischfang.
Am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu – bei der Berufung der ersten Jünger; und am Ende, als sich der auferstandene Jesus am See von Tiberias offenbart.
Wobei das zweite Wunder die Jünger vielleicht an den Anfang erinnern soll, damit sie in dem Auferstandenen den erkennen, an dessen Seite sie drei Jahre gelebt, dessen Worte sie gehört, dessen Taten sie gesehen und dessen Liebe sie erfahren haben.
Wie gut es die Jünger damals hatten, mag mancher sich vielleicht denken. Ein Wunder würde mir manchmal auch helfen, stärker zu glauben. Doch Wunder gibt es nicht mehr – oder?
Was an dieser Erzählung fasziniert, ist, dass das Wunder sich mitten im Alltag, in der Erfahrung der Erfolglosigkeit ereignet.
In die Situation der Jünger kann man sich gut hineinversetzen: Alle Mühe vergeblich. Doch es gibt sicher auch die Erfahrung, dass unerwartet etwas gelingt, dass ein Erfolg eintritt, den man nicht für möglich gehalten hat.
Wunderbar, wenn man diese glückliche Wendung nicht eigenem Verdienst zurechnet, sondern dem, der bei allem Scheitern immer am rettenden Ufer auf einen wartet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 27./28.04.2019

Eingereicht von markus am 26. Apr 2019 - 05:30 Uhr

Johannes 20,19-31 – Viele Menschen mögen den Thomas, den angeblich ungläubigen Apostel Thomas.
Thomas ist einer, der sich die Auferstehung – wie die anderen Freunde Jesu ja auch – schlecht vorstellen kann. Vielleicht hat er sogar, als ihm die aufgeregten Gefährten von dem plötzlichen Erscheinen Jesu erzählt haben, gesagt: „Ihr spinnt doch, das gibt es doch gar nicht! Das müsste ich schon selber erleben, um es euch zu glauben!“
Die Auferstehung und der Auferstandene, das geht so weit über alles bisher Gekannte, Erlebte und Verstandene hinaus, dass Thomas es genauer wissen will. Und er will es nicht nur im Kopf wissen; er will es mit seinen Sinnen und seinem Herzen begreifen und erfassen – im aller handgreiflichsten Sinn. Er will Jesus, seinen Freund und Herrn, begreifen und anfassen.
Und er begreift ihn tatsächlich: „Mein Herr und mein Gott“ ist die staunend-bekennende Antwort.
Jemand sagte: Ich mag den Thomas; er ist beinahe mein Freund. Vielleicht ist er sogar – wie er ja tatsächlich heißt – mein „Zwilling“.
So wie er möchten wir es vielleicht auch genauer wissen, möchten nicht nur bekannten Riten und einem lang eingeübten Bekenntnis folgen.
Wir dürfen uns in dieser österlichen Zeit immer wieder neu der Nähe, dem Berühren und Berührtwerden, dem liebenden Staunen über unseren auferstandenen Herrn aussetzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Palmsonntag – Karwoche – Osterwoche 2019

Eingereicht von markus am 14. Apr 2019 - 11:32 Uhr

Lukas 19,28-40 - Ein König auf einem Esel, noch dazu auf einem jungen, einem kleinen Esel.
Eine etwas kuriose, fast komische Vorstellung und gar nicht königlich, nicht wahr? Die Szenerie des heutigen Palmsonntags ist wahrlich kontrastreich. Jesus, der schon ahnt und weiß, wie sich die Lage in den nächsten Tagen dramatisch zuspitzen wird, zieht in die Stadt seines Leidens ein, lässt sich König nennen und lässt sich als König feiern.
Wenige Tage später ist von Gefeiertwerden keine Rede mehr, aber auch da – am Karfreitag – wird Jesus König genannt.
„INRI – Jesus von Nazaret, König der Juden“ wird auf der Kreuzestafel stehen. Am Königtum Jesu hat sich an diesem Karfreitag das Urteil, das Schicksal Jesu entschieden.
Vielleicht sind unsere gegenwärtigen Bilder von Königen von der Regenbogenpresse geprägt, von relativ machtlosen Repräsentationsgestalten. Ursprünglich ist ein König einer, der Verantwortung für das Wohl (für das Heil) seines Volkes übernimmt.
Von der anderen Seite gesehen, ist ein König einer, dem man vertrauen kann, der vorausgeht, dem ich erlauben kann, die „Regie“ für mein Leben zu übernehmen.
Am kontrastreichen „Königtum“ Jesu wird sich auch heute mein Glaube entscheiden. An meiner Ausrichtung auf ihn hin; an meinem Vertrauen, dass er wirklich mein Wohl, mein Heil will; an meiner Bereitschaft, ihm – bei allem Eigenstand – im Letzten die Regie für mein Leben zu überlassen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Fünfter Fastensonntag – 06./07.04.2019

Eingereicht von markus am 05. Apr 2019 - 05:00 Uhr

Johannes 8,1-11 - Jesus und die Ehebrecherin werden uns an diesem fünften Fastensonntag vor Augen gestellt. Altbekannte Geschichte, alle Aspekte schon betrachtet. Lohnt sich das Hinhören noch?
Manchmal hilft es anzuschauen, was die Theo-logen, die die Leseordung bestimmt haben, als alttestamentlichen Text dazugestellt haben.
Es ist der Prophet Jesaja mit einer guten Nachricht, wie sie besser nicht sein könnte:
Denkt nicht mehr an das, was früher war, sagt Gott. Ich mache etwas Neues. Da entstehen Wege im Chaos, Nähe zum Wilden, Heimat im Lebensfeindlichen.
Das lässt uns die Geschichte von der Sorge Jesu um die Ehebrecherin vielleicht neu lesen.
Die alten Verurteilungen gelten nicht mehr. Wer sich seiner sicher ist, wird neu angefragt. Wer schon draußen war, bekommt eine neue Chance. Ostern ist nahe!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams.

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