Newsbeiträge » Sonntagswort

3. Sonntag im Jahreskreis – 22./23.01.2022

Eingereicht von MK am 21. Jan 2022 - 05:00 Uhr

Lukas 1,1-4; 4,14-21 - Auch schon vor Lukas haben sich Menschen bemüht, etwas von dem, was sie mit Jesus erlebt und begriffen haben, aufzuschreiben, festzuhalten, weiterzugeben.

Lukas steht in einer Tradition von glaubenden Menschen, die vielleicht Jesus noch persönlich gekannt haben; Menschen, die bemerkt haben, dass das Reich Gottes trotz aller Verheißungen nicht unmittelbar vor der Tür steht und dass sich vieles von dem, was Jesus erwähnt hat, noch nicht erfüllt hat. Und sie haben erkannt, dass es wert ist, zusammenzutragen, „was sich unter uns ereignet und erfüllt hat“.

Lukas war nicht nur nicht der Erste, sondern er war auch nicht allein: Er hatte seine Gemeinde oder Gemeinschaft um sich, Verbündete und Weggefährten und -gefährtinnen, mit denen er darum gerungen hat, Jesus und seine Botschaft immer mehr zu verstehen, zu erkennen, zu lieben, und zwar nicht nur in der Vergangenheit, sondern im jeweiligen Heute. Deshalb konnte er später sagen: „Heute hat es sich erfüllt.“ Das ist ein Bild für Kirche: Mit anderen reflektieren, erinnern, um Gott und um das Leben ringen. Damit Gottes Botschaft und Kraft heute lebt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams


2. Sonntag im Jahreskreis – 15./16.01.2022

Eingereicht von MK am 14. Jan 2022 - 09:34 Uhr

Johannes 2,1-11 Fragt man zum Beispiel Firmlinge nach dem ersten Wunder Jesu, wird einiges genannt, das Wein wunder auf der Hochzeit von Kana ist sehr selten darunter. Und wenn man es ihnen dann sagt, dass Jesus für sein erstes Wunder nichts wichtiger war, als auf einer feucht-fröhlichen Hochzeit Wasser in Wein zu verwandeln, damit das Fest nicht vorzeitig zu Ende ist, dann wollen sie es nicht so recht glauben.

Anscheinend hat Jesus zunächst ähnlich reagiert. Als ihn seine Mutter auf den zur Neige gehenden Wein hinweist, weist er sie zurück: Meine Stunde ist noch nicht gekommen – und greift dann den noch ein. Woher der Sinneswandel?

Man kann natürlich nur spekulieren. Aber viel leicht hat ihn das überquellende Vertrauen seiner Mutter – Was er euch sagt, das tut! – die über bordende Fülle des Glaubens vor Augen geführt. Glaube ist Fülle, die kein Ende kennt: Fülle an Vertrauen, an Liebe, an Freude. Glaube ist ein Fest, das nicht aufhört. Und deshalb ist das Weinwunder von Kana auch ein passendes Wunder für den Beginn von Jesu Wirken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteams

 


Taufe des Herrn – 08./09.01.2022

Eingereicht von MK am 07. Jan 2022 - 05:00 Uhr

Lukas 3,15-16.21-22
Nach Weihnachten ist Jesus schnell erwachsen. Schon steht er am Jordan. Voller Absicht geht er zu Johannes dem Täufer, mit dem er ja weitläufig verwandt ist.

Also weiß Jesus, was ihn erwartet: Einer, der es ernst meint mit dem Glauben. Zum Glauben gehört auch der Ernst, der Verzicht, das Teilen – und die Freude daran. Das wissen Johannes und Jesus. So treffen sie sich am Jordan. Johannes wird gewartet haben, Jesus weiß, was ihn erwartet: der Ernst des Glaubens, aus dem die Freude kommt.

Was Jesus vielleicht nicht erwartet hat, geschieht auch: im heiligen Ernst am Jordan ist Gott – wie in jedem heiligen Ernst. Der Himmel öffnet sich, der Heilige Geist zeigt sich als Taube und eine Stimme spricht: Du, Jesus, bist mein geliebter Sohn.

Nun wissen es alle, die Taufe durch Johannes zeigt es. Dieser Mensch ist der Sohn des einzigen Gottes, des Schöpfers und Richters der Welt. Dieser Mensch, Jesus, verkörpert Gott.

Johannes wusste es, Jesus weiß es jetzt, die Welt wird es in den nächsten Jahren erfahren. Jesus verkörpert Gott und dessen Willen. Wo Jesus spricht, berührt, liebt, ist Gott. Und Gottes heiliger Ernst. Ohne Ernst kein Glaube. Und ohne Glaubensernst keine Freude am Leben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Seelsorgeteam


Vierter Advent - Weihnachten - Silvester - Neujahr – 2021 / 2022

Eingereicht von MK am 21. Dez 2021 - 10:20 Uhr

Lukas 1,39-45
Der Evangelist Lukas liebt kleine Leute. Liebevoll und sehr ausführlich erzählt er als Einziger eine von vielem umrankte Geburtsgeschichte Jesu. Sogar von einem Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth erzählt er. Aber nicht um des Erzählens willen. Er hat einen Auftrag, den er sich selbst gestellt hat und den er erfüllen will.
Hier wird kein neuer Prophet erwartet, sondern das Heil der Welt. Auch Maria weiß das nun. Bei der Nachricht des Engels hatte sie noch gezögert. Aber Elisabeths Worte machen sie gewiss: Ich, Maria, trage das Heil der Welt in mir, den Heiland.
Es geht also ums Ganze, wenn Lukas ausführlich erzählt und auf manche Kleinigkeit Wert legt. Es geht Lukas darum, dass bald der zur Welt kommen wird, der keinen Stein des Denkens mehr auf dem anderen lässt. Der Heiland, der die Schwachen erhebt, den Mächtigen entgegentritt und die Hungrigen sättigt. Auf immer die gleiche Weise macht er das: mit seiner Liebe.
Eine Weise, die tatsächlich nie einen Stein des Denkens auf dem anderen belässt. Wo der Heiland hinkommt, zieht Liebe ein. Sie macht nicht reicher und nicht gesünder, sie stillt aber den schlimmsten Hunger. Nämlich den, sich nicht geliebt zu fühlen, nicht anerkannt zu werden. Jesus, der Heiland, beendet diese Scham und sagt uns: Du, Mensch, bist mir alles wert. Nun lebe so. Geachtet und geliebt!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Lukas 3,10-18

Eingereicht von MK am 09. Dez 2021 - 21:12 Uhr

Ernste Worte hineingesprochen in unseren Advent, den wir doch eigentlich gemütlich mit duftenden Plätzchen und dampfendem Glühwein verbringen wollen.
Mit Johannes wird es jetzt nicht behaglich, sondern knallhart: Ändert euer Leben!
Hört auf, euch zu bereichern auf Kosten der Armen! Verzichtet auf gnadenlose Machtausübung gegenüber denen, die nicht so schnell, so klug, so erfolgreich sind wie ihr! Teilt, denn ihr habt mehr, als ihr braucht.
Starker Tobak, schon damals. Aber die Zuhörer waren trotzdem voll Hoffnung und Erwartung. Sie waren es, die zu Johannes gekommen waren, um ihn zu fragen: Was sollen wir also tun?
Johannes‘ Antwort geht weit über diese Frage hinaus: Alles würde sich ändern, wenn – Johannes sagt es über-deutlich – wenn auch sie sich ändern.
Das Reich Gottes kommt vom Himmel, aber es fällt nicht vom Himmel. Unser Engagement ist gefragt: Anpacken statt Füße hoch!
Das soll uns nicht in Stress bringen in dieser so hektischen Zeit, sondern frei machen für das Wesentliche.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag –04./05.12.2021

Eingereicht von MK am 03. Dez 2021 - 00:39 Uhr

Lukas 3,1-6 Das heutige Evangelium beginnt mit einer trockenen Aufzählung von Herrschern. Das Evangelium, die Menschen, ihre Botschaft, die Umstände, das alles ereignet sich nicht im luftleeren Raum, sondern in sehr konkreten geschichtlichen bzw. politischen Gegebenheiten.
Daher ist eine solche Darstellung keine „unschuldige“ Angelegenheit, sondern die Frohe Botschaft hat immer mit den konkreten Umständen der jeweiligen Zeit zu tun. Das war damals so, und das ist heute so.
Diese Einleitung kann uns erinnern an den Titel der Pastoralkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils. Der deutsche Name dieser 1965 verabschiedeten Konstitution ist „Kirche in der Welt von heute“.
„In der Welt“, also mittendrin, nicht in irgendeiner Sonderwelt, sondern mittendrin, in schönen und in schwierigen Umständen. Und dann „von heute“.
Die Konzilsväter wussten, dass das „Heute“ nicht mit 1965 beendet sein würde, sondern weiter mitgehen wird als ein immer neues „Heute“. Mitten in eine solche Welt und in ein solches Heute ist Johannes der Täufer gekommen.
Ihm geht es um das Bereiten der Wege für Gott und um das Sehen, das Erkennen des Heils. Auch heute gibt es noch solche Johannesgestalten und noch heute geht es um das Heil, das von Gott kommt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag –27./28.11.2021

Eingereicht von MK am 26. Nov 2021 - 05:00 Uhr

Lukas 21,25-28.34-36 Wenn ich nur um mich selbst kreise, sehe ich nur mich. Wenn ich nur auf die Erde blicke, sehe ich nur Irdisches. Nur dann, und wirklich nur dann, werden mich die Schrecken der Endzeit – die in vielem ja identisch sind mit aktuellen Problemen und Katastrophen – ängstigen und in Panik versetzen.
Anders, wenn ich mich gerade dann, wenn alles niederdrückt, aufrichte, das Haupt erhebe und nach oben schaue.
Einfacher gesagt, als getan. Denn dass ich mir selbst nahe bin, ist nur natürlich. Und dass das, was um mich herum ist, das Irdische, mein Leben prägt, ist es auch.
Doch ich selbst und das Irdische sind vergänglich und können deshalb nicht letzter Maßstab sein. Doch wie kann ich das – mich nicht um mich ängstigen und mich nicht ängstigen lassen von allem Schrecklichen, das passiert?
Ein Perspektivwechsel ist notwendig. Von mir wegschauen. Das klingt paradox. Wie soll ich mich nicht um mich sorgen, wenn ich mich nicht um mich sorge? Ich darf mir selbst wichtig sein, aber nicht wichtiger als Gott, dem ich sehr wichtig bin.
Und ein Perspektivwechsel ist Not-wendig. Auf das Irdische schauen mit Gottes Augen – so gut ich es kann.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigsfest –20./21.11.2021

Eingereicht von MK am 19. Nov 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 18,33b-37
„Wie wird man eigentlich König?“, fragte ein kleiner Sohn seinen Vater. „Man ist der Sohn eines Königs“, erkläre der Vater. „Ja, aber ganz am Anfang?“, fragte der Sohn weiter. „Ganz ursprünglich wurde wohl der Klügste oder der Geschickteste ausgesucht – oder der Stärkste, der sich am besten wehren konnte gegen alle, die ihm die Macht wieder wegnehmen wollten. Der wurde Chef. Und dann später eben König, “ antwortete der Vater.
Der König, der heute im Mittelpunkt des Festes steht, ist eine ziemlich armselige Gestalt. Gefangen, verleumdet, einer, mit dem seine eigenen Leute nichts mehr zu tun haben wollen. Und es dauert lange, bis sie seinen schmachvollen Tod am Kreuz als „Erhöhung“ erkennen können.
Das Fest „Christus als König“ entstand in einer Zeit, in der Oben und Unten klar festgelegt waren. „Die da oben“ hatten alle Privilegien, „die von unten“ kämpften um die Anerkennung ihrer Würde. Dass Leitung Verantwortung bedeutet und einer, der Chef sein will, von sich selbst mehr fordern muss als von allen anderen, ist eine neue Erkenntnis der Unternehmensführung.
Jesus hat von Anfang an so gehandelt. Er ist ein sperriges Vorbild für alle, die Chef sind und Macht ausüben wollen. Nicht kleinhalten, sondern stark machen, nicht wegbeißen, sondern einladen – so lautet die Philosophie des Unternehmens Christentum. Der Chef an der Spitze, der Christkönig, hat es vorgemacht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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33. Sonntag im Jahreskreis –13./14.11.2021

Eingereicht von MK am 12. Nov 2021 - 15:09 Uhr

Markus 13,24-32 Was hat noch Bestand? Diese Frage drängt sich immer wieder auf. Was lange als sicher und beständig galt, ist ins Wanken geraten: gerade in der nationalen und internationalen Politik. Die Worte des Sonntagsevangeliums bieten da zunächst wenig Trost: Himmel und Erde werden vergehen.
Was hat dann noch Bestand?

Eine Frage, die sich auch im privaten Leben stellen kann. Auch im Kleinen können Gewissheiten zerbrechen; der Rahmen, in dem ich mein Leben eingerichtet habe, auseinanderbrechen. Bis hinein in die größte Privatheit: Mein Bild von mir selbst – sorgsam gehegt – kann Risse bekommen und sich als nicht so tragfähig erweisen, wie gedacht und gehofft.
Was hat noch Bestand?

Jesus verspricht uns, dass, wenn alles vergeht, seine Worte nicht vergehen. Ist das eine tragfähige Basis oder sind Worte nicht allzu oft Schall und Rauch?
Diese Frage verlangt eine persönliche Antwort: Ja, Worte Jesu sind ein Fundament, auf dem ich leben kann: Trost in der Trauer, Mut in der Ängstlichkeit, Kraft in der Schwäche, Heimat in der Verlorenheit, Orientierung in der Verirrung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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32. Sonntag im Jahreskreis –06./07.11.2021

Eingereicht von MK am 05. Nov 2021 - 14:01 Uhr

Markus 12,38-44
„Diese Witwe hat alles in den Opferstock gegeben, was sie hatte. Die anderen aber haben nur von ihrem Überfluss gegeben.“
Wir müssen nicht unser ganzes Geld geben. Aber mit dem, was wir geben, müssen wir unsere ganze Liebe geben. Sonst ist unsere Gabe ein herablassendes Almosen.
Wenn du mich brauchst, bin ich ganz für dich da. Nicht nur für fünf Minuten, die ich gerade übrig habe.
Wenn ich meine Arbeit sinnvoll machen will, dann bin ich ganz dabei. Nicht mit den Gedanken abwesend.
Wenn ich spiele, gebe ich mich ganz dem Spiel hin und bin nicht schon gedanklich beim nächsten Termin.
Wenn ich lache, bin ich ganz im Lachen und wenn ich traurig bin, bin ich ganz in der Trauer.
Das Leben erfordert den ganzen Menschen, den ganzen Einsatz. Wir verpassen das Leben, wenn wir heute die Hälfte unserer Kraft, unserer Leidenschaft, unserer Liebe zurückhalten, damit wir morgen noch etwas übrig haben. Wir verpassen die Liebe, wenn wir nicht mit dem ganzen Menschen, mit dem ganzen Herzen dabei sind.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis –30./31.10.2021

Eingereicht von MK am 29. Okt 2021 - 05:00 Uhr

Markus 12,28b-34
Hier wird die Frage nach dem Reich Gottes beantwortet. Ein Schriftgelehrter will von Jesus das „Erste“ von allen Geboten wissen.
Vielleicht ist er vieler kleiner Gebote und Vorschriften überdrüssig und braucht einen eindeutigen Halt. Viel-leicht hat der jüdische Schriftgelehrte auch beim jüdischen Jesus gemerkt, dass dieser etwas Besonderes ist; sich nicht nur gut auskennt, sondern auch von aufrichtiger Frömmigkeit ist.
Auf jeden Fall bekommt er die Antwort, auf die er wohl gehofft hatte: Gott ehren und den Nächsten lieben, das ist das Reich Gottes.
Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt, aber in dieser Welt. Es ist da, wo Menschen über die Welt und ihre Regeln hinausgehen, sozusagen nach den Sternen greifen: in der Anbetung Gottes – nicht ihrer selbst; und in der Liebe zu anderen – nicht nur zu sich selbst.
Wer sich überschreitet, gelangt in den Bereich Gottes. In ihm gelten weniger Gesetze oder Vorschriften, dafür aber eine besondere Achtsamkeit: andere haben den gleichen Wert. Sie sind nicht schlechter oder besser, sondern nur anders. Und wo Menschen wertvoll sind, ist Gottes Reich nicht fern.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


29./30. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.10.2021 / 23./24.10.2021

Eingereicht von MK am 17. Okt 2021 - 22:51 Uhr

Markus 10,35-45
Das Leben ist ein Risiko. Auch wenn ich mich noch so sehr für eine gute Sache einsetze, auch wenn ich mich noch so sehr einem Menschen verpflichte – es bleibt ein Risiko.
Keine Lebensversicherung dieser Welt, kein Garantieschein ermöglicht mir, ganz genau zu wissen, wo alles hinführt. Selbstverständlich braucht vieles im Leben eine gute Planung und die Klugheit, Auswirkungen abzuschätzen, um gezielt Schritte setzen zu können und in die Zukunft nicht nur irgendwie hineinzustolpern.
Aber das, was uns Menschen am nächsten, vielleicht sogar am heiligsten ist, ist nicht kalkulierbar: Liebe und Freundschaft, Herzblut und Leidenschaft, Zugehörigkeit und Sicherheit, Sinn und Glück unseres Lebens. Alles das, was mit den alten Worten „Dienen“ und „Hingabe“ zu tun hat.
Jesus widersetzt sich dem Genau-wissen-wollen, und er löst damit bei seinen Jüngern einiges aus: Die einen werden sehr still und sind vermutlich enttäuscht, die anderen sind verärgert über den Übereifer ihrer Freunde.
Jesus plädiert für „Dienen“ – für die Bereitschaft, sich nicht ängstlich über sich selbst Sorgen zu machen; für das Wissen, dass das Leben ein Risiko ist; für die Freiheit, keine Angst vor Ausgenützt- und Übersehen werden zu haben. Was sonst könnte der Hinweis auf das Sklave-sein bedeuten? Jesus lädt zum Dienen und zur Hingabe ein.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28. Sonntag im Jahreskreis –09./10.10.2021

Eingereicht von MK am 08. Okt 2021 - 09:22 Uhr

Markus 10,17-30
Diese Erzählung ist ein Wunder. Nicht weniger. Sie hat eine schöne Schale und einen noch schöneren Kern. Die Schale ist das Reichsein und dennoch Sehnsucht, der Kern ist das Liebhaben und baldige Wiederkommen.
Der junge, reiche Mann und seine Sehnsucht werden die Oberhand behalten, so dürfen wir hoffen. Er wird jetzt den Weg Jesu verfolgen, aus einem gewissen Abstand. Er wird bald das eine oder andere seines Besitzes weggeben. Und nach ein paar Wochen wird er wieder bei Jesus sein und wieder fragen: Was kann ich noch tun für mein ewiges Leben?
Er wird es tun um der Umarmung willen, die er von Jesus erfuhr. Jesus verspottet ihn nicht, Jesus lästert nicht, Jesus zürnt ihm nicht – nein, er umarmt ihn. Weil Jesus ahnt, wie schwer es ist, sich von Besitz zu trennen und alleine Gott zu vertrauen.
Schwer ist es dann, wenn man den Besitz immer hatte, ein Leben lang, und soll ihn auf einmal weggeben. Leichter ist es, wie bei Jesus, wenn man lange nichts hat. Wer dann etwas dazu erhält, trennt sich auch leichter. Leichter als der junge Mann mit seiner Sehnsucht. Weil sie echt ist, wird sie obsiegen über seinen Reichtum.
Vielleicht steht er eines Tages auch mit nichts vor Jesus. Und sagt nur: Hier bin ich. Dann wird Jesus ihn gar nicht mehr entlassen aus seinen Armen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


27. Sonntag im Jahreskreis –02./03.10.2021

Eingereicht von MK am 01. Okt 2021 - 16:33 Uhr

Markus 10,2-16
Manche Bibeltexte sind Kampfmittel im ideologischen Krieg. In der Debatte, ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion gehen dürfen, darf diese Bibelstelle nicht fehlen.
Herausgefordert von den Frommen seiner Zeit, stellt sich Jesus entschieden auf die Seite der Schwachen. Das sind in der damaligen Gesellschaft die Ehefrauen: Der Mann kann gehen, wenn er einen Scheidebrief übergibt. Was die Frau will, ist vom Gesetz her uninteressant. Immerhin gibt der Scheidebrief ihr eine Überlebenschance in einer neuen Ehe. Jesus sagt klar: Damit wollte Mose Schlimmeres verhindern. Aber er erinnert auch an das ursprünglich Gewollte: Bei einer Ehe ist Gott im Spiel! Und Gott will nicht, dass der Stärkere macht, was er will, und die Schwächere stumm schluckt. Sie sind ein Fleisch, haben also eine enge Verbindung, die tragen soll über die erste Verliebtheit und erotische Attraktivität hinaus. Aber eine Anweisung für Beziehungen, die hoffnungslos zerrüttet sind, die Leib und Seele gefährden, gibt Jesus hier nicht. Bedenkt, dass Gott der Dritte im Bund ist – das sollten wir ernst nehmen. Auch wir Nicht-Geschiedenen.
Am Erntedanktag sollten wir auch nicht vergessen: Was wir ernten, haben wir oft nicht gesät. Und selbst wenn wir gesät haben, ist das nur der erste Schritt bis zur Ernte. Selbst wenn wir eifrig düngen und die Saat pflegen, das Wesentliche liegt nicht in unserer Hand. Die wesentlichen Dinge kommen nicht aus uns selbst, sondern auf uns zu. Denken wir daran. Danken wir dafür.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


26. Sonntag im Jahreskreis –25./26.09.2021

Eingereicht von MK am 27. Sep 2021 - 19:22 Uhr

Markus 9,38-43.45.47-48
Die Jünger sind in aufgeregter Stimmung: Jemand hat im Namen Jesu Dämonen ausgetrieben, und sie haben versucht, ihn daran zu hindern, „weil er uns nicht nachfolgt.“
Jesus bleibt ruhig und relativiert ihre Aufregung. Er rückt die Urteile seiner Freunde zurecht, die Kategorisierungen, wer sich Jünger nennen darf und wer nicht: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“
Wie wunderbar – Jesus hat keinen Exklusivitäts-anspruch, und er zieht seine Kreise weit. Er ist groß-zügig, wenn es darum geht, wer sich im Namen Gottes für das Leben einsetzen darf.
Denken wir bei dieser Stelle an Papst Johannes XXIII., der seine Enzyklika „Pacem in Terris“ an „alle Menschen guten Willens“ adressiert hat. Spätere Päpste haben es ihm nachgemacht und haben ebenfalls alle Menschen guten Willens als Partner und Partnerinnen angesprochen; alle Menschen, die sich für unsere Erde und für das Leben einsetzen.
Und schließlich kommen da noch eine Portion Humor und Übertreibung dazu: Hau die Hand und den Fuß ab, reiß dein Auge aus. Es ist ja schwer vorstellbar, dass Jesus seine Mitmenschen tatsächlich einbeinig und einhändig durchs Leben gehen sehen will.
Das Evangelium heute lehrt uns die Kunst des Humors und des Relativierens, und zugleich lehrt es uns die Kunst, gemeinsam mit anderen das Entscheidende in den Blick zu nehmen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


25. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.09.2021

Eingereicht von MK am 17. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 9,30-37
Hier sind Verse zusammengebunden, die nicht zusammengehören. Einmal kündigt Jesus geheimnisvoll sein Leiden und Sterben an.
Das Geheimnisvolle verstehen die Jünger nicht. Etwas anderes aber verstehen die Jünger prächtig, nämlich: wer der „Größte“ unter ihnen ist.
In dieser Menschenfrage sind uns die Jünger so nah wie sonst kaum. Irgendetwas, so der tiefe Sinn dieses Rangstreits, muss man doch davon haben, sich für dieses oder jenes einzusetzen, Haus und Boot zu verlassen und mit diesem Mann umherzuziehen.
Die Antwort Jesu ist so klar wie ärgerlich: Nichts hast du davon – außer: dass du es getan hast. Dienen dürfen ist schon der Lohn. Bleib ruhig Letzter und warte alles andere ab.
Oder: Bleib das Kind, das du immer warst, bist und sein wirst. Mit leeren, offenen Armen, die Gott füllt.
Da, auf einmal, passen die beiden Textstücke dann doch zusammen; in der Hochachtung des Kindlichen, Bedürftigen – in diesem vollkommenen Vertrauen, dass Gott es gut meinen wird.
So lebt Jesus, so sollen die Jünger leben: tapfer und fröhlich dienen und alles andere dem Vater im Himmel überlassen. Möge Gott uns das möglich machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.09.2021

Eingereicht von MK am 09. Sep 2021 - 23:10 Uhr

Markus 8,27-35
Schade, dass die Botschaft Jesu von der Selbstverleugnung uns so negativ präsentiert und mit ihr so viel Unheil angerichtet wurde.
Dabei wäre sie – richtig verstanden – für unsere heutige Zeit wie Wasser in der Wüste. Statt dauernd um sein eigenes kleines Ego zu kreisen und dieses permanent zu optimieren, begreifen, dass wir ein Teil von Gott sind und uns nicht aufblasen müssen.
Statt nur die eigene Gruppe für überlegen zu halten, von sich selbst absehen, sich auf die anderen einlassen und im Miteinander bereichert werden.
Statt dem Ruf nach dem starken Mann, der wieder nur das begrenzte kleine Ego verteidigt, der Ruf nach Jesus, der das Größere im Blick hatte. Der stark genug war, am Ende selbst sein eigenes Leben zu geben, um das wirkliche Leben zu gewinnen. Der zum Erlöser, zum Messias geworden ist, weil er nicht sein Ich in den Vordergrund gestellt und gerade dadurch erfahren hat, dass er viel größer ist.
Ihm nachfolgen im Wissen, dass wir Teil eines viel Größeren sind. Begreifen, dass unser wahres Selbst nur durch das Kreisen um uns selbst zerstört werden kann.
Wir werden gerade dadurch das Leben finden, dass wir den Blick nicht ständig auf uns gerichtet haben. Wir können aufhören, es ständig bringen zu müssen, weil der göttliche Ursprung in uns Lebendigkeit hervorbringt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 04./05.09.2021

Eingereicht von MK am 03. Sep 2021 - 05:00 Uhr

Markus 7,31-37
Man muss sich diesen Taubstummen als einen glücklichen Menschen vorstellen. Er hat Leute um sich herum, die hören, dass ihm einer helfen könnte. Ein Fremder zwar, ein rechtgläubiger Jude, der aber offenbar die Heiden im Gebiet der zehn Städte nicht verachtet, sondern kommt.
Seine wohlmeinenden Freunde bringen den Kranken zu Jesus – und der bringt ihn wieder weg. Die sensationsgierigen Blicke, die spitzen Bemerkungen, das Gedrängel um die beste Sicht auf das Wunder – davor will Jesus den Hilflosen bewahren.
Er nimmt sich Zeit für den, der ihn braucht, berührt seine wunden Punkte, bringt Gott in sein Leben. Ob der Geheilte dafür dankbar ist? Markus erzählt davon nichts. Viel wichtiger ist die Erkenntnis der Zuschauer: „Er hat alles gut gemacht. Er macht, dass die Tauben hören und die Stummen reden.“
Das ist die Verheißung des Propheten Jesaja für die Ankunft Gottes. So viel Hilfe und Gnade, so viel Solidarität und Gottesnähe – an diesem Tag ist alles gut. Alle gehören in die große Gemeinschaft der Kinder Gottes: die am Leben Gehinderten, die Ausgegrenzten und Verachteten, und alle, die ihr Leid wahrnehmen und sich für sie einsetzen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


16. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.07.2021

Eingereicht von MK am 06. Aug 2021 - 19:32 Uhr

Markus 6,30-34
Menschen wie Schafe ohne Hirten, das kann nicht lange gut gehen. Und wer sich ein wenig in Innenstädten oder auf großen Bahnhöfen auskennt, kann solche Menschen auch sehen.
Menschen, die aus der Welt gefallen scheinen, die auf anderen herumhacken, weil sie unzufrieden sind mit sich selbst, die verstört gleichsam im Kreis gehen, weil sie kein Ziel haben.
Die Ziele sind verschüttet unter einer Vielzahl von An-geboten. Viele leiden an einem Zuviel an Möglich-keiten. Die erreichen wir natürlich nicht alle.
Aber manchmal sind ja junge Menschen in unserer Nähe. Denen sollten wir sagen, was auch Jesus seinen Jüngern rät und sagt: Kommt etwas zur Ruhe. Lasst euch nicht verführen von den unzähligen Möglichkeiten.
Niemand kann das alles ergreifen oder gar leben. Beschränkung wäre das Zauberwort; also ruhen und darüber nachdenken, was mir wichtig ist – und was ich andererseits vernachlässigen kann.
Menge macht unruhig; Ruhe macht gewiss. Und wer dann noch ein wenig mehr Zeit in der Ruhe findet, wagt, wie Jesus, vielleicht ein kleines Gebet an Gott: Komm zu mir in der Stille, großer Gott; und mache mich gewiss. Hilf mir, nicht alles zu wollen. Schenke mir das Glück der Beschränkung.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


14./15. Sonntag im Jahreskreis – 03./04.07. u. 10./11.07.2021

Eingereicht von MK am 04. Jul 2021 - 11:52 Uhr

Markus 6,1b-6
Die Quintessenz von Jesu Auftreten in seiner Heimatstadt und der Ablehnung, die er dort erfährt, ist für mich die Warnung: Hab’ kein vorgefertigtes Bild in deinem Kopf – weder von den Menschen noch von Gott. Weil die Bewohner von Nazareth in Jesus nur den Sohn von Josef und Maria, den Zimmermann, der 30 Jahre unter ihnen gelebt hatte, sahen, erkannten sie nicht, wer er wirklich ist. Wie oft geht es mir mit Menschen, denen ich begegne, ähnlich? Ich weiß ein wenig von ihnen, ich mache mir aus dem Wenigen – bewusst oder auch unbewusst – ein Bild und erkenne vielleicht nicht ihre Fähigkeiten. Manchmal reicht schon ein Blick auf das Äußere, das Hören eines Namens oder der Klang einer Stimme – und ich beginne mit dem Einordnen. Das ist menschlich, denn ich brauche dieses Einsortieren ein Stück weit, um mit allen Eindrücken, denen ich ausgesetzt bin, zurechtzukommen. Doch ich muss dabei immer mahnend im Hinterkopf behalten: Es ist nur der erste Eindruck, du kannst dich täuschen, wahrscheinlich irrst du dich. Ähnlich geht es mir mit Gott. Je nachdem, welches Gottesbild ich in der Kindheit bekommen habe, verbinde ich damit gewisse Erwartungen an ihn – seien es positive oder negative. Wenn mir Gott dann ganz anders begegnet, erkenne ich ihn vielleicht nicht. Auch hier gilt die Mahnung: Gott ist immer unendlich mehr als dein Bild von ihm.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. /13.Sonntag im Jahreskreis – 19./20. und 26./27.06.2021

Eingereicht von MK am 18. Jun 2021 - 05:00 Uhr

Am Donnerstag dieser Woche feiern wir das Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers. Bibelwissenschaftler können in den Geschichten rund um die Geburt des Johannes viel erkennen: die Ähnlichkeiten mit Jesu Geburt, die Parallelen zu den Propheten ... Es steckt viel Theologie in der Erzählung von Lukas 1,57 - 66.
Aber auch manche Erfahrung, die Eltern kennen. Ihr Kind soll einen besonderen Namen haben, einen, der genau richtig ist – wie von einem Engel eingeflüstert. Und dann kommen die Besserwisser, die Zweifel wecken wollen: So soll der heißen? Seid ihr sicher? Elisabeth und ihr sprachlos gewordener Mann sind sich sicher: „Gott ist gnädig“ ist der richtige Name für ein Kind, das seine alten Eltern glücklich machte und später auch vor Würdenträgern aller Art furchtlos seine Sache vertrat. Dass Johannes geboren wird, ist eine Gnade – und seine Eltern wollen das verkünden. Ihr Sohn wird Großes leisten, auch darin vertrauen sie der Botschaft des Engels. Erkennen Sie sich wieder in diesen Eltern von damals? Und kommt auch in Ihrem Kind ein Schimmer jener Güte Gottes zur Welt, die Johannes mit seinem Namen verspricht? Das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer wäre ein guter Tag, sich zu erinnern: an das Glück, ein ganz besonderes Kind zu haben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


10. Sonntag im Jahreskreis – 05./06.06.2021 und 12./13.06.2021

Eingereicht von MK am 04. Jun 2021 - 15:56 Uhr

Markus 3,20-35
„Die Freunde kann man sich aussuchen, die Verwandten nicht“, ist ein bekanntes Wort, und ich höre das Seufzen über die eigene Familie.
Über die, die man sich nicht selbst gewählt hat, zu denen man aber durch Geburt gehört, und umgekehrt: Die zu einem selber gehören. Manchmal ist es ein liebevolles Seufzen, manchmal ein bitteres über Nichtverstehen und schmerzliche Fremdheit.
Vielleicht hat Jesus diese „Weisheit“ auch gekannt, denn mehrfach distanziert er sich in den Evangelien von seiner Familie.
Im heutigen Evangelium distanziert sich zunächst die Familie von ihm, oder besser gesagt: Sie schämt sich für Jesus und will ihn (mit Gewalt!) zurückholen, weil er ihrer Meinung nach verrückt ist: „Er ist von Sinnen.“ Es ist ein radikales Evangelium.
Es geht Jesus nicht darum, diese tiefe Zugehörigkeit schlechtzureden, aber er stellt sie infrage und wendet sie gleichzeitig auf eine neue Zugehörigkeit und Heimat in seinem Sinne an: „Wer ist meine Familie? Wer sind die, die wirklich und ganz zu mir gehören?“, fragt er.
Es sind die, die sich nach dem Willen Gottes ausrichten. Da stellt sich manches auf den Kopf, da geht vielleicht wirklich manches bis an die Wurzeln meiner Seele.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten /Dreifaltigkeitssonntag 22./23.05. und 29./30.05.2021

Eingereicht von MK am 20. Mai 2021 - 13:09 Uhr

Johannes 20,19-23
Wozu Jesus die Jünger mit dem Heiligen Geist „ausstattet“ und wofür er sie aussendet, ist kein „Jetzt sind wir mal alle nett zueinander“-Auftrag.
Was Jesus im Sinn hat, ist eher klare Kante: Schuld zu vergeben, ja, aber auch Vergebung zu verweigern. Das hört sich nicht schön an – und ist es auch nicht.
Nicht für die Jünger, denn ihre Verantwortung ist groß. Dazu braucht es die Fähigkeit der Unterscheidung, Klarheit und Mut: Gaben des Heiligen Geistes.
Es ist aber auch nicht schön für dich und mich: Denn es gibt auch nach Ostern keinen göttlichen Vergebungsautomatismus. Ein wenig, vielleicht auch nur ein klein wenig, liegt es auch an dir und mir: Dass ich nachdenke über mein Verhalten, dass ich es betrachte im Licht der Liebe Gottes. Fehler erkenne und benenne und versuche umzukehren.
Ich muss und kann nicht perfekt sein, aber ich kann vielleicht immer ein wenig besser werden. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes. Deshalb ist jeder Tag, an dem ich um ihn bitte, ein kleines Pfingstfest.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6./7. Sonntag der Osterzeit – 08./09 und 15./16.05.2021

Eingereicht von MK am 07. Mai 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 15,9-17
Christ sein heißt, bis ins Mark unseres Daseins zu begreifen, dass wir immer schon geliebt sind.

Ohne unser Zutun, nicht weil wir besonders gut sind, und schon gar nicht, weil wir besser als andere wären. Aus freier Entscheidung will Gott ein Gott der Menschen, ein Gott für uns sein.

Jeder Versuch, seine Liebe mit Taten oder gehaltenen Geboten verdienen zu wollen, wäre eine komplette Verdrehung der Beziehung Gottes zu uns.

Es gibt nichts zu verdienen, nur zu verstehen. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als uns in seiner Liebe festzumachen und darin zu bleiben.

Jeden Morgen, bevor wir in den Tag gehen, stellen wir uns bewusst vor Gott. In den heiligen Raum seiner Zusage: Du, Mensch, du bist mein von mir geliebter Freund. Ich habe dich erwählt, weil du in meinen Augen ein wunderbares Geschöpf bist.

Bleibe heute in meiner Liebe. Erfülle deine Bestimmung, Frucht zu bringen. Und jetzt gehe hinaus und bleibe in der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4./5. Sonntag der Osterzeit – 24./25.04. und 01./02.05.2021

Eingereicht von MK am 23. Apr 2021 - 05:00 Uhr

Johannes 10,11-18
Um ein guter Hirte zu sein, muss man die Schafe kennen, um intuitiv zu wissen, wann sie etwas brauchen.
Man muss die Natur um sie herum kennen, um zu wissen, wo Gefahr lauert, wo es Futter und Wasser gibt. Ein Hirte braucht Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für die Situation. Er muss in Beziehung sein zur Natur und zu den Schafen, die ihm anvertraut sind. Mit seiner geschulten Intuition weiß er die Zeichen zu deuten und seiner Aufgabe gerecht zu werden.
In der Schöpfungsgeschichte steht, der Mensch solle über die Schöpfung herrschen wie ein Hirte seine Herde und seine Aufgabe beherrscht. Uns ist diese Erde anvertraut mit allem, was darauf lebt. Und wir sollen Hirten sein.
Achtsam für die Zeichen und die Bedürfnisse unserer Mitwelt. In Beziehung sein zu Mensch und Natur. Wir müssen nicht wie Jesus unser Leben geben. Aber zumindest unsere Vorstellung, wir könnten gegen die Natur und gegen die sozialen und ökologischen Bedingungen herrschen, sollten wir sterben lassen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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