Newsbeiträge » Sonntagswort

Erster Adventssonntag –28./29.11.2020

Eingereicht von MK am 25. Nov 2020 - 20:21 Uhr

Markus 13,24-37
Wachsam sind wir auf vieles: auf Freunde, im Verkehr, beim Zählen des Wechselgeldes. Wachsam sein ist ein Zustand des Menschen, wenn er nicht gerade schläft. Und auch da sind manche in einer Weise achtsam, dass es ihnen den Schlaf raubt. Weniger Aufmerksamkeit erhält oft die Seele, leider.
Seelenpflege betreibt Jesus in diesem seltsamen Text. Gewaltige Dinge kündigt er an für das Ende der Erde. Nicht der Welt, aber der Erde. Bis dahin, dass die Sterne vom Himmel fallen werden, wenn der Menschensohn kommen wird; also „der Mensch“ schlechthin, ein von Gott Erwählter.
Ob Jesus sich hier selber gemeint hat, wissen wir nicht genau. Das überlässt er, wie so vieles, seinem Gott und Vater. Auch dass er schon ist, was er hier ankündigt, ist Jesus wohl noch nicht bewusst. Das kommt erst, wenn er aus dem Grab aufstehen und wissen wird: Ich bin es, von dem ich oft gesprochen habe. Ich, das Kind aus Betlehem, der Junge aus Nazareth, erlöse nicht erst, sondern habe schon erlöst.
Alle; alle, die ihre Knie vor mir beugen, weil sie achtsam sind und wissen: Ohne diesen Herrn ist kein Friede, keine Gerechtigkeit, keine Vergebung. Dies zu wissen macht wachsam im Leben mit anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigsfest –21./22.11.2020

Eingereicht von MK am 19. Nov 2020 - 18:51 Uhr

Matthäus 25,31-46
Himmel und Hölle, hier sind sie dicht beieinander. Aber Vorsicht: Jesus erzählt ein Gleichnis. Häufig gebraucht er das Wörtchen „wie“ in seinen Gleichnissen, weil er etwas vergleicht. Hier vergleicht er das Himmelreich mit Bildern, die Menschen vertraut sind: Sie sammeln sich, sie werden geteilt, wie der Hirte seine Herde teilt.
Jesus will beim Wort genommen werden. Besonders bei einem Wort: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Das ist das eigentliche Gerichtswort der Heiligen Schrift. Es entspricht dem anderen, das beginnt mit: Was ihr … nicht getan habt. So geht Gericht. Und so ist es gerecht, das Gericht.
Gericht ist die Bewertung des Lebens. Gericht ist Gottes gutes Recht. Er schenkt uns die Schöpfung, das Leben und das Lieben – und möchte das auch bewerten können. Bewerten im Sinne von Begutachten.
Wie gut waren wir unter Gottes Güte? Wie gerecht waren wir unter seiner Gerechtigkeit? Wie barmherzig waren wir unter dem Himmel seines Erbarmens?
Das möchte Gott festgestellt wissen. Nicht für sich, er weiß es ja. Aber für uns. Wir sollen genau wissen, wie gütig wir waren im Lichte von Gottes Gnade. Davor müssen wir uns nicht fürchten. Gericht ist nichts zum Fürchten. Wir haben doch alle Zeit, im Sinne Gottes zu leben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis –14./15.11.2020

Eingereicht von MK am 13. Nov 2020 - 16:28 Uhr

Matthäus 25,14-30
Eine ernste Geschichte ist das am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Danach kommt nur noch Christkönig – der klare Hinweis, wer „der Chef“, der König, der Herr ist, um wen es in unserem Leben und Glauben geht. Darauf ist dieser Sonntag davor hin geordnet.
Ernste Töne sind es, und es wird Bilanz gezogen. Im Evangelium geht es um die Frage, was ich mit dem, was mir anvertraut wurde, gemacht habe. Habe ich mich an dem, was ich habe, festgeklammert, mich der Ängstlichkeit überlassen und bin ich somit in gewisser Weise unfruchtbar geworden?
Oder habe ich ein Risiko gewagt, in Klugheit und Verantwortung Vertrauen geübt, und bin ich somit mit Großzügigkeit und Fülle beschenkt worden?
Selbstverständlich ist das Leben nicht so einfach und eindeutig auf diese beiden Haltungen und Verhaltens-weisen „hinzubiegen“. Aber in der heutigen Geschichte sind doch Grundmuster menschlichen Verhaltens beschrieben.
Jesus lädt in seinem ernsten Gleichnis zum Risiko und zum Vertrauen ein. Der „Preis“, die Frucht wird wunderbar sein: Neben dem Hinweis auf den Überfluss ist zweimal von der Einladung zur Freude die Rede: „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn.“ Wie wunderbar, Teil Gottes und Teil seiner Freude zu werden!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis –07./08.11.2020

Eingereicht von MK am 06. Nov 2020 - 13:00 Uhr

Matthäus 25,1-13
Man weiß ja nie, sagte meine Oma immer, und hatte immer alles dabei: Pflaster und Geld, eine kleine Flasche Wasser und einen Regenschirm. Sie fand es verantwortungslos, nicht für alle Gelegenheiten vorzusorgen – vor allem dann, wenn sie mit ihren Enkeln unterwegs war und für deren Wohlergehen sorgen musste.
Hätten die fünf törichten Jungfrauen doch auch so eine Oma gehabt! Sie hätten völlig klar gehabt, wie wichtig sie als Lichtträgerinnen für den Brautzug waren.
Sie hätten genug Öl dabeigehabt, weil man ja weiß, wie schnell so ein wichtiger Mann aufgehalten werden kann.
Sie hätten nicht im entscheidenden Augenblick den Ort des Geschehens verlassen müssen, um dann zu erfahren, dass man nicht einfach da wieder anknüpfen kann, wo man durch eigene Dummheit und Leichtsinn den Anschluss verloren hat.
Klug waren die anderen fünf, weil sie ihren Auftrag klar hatten, ihre Würde kannten und dem Höhepunkt ihres Daseins entgegenfieberten.
So möchte Jesus seine Leute antreffen, wenn er kommt. Und am liebsten nicht nur fünf …

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Allerheiligen –31.10./01.11.2020

Eingereicht von MK am 30. Okt 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 5,1-12a
Wer’s glaubt, wird selig. Das Evangelium von den Seligpreisungen aus der Bergpredigt stand für dieses
Sprichwort sicher Pate. Da werden die Verhältnisse umgedreht, und wer bisher als Verlierer galt, soll nun
alles bekommen. – Aber ist das nicht alles nur ein frommer Wunsch? Zu schön, um wahr zu sein?

Wer heute arm ist, trauert, keine Gewalt anwendet, hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, barmherzig
ist, ein reines Herz hat, Frieden stiftet und um der Gerechtigkeit willen verfolgt wird, bleibt nicht allein.
Genau hingeschaut, spricht Jesus auch nicht über Einzelpersonen, sondern "Selig sind die …" im Plural.

Die Einsamkeit des Verfolgten und am Rand Stehenden wird aufgebrochen, er ist nicht allein in dieser Situation. Es sind mehrere, viele. Wer also heute in einer bedrängenden Situation leben muss, kann sich sicher sein, dass das Evangelium besonders auf ihn hin gesprochen wird und der Herr an seiner Seite ist.

Der Mensch wird aus seiner Isolation in die Gemeinschaft mit Gott gesetzt, der sich im Glauben immer mehr zeigt, ermutigt, selig sein lässt.

Der Himmel, in dem der Lohn groß sein wird, ist nicht jenseitig, sondern beginnt schon im Hier und Jetzt. Ihr Lohn im Himmel wird groß sein, weil sie schon jetzt den Himmel in sich trugen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30. Sonntag im Jahreskreis –24./25.10.2020

Eingereicht von MK am 23. Okt 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 22,34-40
Diese Verse haben es in sich. Da ist zunächst der Versuch einiger Pharisäer, Jesus zu versuchen, also zu einem Fehler zu bewegen.
Vermutlich suchen sie einen Weg, Jesus aus dem Weg schaffen zu können. Religionsführer neigen zur Enge. Neue Gedanken sind verdächtig. Darum erbitten diese Religionsführer von Jesus eine Antwort auf die Frage nach dem höchsten Gebot.
Vielleicht, so ihre Hinterlist, verrät Jesus da schon das Judentum. Tut er aber nicht. Im Gegenteil. Als gläubiger und frommer Jude nennt Jesus eben das, was als „höchstes“ Gebot gilt: Gott zu lieben – und die Nächsten ebenso. Mit diesem Machtwort aus dem 5. Buch Mose und dem Zusatz der Nächstenliebe ist das Gespräch, das als Falle begann, beendet.
Für uns auch. Jesus beantwortet die Frage aller Fragen. Was ist christlich? Was zeichnet unsere Heiligkeit vor Gott aus? Was ist das Wesen der Kirche?
Nicht die Regelungen des Glaubens, sondern die Ermöglichung von Gottesliebe und Menschenliebe. Eine Kirche, die sich in Frage- und Antwortspielen verstrickt und in Regelungen, wer dazugehört und wer nicht, verfehlt ihren Auftrag und verliert ihre Aufgabe. Also verliert sie sich. Anders gesagt: Kirche ist eine Ermöglichung von Liebe. Damit Liebe lieben kann – gegen alle Erfahrung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28./29. Sonntag im Jahreskreis – 10./11.10.2020 / 17./18.10.2020

Eingereicht von MK am 09. Okt 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 22,1-14
Das Himmelreich ist das Reich Gottes, Gottes eigener Traum von einer neuen Welt, in der Gerechtigkeit, Freude, Friede, Freiheit, Nahrung und Hoffnung für alle da sein werden.
Viele Geschichten gibt es dazu in den Evangelien, immer wieder neue Annäherungen, „Sprachversuche“ Jesu, Bilder aus der Lebenswelt.
Eine Hochzeit ist der Inbegriff des Lebens und der Hoffnungen, der Fruchtbarkeit, des Liebens und des Feierns - niemand bleibt unberührt angesichts einer Hochzeit, wenn zwei Menschen öffentlich und feierlich bekennen, dass sie sich miteinander auf den Weg machen und es ein Leben lang miteinander versuchen wollen.
Wie wir wissen, war Jesus bei den Hohepriestern und Schriftgelehrten mit seinen Geschichten von Gottes neuer Welt nicht erfolgreich.
Sie haben ihn nicht verstanden, und wenn doch etwas von Verstehen aufgeblitzt sein sollte, dann war es zu gefährlich, um sich persönlich davon berühren zu lassen.
Auch ich „verstehe“ Gott nicht wirklich. Aber ich möchte ihm vertrauen, mich berühren lassen, mich „anstecken“ lassen von dem Traum, dass Er eines Tages alles neu und gut machen wird. Zur Freude aller.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


27. Sonntag im Jahreskreis –03./04.10.2020 Erntedank

Eingereicht von MK am 03. Okt 2020 - 08:41 Uhr

Matthäus 21,33-44
Wir sind Treuhänder. Uns wurde ein Weinberg anvertraut, um ihn zu hegen. Um Früchte zu bringen, auf dass alle Menschen genährt sind an Körper Geist und Seele.
Was passiert, wenn Menschen keine Treuhänder mehr sein, wenn sie nur noch für ihren Profit und ihre Macht kämpfen wollen, das können wir heute überall in der Welt sehen. Für das rücksichtslose Macht- und Profitstreben weniger zahlen viele einen hohen Preis, manche mit ihrem Leben.
Jesus mahnt uns im Gleichnis, niemals zu vergessen, dass wir Treuhänder und Verwalter von Gottes Weinberg sind.
Widerstehen wir den Stimmen, die uns einreden wollen, die Früchte des Weinberges wären für uns alleine, weil wir ja hart geschuftet haben.
Widerstehen wir den Stimmen, die uns einreden wollen, wenn wir teilen, würden wir ärmer. Stellen wir uns den Menschen in den Weg, die den Weinberg für die eigenen Interessen ausbeuten und das Gemeinwohl zerstören.
Stellen wir unsere ganze Kraft in den Dienst am Weinberg Gottes. Anstatt Machtspiele und Habgier lassen wir Freude, Liebe und Herzlichkeit wachsen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26. Sonntag im Jahreskreis –26./27.09.2020

Eingereicht von MK am 25. Sep 2020 - 21:09 Uhr

Matthäus 21,28-32
Interessant – die neue Einheitsübersetzung kehrt die Geschichte um: Hier geht der erste Sohn los, nachdem er ursprünglich nicht wollte. Der zweite sagt: „Ja, Herr!“, und bleibt zu Hause. Stimmt das so?
Ja, die alten Handschriften kennen verschiedene Dramaturgien. So ein Neu-Lesen der Bibel kann uns hilfreich ins Stolpern bringen. Denn bisher klang das Gleichnis nach „Reihenfolge“: Gott fragt zuerst den Gehorsamen, den Frommen, und erst, als der nicht will, wird auch der Sünder gerufen.
Die neue Übersetzung macht klar: Gott bittet beide in seinen Weinberg, den Willigen und den Unwilligen. Der eine kennt den richtigen (frommen) Spruch, der andere kennt nicht mal die Anstandsregeln. Wer ist letztendlich dem Vater näher?
Bei der ersten Auflage fiel erst nach dem Druck auf, dass die alte Antwort „der zweite“ von früher stehen geblieben ist.
„Jedes Buch hat auch Druckfehler, da ist die Bibel nicht ausgenommen“, heißt es beim Katholischen Bibelwerk. Gottes Wort in Menschenwort – an diesem Sonntag wird diese Erkenntnis des 2. Vatikanischen Konzils Realität.
Machen Sie Ihre Bibel zu Ihrem ganz persönlichen Exemplar: Schreiben Sie mit der Hand hinein: „Der erste!“ Damit Sie wissen, welchem Sohn Sie sich anschließen sollen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 19./20.09.2020

Eingereicht von MK am 18. Sep 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 20,1-16
Wieder einmal ist es ein Gleichnis, in dem Jesus alle bekannten Verhaltensmuster kräftig gegen den Strich bürstet. Viele Menschen denken heute: „Ich bin ein Mensch, der Dinge gerne geregelt und kalkulierbar hat; der gerne Leistung nach Art und Dauer gerecht abgegolten weiß. Für mich und für andere.“
Aber Gott ist anscheinend anders, und damit wir es doch endlich einmal begreifen, braucht es dieses Gegen-den- Strich-bürsten. Gott entzieht sich, und er ist nicht berechenbar oder kalkulierbar. Doch, in gewisser Weise schon, und zwar in einem Punkt: Wenn es um Großherzigkeit und Barmherzigkeit geht.
Jesus lässt in seinem Gleichnis den Gutsherrn fragen: „Bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“ –
Vielleicht sagen sich viele: „Manchmal kann ich es gar nicht haben, wenn es andere scheinbar leichter haben und mit dem weitermachen, was ich eingebracht habe.“
Wenn ich mir das zugestehen kann, dann merke ich, dass ich „beide Seelen in meiner Brust“ habe. Die Seele dessen, der sich ausgenutzt fühlt, weil er mehr investiert hat. Aber auch die Seele dessen, der vergebliches Warten kennt und dann spät, aber doch zum Zug kommt.
Gott ist großzügig und barmherzig – mit dem einen und mit dem anderen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 12./13.09.2020

Eingereicht von MK am 11. Sep 2020 - 10:00 Uhr

Matthäus 18,21-35
Muss Vergebung nicht auch ihre Grenzen haben? Nicht bei 100 Denaren, natürlich nicht. Doch gibt es nicht eine Schuld, die nicht zu vergeben ist? Eine Frage angesichts sechs Millionen ermordeter Juden. Eine Frage angesichts enthaupteter Christen im Irak und in Syrien. Eine Frage angesichts Tausender misshandelter Kinder. Auch die Frage des Petrus.
Nein, ist die unmissverständliche Antwort Jesu. Und er macht einen drastischen Vergleich. Ein Talent entsprach etwa 6.000 Denaren.
Wenn also der König (= Gott) seinem Diener 10.000 Talente erließ, entsprach das einer Summe von 60 Millionen Denaren – im Vergleich zu den 100 Denaren, die der Diener seinem Kollegen nicht erlassen wollte.
77-mal vergeben heißt also, immer zu vergeben. Denn mir ist längst vergeben, Gottes Vergebung steht immer am Anfang. Und weil seine Vergebung maßlos ist, darf ich meine Vergebung nicht messen; steht es nicht in meinem Ermessen, ob ich vergebe oder nicht.
Weil Gottes Vergebung grenzenlos ist, kann auch ich Grenzen überwinden. Grenzen des Zorns und der Wut. Grenzen meiner Verletzung und meines Schmerzes. Grenzen menschlicher Gerechtigkeitsvorstellungen.
Und wenn ich bei meinem Bemühen um Vergebung scheitere, darf ich dennoch auf Gottes Vergebung hoffen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 05./06.09.2020

Eingereicht von MK am 04. Sep 2020 - 15:26 Uhr

Matthäus 18,15-20
Von einer Zurechtweisung lesen wir hier. Die Jünger bekommen Hinweise, wie mit Sündern umzugehen ist. Die Welt damals war also, jedenfalls was Sünde betrifft, noch übersichtlicher. Es scheint klarer, was eine Sünde ist und was nicht.
Man kann den Sünder zur Rede stellen. Erst unter vier Augen, dann unter acht oder zehn Augen. Ist dann immer noch keinerlei Einsehen, wird der Sünder der Gemeinde vorgestellt, womöglich auch bloßgestellt. Das wäre heute schwer vorstellbar. Und sieht er es dann immer noch nicht ein, gilt er als aus der Gemeinde ausgeschlossen. Ein zunächst würdiges, dann aber doch hartes Verfahren. Die Jünger als Richter.
Bemerkenswert ist, was in diesem Verfahren keine Rolle zu spielen scheint oder unausgesprochen vorausgesetzt wird: das Gebet, die Bitte um den heiligen, zur Entscheidung führenden Geist.
Den brauchen wir heute, wo Verhältnisse unübersichtlich sind und Täter sich gerne schnell zum Opfer umerzählen. Einsicht in Schuld oder Sünde ist nicht eines Menschen erste Gabe. Und Richter sind wir auch nicht, können wir nicht sein.
Wir können nur bitten, dass Gott sich der Dinge annimmt, die auf Erden nicht in seinem Sinne sind. Erbarme dich, Gott, können wir sagen, auch als Gemeinde. Erbarme dich derer, die deinen Willen verfehlen oder verhöhnen. Wo sein Name geehrt wird, ist Gott mitten unter uns.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


22. Sonntag im Jahreskreis – 29.08./30.08.2020

Eingereicht von MK am 28. Aug 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 16,21-27
„Tritt hinter mich, du Satan!“ So formuliert die neue Einheitsübersetzung der Bibel, die es seit Dezember 2016 gibt, die Wut Rede Jesu gegen Petrus. „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen“, haben wir bisher gehört.
Kein großer Unterschied auf den ersten Blick. Mich überrascht die aktuelle Übersetzung dennoch, denn: „Tritt hinter mich!“, zeigt uns ganz klar, wer die Führung hat.
Jesus selbst bestimmt, was mit ihm geschehen soll und wohin sein Weg führt. Petrus darf sich dem nicht entgegenstellen, auch wenn es so viel beglückender und ermutigender ist, mit dem Messias unterwegs zu sein, dem Wundertäter und Volksbegeisterer und nicht mit einem verurteilten, zerschlagenen Todeskandidaten nach Golgota.
Petrus‘ Anliegen ist menschlich verständlich, aber es muss zurücktreten gegenüber dem göttlichen Auftrag.
Mach Platz für das Richtige und lass mich meinen eigenen Weg gehen, das können wir in diesem „Tritt hinter mich“ heraushören.
Schön, die alten Texte der Bibel mit der neuen Übersetzung wieder neu zu hören!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


16. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.07.2020

Eingereicht von MK am 17. Jul 2020 - 04:00 Uhr

Matthäus 13,24-43
Auf den ersten Blick ist die Sache klar. Es gibt Nützlinge und Unkraut. Ersteres wird gedüngt. Unkraut muss weg.
Manchmal reißen wir aber auch das Gute mit dem Unkraut aus. Und manchmal entpuppt sich das Unkraut als Heilkraut und ist am Ende nützlich für den Garten und das ökologische Gleichgewicht.
Wir glauben, das Leben wäre eindeutig. Nützling und Unkraut. Schwarz und Weiß. Gut und Böse. Freunde und Feinde.
Diejenigen, welche das Abendland verteidigen und die Vaterlandsverräter. Flüchtlinge und Asyl Missbraucher. Leistungsträger und Sozialschmarotzer. Erfolgreiche und Versager.
Und wir haben den Wunsch auszusortieren. Die Guten belohnen, weg mit den Bösen. Das ist menschliche Logik.
Gottes Logik geht anders. Jeder Mensch ist unendlich wertvoll und ein Kind Gottes. Keiner ist illegal, keine wird böse geboren. Wenn wir einem Menschen mit Respekt und Liebe begegnen, wenn wir in ihn investieren, wenn wir ihn fördern und ihm etwas zutrauen, helfen wir ihm zu werden, was er ist. Ebenbild Gottes.
Vertrauen wir Gottes Logik. Lassen wir das Ein- und Aussortieren. Glauben wir, dass jeder Mensch wertvoll und von Gott geliebt ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


15. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.07.2020

Eingereicht von MK am 10. Jul 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 13,1-23
Gleichnisse sind schwierig. Man möchte sofort verstehen und nicht mehr so gerne „um die Ecke denken“. Auch Jesu Jüngern geht das so. Sie haben keine Zeit oder keine Lust, eigenartige Rätselworte Jesu zu hören und nicht zu verstehen. Also fragen sie und haben Glück. Sie bekommen eine Auslegung der Worte Jesu, die so rätselhaft nun auch wieder nicht waren. Das Wort Gottes hat’s schwer, sagt Jesus. Natürlich hätte der Sämann seinen Acker besser vorbereiten können. Aber wer die steinigen Böden Israels kennt, weiß: So viele Steine, so mächtige Dornen – da kommt man nicht dagegen an. Der Sämann verteilt seine Körner großzügig und hofft auf die Samen, die zu starken Pflanzen werden und hundertfache neue Möglichkeiten zur Aussaat bieten. Und Gott sei Dank ist dieser Sämann so: Wenn er zu viel über geplante Investitionen, kalkulierte Streuverluste und Ähnliches nachgedacht hätte, dann hätten wir vielleicht Gottes Wort nie gehört. Nun müssen wir aufpassen, dass die mächtigen Sorgen dieser Welt, all das Elend vor unseren Augen und die Mühe des eigenen Fortkommens uns nicht erdrücken. Der Sämann hat in uns investiert!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


14. Sonntag im Jahreskreis – 04./05.07.2020

Eingereicht von MK am 03. Jul 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 11,25-30. „Komm“ ist ein zentrales Wort in der Bibel. Dementsprechend auch „Kommt“.
Nicht nur ich alleine bin von Gott eingeladen, zu ihm zu kommen, wir alle. Gott kommt auf uns Menschen zu. Das ist seine Grundbewegung der Menschwerdung, dass er immer wieder und auf vielerlei Weise in diese Welt, in dieses Leben kommt.
Im Sonntagsevangelium ist es aber nicht nur Gott, der kommt, sondern er dreht gleichsam die Blickrichtung um. Er lädt uns ein, zu ihm zu kommen und alles, was schwer in den Händen und auf dem Herzen liegt, mitzubringen.
Dieses Kommen ist eine Grundbewegung des Glaubens: Ich raffe mich aus meiner Selbstbezogenheit und meinem Selbstmitleid auf und wende mich Gott zu.
Ich vertraue mich und das, was mir das Leben schwer macht, Gott an. Auch wenn ich noch nicht weiß, was Gott damit machen wird oder was sich dadurch ändern wird.
Aber Jesus verspricht, was er schenken wird: Ruhe für die Seele, also Frieden. Indem ich aus meinen (vielleicht allzu) kleinen Kreisen heraustrete, mich Gott zuwende und mich auf sein „Komm“ einlasse, wandelt, verwandelt sich etwas, und ich finde Frieden.
Eine gute Disposition, um bei Gott zu sein und gleichzeitig wieder in meinem Leben weiterzugehen

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


13. Sonntag im Jahreskreis – 27./28.06.2020

Eingereicht von MK am 26. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 10,37-42
Das ist Klartext, der klarer nicht geht. Nichts trübt den Sinn der Worte Jesu. Es ist nicht erlaubt, an den Worten zu drechseln und zu meinen: So oder so, habe er das nicht gemeint, könne er es nicht gemeint haben.
Gewiss spricht Jesus oft in Bildern und Gleichnissen. Aber eben nicht immer. Bisweilen redet er Klartext. Zum Beispiel in diesen Versen. Sie bieten meinem Glauben kein Schlupfloch und keine Hintertür. Dafür bieten sie etwas Überraschendes: Lohn.
Wer mich liebt, liebt mich mehr als andere. Das ist der eine klare Satz Jesu. Daran gibt es nichts zu rütteln. Falls wir in die schwierige Lage kommen – was Gott verhüten möge – zwischen unseren Liebsten und Jesus wählen zu müssen, wissen wir, was wir zu tun haben.
Wir haben keine Wahl, steht hier. Und ist auch so gemeint. Die Wahl ist schon entschieden, sagt der Glaube. Und dann sagt er noch einen zweiten Satz, der hier unerbittliche Jesus: Es wird dir gelohnt, was du in meinem Namen tust und wen du in meinem Namen aufnimmst. Du tust es nicht für nichts – du tust es für Gotteslohn.
Was immer das dann ist, steht nicht in unserer Macht. Es wird aber mächtig sein. Wir brauchen nicht zu rechnen oder Wünsche zu haben. Gott allein weiß, wann und wie er lohnt. Wir wissen aber auch etwas: dass er lohnt. Dieser Klartext ist für uns. Und schmeichelt uns.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. Sonntag im Jahreskreis – 20./21.06.2020

Eingereicht von MK am 19. Jun 2020 - 18:18 Uhr

Matthäus 10,26-33
Diese Jesussätze tun weh. Das müssen wir zulassen, dürfen mit nichts Tröstlichem darüber hinwegreden. Manchmal beginnt der Trost damit, dass man keinen weiß und das Untröstliche aushält. Die Nacht muss Nacht bleiben, bevor es tagen kann. Das Unschöne verschwindet nicht, indem man es schönredet.
Die Sätze Jesu sind eine Provokation, obwohl sie das nicht sein wollen. Die Provokation liegt darin, dass wir solche Gedanken nicht mögen. Dass wir Jesus anders kennen: liebevoll, gütig, mit Worten und Händen streichelnd. Das tut er auch.
Hier aber nicht. Hier ist seine Wahrheit nackt. Und heißt: Es tut weh, zu glauben und den Glauben zu leben. Man eckt an, man leidet, man provoziert vielleicht. Das alles nicht um unsertwillen, sondern um Gottes willen.
Im schlimmsten Fall entzweit man sogar seine Familie, wenn es ernst wird. Und das war es auch schon in den Diktaturen, wenn einer sich bekannte und eine andere das nicht wollte. Man wünscht das niemandem, auch sich nicht.
Aber es gibt den Ernst des Glaubens. Manchmal müssen wir glauben, was wir einst meinten, glauben zu können. Gott bleibt bei allem, was wir von ihm wissen, immer auch Geheimnis. Selbst für Jesus war das so. Es half ihm dann nur eins: Sich betend ihm in die Arme zu werfen und zu sagen: Dein Wille geschehe. Beten wir heute, dass wir es können, wenn es so weit ist.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


11. Sonntag im Jahreskreis – 13./14.06.2020

Eingereicht von MK am 12. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Matthäus 9,36 – 10,8 - Nach der Betrachtung des Evangeliums, meinte jemand: „Ich kann mir vorstellen, dass die zwölf Jünger überrascht auf ihre Aussendung reagiert haben: Einfache Menschen – auf einmal ausge-stattet mit der Vollmacht und der Fähigkeit, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben, selbst Tote zu er-wecken.“
Doch sie zogen dennoch los – und machten die Er-fahrung, dass sie das, was Jesus ihnen zutraut, wirklich können.
Auch wir als Christen sind heute aufgerufen, den Glauben zu verkünden. Reagieren wir ähnlich über-rascht? Ist das nicht die Aufgabe für Profis? Hat Mission nicht generell etwas Anrüchiges?
Mission bedeutet doch nichts anderes, als von dem zu erzählen, was mir wichtig ist im Leben und von meinen Erfahrungen mit Gott zu berichten.
Von der Freude und von der Geborgenheit, die mir der Glaube schenkt. Von meiner Hoffnung auf das Reich Gottes, von der Wahrheit, an die ich glaube.
Das kann frohe Botschaft sein für Menschen, die an Leib und Seele erkrankt sind; für Menschen, die sich innerlich wie tot fühlen; für Menschen, die die Orientierung verloren haben.
Das kostet Überwindung; viele möchten das nicht – und deshalb gilt auch immer noch der Satz Jesu: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Schade.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dreifaltigkeitssonntag – 06./07.06.2020

Eingereicht von MK am 05. Jun 2020 - 05:00 Uhr

Johannes 3,16-18
Literaturnobelpreisträger Bob Dylan weiß es in einem Song: „You‘ve got to serve somebody“. Du musst jemandem dienen, sei es der Teufel oder Gott.
Wir Menschen sind auf Größeres hin gemacht. Unsere Aufgabe ist die Hingabe. Weil es auch das Wesen Gottes ist, sich hinzugeben.
Unsere Bestimmung ist es, zu dienen und zu einem lebenswerten Leben für alle unseren Beitrag zu leisten und dann zu feiern, wenn das gelingt.
Wir müssen keine großen Helden oder Weltveränderer sein. Wir sind jedoch gerufen, mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt zu gehen und jede Minute den Ruf des Lebens im Kleinen, in den besonderen Momenten, in der Not und im Glück der anderen zu sehen und da zu sein.
Wir sind geschaffen auf etwas Größeres hin. Wer sich im Vordergründigen aufhält, wer sich selbst zum Maßstab macht, der verkommt in seinem armseligen Kreisen um sich selbst. Er ist gefangen, sein kleines Ego immer mehr aufzublähen und verkommt in seinen materiellen Süchten. Er richtet sich selbst zugrunde.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sich selbst in seinem Sohn hingab. Wer an den Namen des Sohnes Gottes glaubt und sich hingibt, wird nicht gerichtet. Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 30./31.05.2020

Eingereicht von MK am 29. Mai 2020 - 12:59 Uhr

Johannes 20,19-23 - Feuerzungen oder ein gewaltiger Sturm – die Apostelgeschichte stellt uns das Kommen des Heiligen Geistes wie ein mächtiges Ereignis vor.
Dagegen fällt das Evangelium richtig ab. Da wird Ostern erzählt, die erste Begegnung des Auferstandenen mit seinen Freunden. Und was hat er für sie, um sie aus ihrer Wagenburg zu locken? Ein zartes Anpusten! Und das erste Wort, das er spricht, lautet: Friede!
Damit ist mehr gemeint als nur keine Gewalt. Der uralte Friedenswunsch hat die grundsätzliche Lebenszufriedenheit des Menschen im Sinn. Solchen Frieden soll der Mensch in seinem Leben finden.
Jesus wünscht den unzufriedenen Jüngern ihr Lebensheil. Wessen Leben heil ist, der ist zufrieden. Der österliche Jesus macht ein Angebot: Ich schenke euch den Frieden. Wer mir vertraut, wird zufriedener leben.
Ein Hauch ist der Schlüssel. Hinter dem Atemzug Jesu verbirgt sich der Heilige Geist und in diesem zarten Hauch steckt die ganze Macht Gottes.
Wie in den ersten Tagen der Schöpfung bläst der Schöpfer allem sein Leben ein. Seit diesem ersten Atmen Gottes sind wir Beseelte. Der Auferstandene beatmet uns wieder, er schenkt einen neuen Anfang, einen frischen „ersten Tag“.
Aus dem Chaos des Todes entsteht Leben für alle. Wenn die Jünger – wir! – dieses zärtliche Anhauchen Gottes weitergeben, wird das kein beeindruckendes Schauspiel sein. Schlagzeilen wird es nicht machen. Aber manchem einen neuen Anfang schenken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. und 7. Sonntag der Osterzeit – 16./17.05.2020 und 23./24.05.2020

Eingereicht von markus am 16. Mai 2020 - 21:10 Uhr

Johannes 14,15-21
„Geh nicht weg!“ Kleine Kinder können in Verzweiflung versinken, wenn der vertraute, starke Partner – Eltern, die Oma oder geliebte Erzieher – sie verlassen.
Je hilfloser und ängstlicher die Zurückgelassenen sind, desto bitterer ist es, sagen zu müssen: „Ich muss aber fort!“ Jesus weiß das. Und verspricht einen anderen Beistand: Wo er nicht mehr selbst stützen, trösten, ermutigen kann, wird ein Ersatz kommen, einer von seinem Geist.
„Paraklet“ nennt ihn das Johannes-Evangelium; man kann dieses griechische Wort auch mit „Weggefährte“ übersetzen. Der Heilige Geist ist nicht nur da, wenn es hart auf hart kommt, wie ein Beistand bei Gericht.
Er bleibt in allen Nöten an unserer Seite. Egal, ob wir auf unserem Weg durch diese Zeit nur leicht stolpern oder sogar schwer stürzen und nicht mehr aufstehen können: Er ist da, ist Stütze und Schrittmacher, schenkt Weitblick und verleiht Flügel.
Ohne den Hl. Geist könnten wir nicht Christen – Christi Leute – werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag der Osterzeit – 09./10.05.2020

Eingereicht von markus am 09. Mai 2020 - 08:57 Uhr

Johannes 14,1-12 – Der 5. Sonntag der Osterzeit führt uns zum Gründonnerstag zurück. Denn das Evangelium ist aus dem Gebetszyklus entnommen, den der Evangelist Johannes zwischen die Berichte vom Abschiedsmahl und den Geschehnissen im Garten von Gethsemane eingefügt hat.
Jesus verabschiedet sich von den Aposteln und gibt ihnen unmittelbar vor seiner Passion und seinem Tod am Kreuz, entscheidende Mahnungen mit auf den Weg. "Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!"
Jesus kennt die innere Not, den Kelch des Leids zu trinken. Und er reicht uns die Hand – nein, seinen Leib und sein Blut in Brot und Wein. Er wird so für alle, die ihm sein Zeugnis abnehmen, zum Weg, auch wo es nach irdischem Ermessen zu Ende ist.
Wahrheit, an die wir ohne ihn nicht glauben mögen, weil Gott uns zu fern und unbegreiflich ist; Leben, das immerwährend aus göttlichem Reich-tum hervorströmt. Er bereitet uns einen Platz, eine ewige Heimat im Haus des Himmlischen Vaters, dem Ursprung und Ziel des Lebens.
Glauben - Bekennen - Handeln: An diesen Zusammenhang will uns die Liturgie erinnern, wenn sie uns zum Gründonnerstag zurückführt, mitten in der Osterzeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag der Osterzeit – 02./03.05.2020

Eingereicht von markus am 01. Mai 2020 - 05:00 Uhr

Johannes 10,1-10 - Es ist das Evangelium vom Guten Hirten. Obwohl die Selbstbezeichnung Jesu als Guter Hirte im heutigen Evangelium noch nicht vorkommt. Heute nennt sich Jesus die „Tür“. Eine merkwürdige Bezeichnung, und davor ist auch noch vom Türhüter die Rede.
Türhüter oder Türsteher gibt es heutzutage noch in ele-ganten, elitären Bars und Clubs, in denen man unter sich bleiben will. Diese passen genau auf und wählen aus, wer Gast sein und wer da ein- und ausgehen darf.
Jesus ist nicht elegant und elitär, nicht sorgfältig aus-wählend, wer an ihn heran darf und wer nicht. Jesus gebraucht für sich selbst das Bild einer Tür, eines Zugangs, einer Eintrittsmöglichkeit, einer Chance zum Nahekommen.
Wohin eigentlich schafft er uns den Zugang? Da sind uns wunderbare Dinge verheißen: „Wer durch mich – durch die Tür – hineingeht“, wird von aller Unfreiheit gerettet sein, wird sich in Freiheit hinein- und hinausbewegen können, wird Weide, d.h. einen guten Lebensort und Nahrung für Leib und Seele finden, wird gutes, volles, reiches Leben haben.
Jesus ist der Zugang zum Leben in Fülle, zur Freiheit, zum Leben mit ihm, zum Glück. Was für ein Glück, an einen solchen Gott glauben zu können.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag der Osterzeit – 25./26.04.2020

Eingereicht von markus am 23. Apr 2020 - 18:03 Uhr

Lukas 24,13-35 - Zwei Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Das ist kein Osterspaziergang. Sechzig Stadien ist die Entfernung zwischen der großen Stadt und dem kleinen Dorf, rund elf Kilometer.
Sie sind gegen Mittag, am frühen Nachmittag aufge-brochen, wenn es am heißesten ist. Wahrlich kein gemütlicher Osterspaziergang, vielmehr erscheint es wie eine Flucht. Eine Flucht vor dem, was geschehen ist. Vielleicht auch eine Flucht vor den beunruhigenden Nachrichten der Frauen. Dass das Grab leer ist und Jesus auferstanden sein soll. Das kann doch nicht sein. Tot ist tot, und je schneller man das akzeptiert, desto eher kann auch wichtige Trauerarbeit beginnen.
Vielleicht ist es auch ein Rückweg, ein Heimweg in ein früheres Leben. Rückzug in den Alltag. Doch dieser Rückzug funktioniert nicht. Zurück auf Null – das geht nicht so einfach. Ihr Weg ist letzten Endes ein Irrweg, führt ins Nichts.
Es passt dazu, dass die Forschung den antiken Ort Emmaus heute nicht mit Sicherheit lokalisieren kann. Auf diesem Irrweg, der ja auch ein gedanklicher Irrweg ist – denn die beiden Jünger reden zwar viel, verstehen aber wenig – auf diesem Irrweg begegnet ihnen Jesus.
Er ist den Jüngern hinterhergegangen, auf die beiden kam es ihm an; ein tröstlicher Gedanke, wenn wir selbst einmal auf einem Holzweg sein sollten. Jesus geht ihnen nach und erklärt ihnen die Schrift und öffnet ihnen beim Brotbrechen die Augen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Page 1 / 20 (1 - 25 of 492 Insgesamt) Next Page Last Page