Newsbeiträge » Sonntagswort

3. Sonntag der Osterzeit – 29./30.04.2017

Eingereicht von markus am 28. Apr 2017 - 19:02 Uhr

Joh 21, 1-14 - Manchmal hat man schon resigniert. Manchmal ist die Hoffnung so am Boden, dass man es ohne Erwartung trotzdem noch einmal probiert. Vielleicht irgendeine Kleinigkeit dabei anders macht. Oder man sucht noch einmal dort, wo es eigentlich nichts zu finden geben kann. Einfach so, weil es ja sowieso keinen Sinn hat. Weiß der Himmel, warum.
Und das Wunder geschieht. Es geschieht etwas. Es verändert sich etwas. Wir finden etwas Entscheidendes. Irgendwie gelingt es ausgerechnet dann. Weiß der Himmel, warum.
Der Himmel wusste tatsächlich, warum. Für Gott ist es nie zu Ende. Nicht einmal, wenn alle Hoffnung gestorben ist. Und schon gar nicht durch den Tod. Wo das menschliche Denken zu Ende ist, da geht es für Gott erst richtig los. An uns liegt es, immer wieder das Unsere zu tun. Es immer wieder zu probieren. Und wenn die Hoffnung noch so klein ist.
Für Gott beginnt das Leben immer wieder neu. Er ist stärker als die Verzweiflung. Er ist über das Ende hinaus. Er macht seinen neuen Anfang. Zu seiner Zeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weißer Sonntag – 22. / 23. April 2017

Eingereicht von markus am 22. Apr 2017 - 09:13 Uhr

Joh 20,19-31 Ich glaub nur, was ich sehe!“ – „Mit diesem Gott hab’ ich keine guten Erfahrungen gemacht!“ – „In der verzweifelten Situation, in der ich gerade stecke, kriege ich nur salbungsvolle Worte zu hören.“ – „In die Kirche geh’ ich nicht mehr, ich kann Gott auch auf andere Weise finden.“
Sprüche á la Thomas. Leute wie er sterben nicht aus, sie argumentieren heute nur anders als damals. Sie sind von der Jüngergemeinde, sprich der Kirche, enttäuscht, sie wünschen sich einen Gott, der das Leid abschafft, statt sich mitten hineinzubegeben, sie argumentieren mit der Vernunft und sehnen sich vielleicht doch heimlich nach einem Wunder. Bei den Jüngern stand Thomas damals ziemlich allein da mit seiner Position: einer gegen zehn. Wir heute haben manchmal das Gefühl, es stehen zehn Zweifler gegen einen Gläubigen.
Jesus tut, was er zeit seines Lebens getan hat: Er kümmert sich um den einen. Wie der gute Hirte dem einen Schaf nachgeht, kommt er dem einen Zweifler entgegen. Jeder Einzelne ist wichtig in seinen Augen, jeder Einzelne soll gewonnen werden für den Glauben an Gottes Zukunft. In den Augen von Wirtschaftsbossen ist das eine wenig lohnende Investition. Aber ungeheuer ermutigend.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Palmsonntag - Karwoche – Osterwoche 2017

Eingereicht von markus am 07. Apr 2017 - 20:45 Uhr

Matthäus 21,1-11 Es kann eine riesige Freude sein, wenn Jesus zu mir kommt. In meine Stadt, in meine Straße, gar unter mein Dach. Es kann so sein, muss es aber nicht.
Oft haben die am meisten Bedenken, die sich sonst so sicher sind, was die Nähe Jesu zu ihnen angeht. Ob Jesus sich wirklich freuen kann über die Glaubenssicherheit, die manche von sich und anderen behaupten? Ob Jesus ihnen den angeblich so festen Glauben glaubt? Oder hätte es Jesus gerne etwas leiser, dafür aber lebendiger im Alltag, wenn uns die Mühseligen begegnen und viele wegschauen?
Was wäre denn, wenn Jesus wirklich käme, bis unter mein Dach? Bliebe dann bei mir ein Seelenstein auf dem anderen? Könnte ich denn, könnte mein Leben denn so bleiben, wie es ist? Wohl kaum.
Wer um Jesu Nähe bittet oder sie herbeisingt mit den Worten: „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist“, muss auch bereit sein, das ganze Herz ansehen und prüfen zu lassen.
Schon am Blick Jesu werden wir erkennen, wie viel und was sofort geändert werden muss. Jesus, Gott und mein Glaube an ihn sind kein schmückendes Beiwerk zu einem ansonsten selbst bestimmten Leben. Jesus und sein Vater wollen das Fundament sein.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Der nächste Sonntagsbrief erscheint am 23. April 2017.


Fünfter Fastensonntag - 01./02.04.2017

Eingereicht von markus am 01. Apr 2017 - 07:26 Uhr

Joh 11, 1-45 „Glaubst du das?“ Selten stellt Jesus eine so konkrete Frage nach dem Glauben eines Einzelnen, wie er Martha fragt angesichts des Todes ihres Bruders Lazarus.
Martha bejaht den Glauben an Jesus als den Messias, den Sohn Gottes, doch als Jesus die Menschen auffordert, den Stein von Lazarus’ Grab zu nehmen, hat sie noch einmal praktische Einwände: Er riecht schon – und Jesus muss sie an ihren Glauben erinnern.

Das Evangelium am fünften Fastensonntag stellt auch uns die Frage: Glaube ich an Jesus als den Sohn Gottes; daran, dass er die Auferstehung und das Leben ist. Wir antworten vielleicht: JA!

Doch: Wo ist er an all den Gräbern, wo Menschen verzweifeln? Fragen, die quälen können. Aber ich kann mich festhalten an Jesu grenzenloses Vertrauen zum Vater, der dem Leben zum Sieg verhilft – bei Lazarus, am Ostermorgen bei seinem Sohn. Und ich kann mich festhalten an dem, was Jesus sagt: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“

Das sind Worte, mit denen ich leben kann – auch im Leid. Weil durch und in Jesus das Leben das letzte Wort hat und nicht der Tod.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Vierter Fastensonntag - 25./26.03.2017

Eingereicht von markus am 23. Mär 2017 - 18:40 Uhr

Johannes 9,1-41 - Kurz gesagt, geht es in diesem langen Kapitel um die Frage, wer Jesus ist. Alles wird uns von ihm erzählt: Er kann heilen, er kann mit Pharisäern streiten, er kann Menschen verblüffen und er kann das „Wirken Gottes offenbar“ machen.

Das ist zu viel für die Religionsführer der damaligen Zeit. Vermutlich wäre es auch heute für viele von uns zu viel. Jesus stört einfach, damals wie heute. Jesus ist einer, der unseren Glauben nicht nur infrage stellt, sondern auch eine unerwartet tiefe Antwort gibt auf die Frage nach dem Glauben.
Zunächst ist Glauben nicht das, was uns gefällt und wir wünschen, weder Bischöfe noch Pharisäer noch einzelne Gläubige. Glaube ist mehr als das Erfüllen von Wünschen und Hoffnungen oder die Abwesenheit von Zweifel.

Glaube ist zu wissen, dass alles Geschehen auch Wirken Gottes ist. Dafür ist Jesus da. Um die Selbstverständlichkeit Gottes bewusst zu machen. Jesus ist gegen das Sortieren, was von Gott ist und was nicht. Meine Aufgabe ist die Suche nach Gottes Anteil. Was will er mir sagen? Wohin will er mich leiten? Wer so fragt, wird Antworten finden. Und das Wirken Gottes an sich verstehen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dritter Fastensonntag - 18./19.03.2017

Eingereicht von markus am 16. Mär 2017 - 20:26 Uhr

Johannes 4,5-42 - Eine zufällige Begegnung am Brunnen; ein Gespräch, das gespickt ist mit Missverständnissen – und dennoch wird die Frau am Jakobsbrunnen die erste Botin Christi in Samarien und viele Menschen kommen dort zum Glauben. Wie ist das möglich?
Vordergründig wird die Frau überzeugt durch das Wissen, das Jesus über ihr Leben hat, mit dem die Frau wahrscheinlich nicht glücklich war und das in der damaligen Zeit als skandalös galt.
Gut möglich, dass sie in ihrer Gemeinschaft Ausgrenzung erfährt und deshalb alleine zum Brunnen kommt. Und darin liegt vielleicht auch der Schlüssel zum Verständnis des Textes.
Die Frau, an Ablehnung gewöhnt, erfährt hier Akzeptanz. Jesus meidet sie nicht, sondern bittet sie um Hilfe; er verurteilt sie nicht, obwohl er um ihr Leben weiß. Diese Zuwendung Jesu, mit der Heilung beginnen kann, führt die Frau auf den Weg des Glaubens. Nicht, weil Jesus weiß, sondern weil er weiß und die Frau dennoch annimmt, kann sie in ihm den Messias erkennen.
Und diese Erkenntnis gibt ihr den Mut, die Ausgrenzung zu überwinden und zu den Menschen ihres Ortes zu gehen, um ihnen von Jesus zu erzählen. Und sie muss ungemein überzeugend gewesen sein, denn die Menschen machen sich allein auf ihr Wort – dem sie ansonsten wahrscheinlich nicht viel Beachtung geschenkt haben – auf den Weg zu Jesus. Ein Glaubenswunder, das mit einer kleinen menschlichen Geste Jesu beginnt: Nicht zu verurteilen

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Fastensonntag - 11./12.03.2017

Eingereicht von markus am 10. Mär 2017 - 08:02 Uhr

Matthäus 17,1-9
Als es passierte und die Jünger begriffen: Jesus ist mehr als ein Reformer, ein Wanderprediger, ein Wunderheiler.
Als die Jünger begriffen: Hier geht es um mehr. Hier ist Gott im Spiel. – Da hatten sie Angst. Waren konfus. Wenn es passiert und wir begreifen: Es geht um mehr. Mehr als wir von unserem Leben erwarten.
Es geht um mehr als die tägliche Routine und das bisschen Erholung am Sonntag. Es geht um die wichtigste Botschaft unseres Lebens. Es geht um den Anruf Gottes. Der uns viel mehr zutraut. Der uns braucht, an seinem Reich mitzuarbeiten. Der uns nicht in unserem Mittelmaß zufrieden sein lässt. Der unser Herz berühren will, der uns ganz meint, nicht nur oberflächlich. –
Dann erschrecken auch wir. Und weil wir es gerne gemütlich haben, wollen wir lieber zufrieden sein. Bleiben wir lieber bei unserem Mittelmaß, unserer Routine.
Wäre nicht jetzt die Zeit, uns herausrufen zu lassen? Heraus aus unseren Gewohnheiten. Mit Haut und Haaren uns von ihm ergreifen und locken zu lassen. Zu einem Dasein, in dem es um mehr geht. Um alles. Um das Leben. Um Gott und sein Reich.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Fastensonntag - 04./05.03.2017

Eingereicht von markus am 03. Mär 2017 - 13:07 Uhr

Matthäus 4,1-11 - „Führe uns nicht in Versuchung“, das ist für viele eine unverständliche Bitte im Vaterunser.
Brot haben, erlöst sein von all dem Schlimmen um uns herum – das sind zentrale Anliegen, um die wir gern beten.
Aber nicht in Versuchung zu geraten, nein, schlimmer noch: von Gott direkt hineingeführt zu werden?
Aber Jesus wusste aus eigener Erfahrung, warum wir darum bitten sollen. Getestet zu werden – das ist eine unangenehme Sache. Man kann blöd dastehen. Man kann versagen. Manchmal werden dann die schlimmsten Seiten in uns offenbar.
Jesus hat seinen Glauben auf die Probe stellen lassen, er hat sogar geglaubt, dass so eine Prüfung nur von Gott selbst, dem Geber alles Guten, kommen kann.
Wir sind uns wohl nicht so sicher, wie unser Testergebnis lauten würde. Da sollten wir also ein-mal mehr beten: „Führe uns nicht in Versuchung.“

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

 


8. Sonntag im Jahreskreis - 25./26.02.2017

Eingereicht von markus am 23. Feb 2017 - 21:21 Uhr

Matthäus 6,24-34 - „Niemand kann zwei Herren dienen.“ Wie gerne möchte man doch bei Entscheidungen für sich und für andere alle und alles unter einen Hut bringen, jedem und jeder gerecht werden, allen Herren (und Frauen) dienen – und natürlich dann von ihnen für sein „Es allen recht machen wollen“ geliebt werden.
Irgendwie scheint das nicht zu gehen, oder zumindest nur selten. Man kann nicht zwei Herren dienen, und diese Zwickmühle treibt einen manchmal ordentlich um.
Gleichzeitig lädt Jesus zu einer neuen Art von Sorglosigkeit ein: Sorgt euch nicht um euer Leben, um euren Leib, um eure Kleidung, eure Nahrung, um morgen. Es ist kein Aufruf zu Naivität oder Weltfremdheit oder Romantik, sondern es ist eben eine neue, eine ganz andere Art von Sorglosigkeit.
Wenn man es nämlich allen recht machen will, dann kommt man oft in eine Sackgasse:
In die Versuchung, zu klein von den Möglichkeiten, vom Leben und von Gott zu denken.
Gott hat immer auch neue und andere Möglichkeiten für uns bereit, viel größere und gleichzeitig viel handfestere, als wir uns ausdenken können.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


7. Sonntag im Jahreskreis - 18./19.02.2017

Eingereicht von markus am 18. Feb 2017 - 09:30 Uhr

Matthäus 5,38 – 48 - „Es ist die Bergpredigt, die mich Jesus lieben ließ.“
Dieser Satz stammt nicht von einem überzeugten Christen, sondern von dem hinduistischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi.

Er fand Jesu Aufforderung zur Feindesliebe sogar vernünftig, weil er den Angegriffenen dazu auffordere, den Gegner als Partner zu gewinnen.

Wenn wir die Bilder der syrischen Giftgasopfer sehen, vom Leid der Frauen in Indien hören, schlimme Details von Kindesmisshandlungen erfahren – dann scheinen Jesu Worte alles andere als vernünftig.

„Draufhauen, Schluss damit, endlich ein Zeichen setzen“, das sind unsere ersten Reaktionen. Damit rechnet auch Jesus: Menschen sind so.

Aber Christen sollen anders sein. Sie sollen mehr Vertrauen wagen, mehr Hoffnung entwickeln, mehr Barmherzigkeit ausstrahlen. Sie sollen der Welt ein anderes Gesicht geben – nicht durch Bomben, sondern durch ausgestreckte Hände. Das ist das Ziel. Der Weg dahin beginnt mit einem ersten kleinen Schritt: ins Risiko der Liebe.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag im Jahreskreis - 11./12.02.2017

Eingereicht von markus am 10. Feb 2017 - 05:00 Uhr

Matthäus 5,17 -37 - Die Gebote dem Wortlaut nach zu erfüllen, ist schon eine Leistung. Doch das ist Jesus zu wenig. Er lehrt uns, die Gebote auch nach ihrem Sinn zu erfüllen.
Ist das eine Überforderung?
Nein, wenn ich sie als Einladung zu einem gelingenden, friedlichen und glücklichen Leben begreife. Das mutet Jesus uns zu. Er verlangt keinen blinden Gehorsam, sondern er möchte, dass wir seine Einladung zum Leben verstehen.
Die Gebote sind wichtig wie das Geländer einer Brücke, damit wir nicht vom Weg abkommen und in die Tiefe stürzen, sie sind aber noch nicht der Weg selbst. Der Weg führt zu Gott.
Die Gebote sind Teil des Glaubens, doch der Glaube ist viel mehr, er ist die persönliche Beziehung zu Gott, die dann auch die Beziehungen zu den Menschen prägt.
Wenn ich die Beziehungen zu den Menschen verletze, verletze ich auch die Beziehung zu Gott und verletze die Beziehung zu mir selbst, weil ich mich mir selbst entfremde.
Ich bin nicht der Mensch, der ich sein könnte und der ich nach Gottes Wunsch auch sein soll. Das geschieht immer wieder, doch – und das ist Gottes großes Geschenk – so oft ich mich auch verirre, kann ich umkehren und darf sogar darauf vertrauen, dass Gott mir nachgeht und mir entgegenkommt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag im Jahreskreis - 04./05.02.2017

Eingereicht von markus am 02. Feb 2017 - 21:18 Uhr

Matthäus 5,13-16 - Wie wohltuend! Es gibt kein: „Sollte, müsste, könnte, dürfte“, sondern Jesus sagt: „Ihr seid!“
Jesus nennt uns jetzt schon Licht und Salz dieser Erde: „Ihr seid es jetzt schon.“
Da gibt es keine Bedingungen, kein moralisierendes Feilschen, kein rastloses Antreiben im Sinne von: „Erst wenn …, dann …“.
Nein, jetzt schon. Jesu glaubt also an uns. Er spricht uns zu, er traut uns zu und mutet uns zu, Licht und Salz zu sein, für diese Welt, für die Menschen dieser Welt. Dieses Zutrauen, diese Zumutung stärkt uns und lässt uns wachsen. Manchmal auch über uns selbst hinaus.
Oft sind wir selber es, die zu klein ansetzen, weil wir gar nicht wirklich an uns selber und gleichzeitig an die Größe Gottes und seine Einladung an uns glauben können.
Dieses „Ihr seid“ nährt unsere Sehnsucht, wirklich Licht und Salz sein zu wollen. Es holt gleichsam das Beste aus uns heraus und macht uns zu Teilhabern an Gottes Traum einer hellen und schmackhaften, einer gerechten und menschenwürdigen Welt.
Dieses „Ihr seid“ macht uns zu seinen Teilhabern und Teilhaberinnen und zu seinen „Missionaren und Missionarinnen“, zu seinen Botschaftern und Botschafterinnen für viele Menschen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag im Jahreskreis - 28./29.01.2017

Eingereicht von markus am 27. Jan 2017 - 19:08 Uhr

Matthäus 5,1-12 - Selig sind die Trottel. So könnte man zusammenfassen, womit Jesus seine sogenannte Bergpredigt beginnt. Trauernde, Hungernde, Sehnsüchtige, Verfolgte – all die Abgehängten der Ellbogengesellschaft sollen selig sein? Mehr noch: Die Jünger – wir! – sind Selige, wenn wir solche Verlierer sind?
Mal ehrlich: Haben wir nicht auch gelernt: Du musst dich wehren, wenn dir einer was will. Du kannst nicht ewig trauernd in der Ecke hängen, du musst wieder anpacken. Der Ehrliche ist der Dumme. Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.
In der Welt geht es so zu, und in der Kirche und der Gemeinde ja auch. Hier kümmern wir uns zwar gern caritativ um die Schwachen, aber dazu gehören wollen wir nicht. Bloß nicht!
Und doch preist der Sohn Gottes uns selig, wenn wir anders sind. Total verrückt! Aber: Ich könnte klein anfangen in dieser verrückten Welt des Jesus von Nazareth. Nicht ausflippen, wenn der Arbeitskollege mich den letzten Nerv kostet. Noch mal versuchen, die zerstrittenen Familienmitglieder an einen Tisch zu bringen. Sich noch einmal zum Trottel machen…

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag im Jahreskreis - 21./22.01.2017

Eingereicht von markus am 19. Jan 2017 - 17:52 Uhr

Matthäus 4, 12-23 - „Kehrt um“, sagt Jesus, nach-dem er dem Teufel begegnet ist.
Kurz darauf ruft sich Jesus ein paar Freunde, die seinem Ruf auch folgen, überraschenderweise. Und alles geht seinen Gang. Allerdings den Gang der Umkehr. Jesus will dem Teufel widerstehen. Er will sich nicht von falschen Mächten blenden lassen und auch nicht vom scheinbaren Glanz der Welt.
Jesus will Farbe bekennen und andere auf diesem Weg mitnehmen: Du sollst neben mir keine anderen Götter haben, also das erste Gebot. Nichts weniger als das ist sein Anspruch an sich, die Jünger und alle, die sich ihm nähern. Er ist der erste Diener Gottes auf der Welt. Als dieser beansprucht er, genau gehört zu werden.
Immer wieder muss auch darauf gehört werden, wie Jesus der Welt widerstand, als der Versucher so verlockend zu ihm kam und ihm anbot: alle Reiche der Welt.
Alle Reiche der Welt, sagt Jesus zu ihm, sind nichts wert ohne Gott, den Allmächtigen. Nichts ist etwas wert ohne Gott. Wer das weiß, kann dann gleich zu Gott kommen und ihn bitten: Hilf mir, mein Gott, bei dir zu bleiben.


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


2. Sonntag im Jahreskreis - 14./15.01.2017

Eingereicht von markus am 13. Jan 2017 - 08:50 Uhr

Johannes 1,29 -34 - Johannes, den uns die Kunst als wilden, zotteligen und unbequemen „Kerl“ in der Wüste präsentiert, mögen viele Menschen sehr. Seine Radikalität und seine Lebendigkeit beeindrucken uns und wir freuen uns immer, wenn von ihm die Rede ist, weil es dann immer um etwas Besonderes geht – um einen unbestechlichen Blick, um ein entscheidendes Wort, um eine wesentliche Erkenntnis.

Diesmal ist es sein klarer Blick auf den, auf den er sein Leben lang wartet: auf Jesus. „Seht“, „Er ist es“, „Er bezeugte“.
Und es sind nicht nur der Blick und die Aufmerksamkeit, sondern es sind auch die Klarheit und das Erkennen. Dieses Erkennen, diese Begegnung mit Jesus hat Johannes so beeindruckt und geprägt, dass er noch im Gefängnis nach ihm fragt. Sie war ihm wichtig und sinngebend bis zuletzt.

Manchmal beneiden wir diesen Johannes sogar ein wenig um seine Klarheit und Entschiedenheit. Wir selber werden Jesus in diesem Leben nie so direkt begegnen können. Aber auch wir möchten versuchen, so ausgestreckt und ausgespannt, so wartend und erwartend unser Leben zu verbringen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Taufe des Herrn - 07./08.01.2017

Eingereicht von markus am 06. Jan 2017 - 08:58 Uhr

Matthäus 3,13-17 - Als Papst Franziskus in einem Interview für mehrere Zeitschriften des Jesuitenordens gefragt wurde, wer er denn sei, antwortete der Papst: „Ich bin ein Sünder, den der Herr angeschaut hat.“
Eine wunderbare Formulierung, in der sich alle Christen wiederfinden können. Sünder, die von Gott angeschaut werden.

Es besteht darin auch ein Bezug zum Evangelium von der Taufe Jesu. Jesus reiht sich am Jordan – zum Unverständnis Johannes’ des Täufers – in die Reihen der Sünder. Er besteht darauf, die Taufe zur Buße und zur Umkehr zu empfangen. Und nach der Taufe öffnet sich der Himmel und Gott schaut ihn an: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

Gleiches ist doch auch mit uns in der Taufe geschehen: Gott hat uns angeschaut und als seine Kinder angenommen. Und Gott schaut uns immer wieder an – gerade uns als Sünder. Er schaut uns liebevoll an, damit wir keine Angst haben, zu ihm umzukehren. Weil wir ihm auch als Sünder wichtig sind und er uns trotz unserer Sünde in die Nach-folge ruft, in die Arbeit „im Weinberg des Herrn“. Jede und jeden an der Stelle, wo er uns hingestellt hat – mag sie uns auch noch so unbedeutend erscheinen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Weihnachten / Silvester / Neujahr – 2016/2017

Eingereicht von markus am 23. Dez 2016 - 16:14 Uhr

Johannes 1,1-18 - Es gibt Worte, Texte, Lieder, Geschichten, an denen kann man sich nicht satt-hören.
Der heutige Johannes-Prolog ist einer solcher Texte, den wir seit Kindheitstagen mit einem solchen feierlich ehrfürchtigen Erschauern an den Weihnachtsfeiertagen in Verbindung bringen, und wir können uns ein wenig vorstellen, warum er in der alten Liturgie aus der Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil jeden Sonntag im Gottesdienst vorgetragen wurde.
„Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ Dieses Wort spricht uns heute besonders an. Gott ist so schön, so reich und so großzügig, dass er aus dieser Fülle mit uns teilen möchte.
Und es muss unsererseits kein bettelnd gieriges, raffendes Entgegennehmen sein, sondern es ist ein Empfangen.
„Empfangen“ ist in unserem Verständnis die Geste eines freien Menschen, ein Akt der Freiheit, weil wir wissen, dass wir das Eigentliche nicht selber machen können, sondern dass es uns geschenkt wird.
Aber was ist nun das Eigentliche? „Gnade über Gnade“ heißt es heute: Liebe, Wohlwollen, Geschenk, großzügige Zuwendung und Weite Gottes, der ein Freund des Lebens ist. Dafür sind wir dankbar, als freie Menschen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Weihnachtszeit
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Der erste Sonntagsbrief im neuen Jahr erscheint zum 08.01.2017.


Vierter Adventssonntag - 17./18.12.2016

Eingereicht von markus am 15. Dez 2016 - 22:04 Uhr

Matthäus 1,18-24 - Wenn in der Weihnachtsgeschichte jemand auf abenteuerliche Wege geschickt wird, dann ist das Josef.
Er wird seinen Lebensweg geradlinig vor sich gesehen haben: Handwerker in Nazareth, eingebettet in die Religion und die Kultur seines Volkes, eine Ehe mit Maria, später vielleicht ein Haus voller Kinder. Nichts Besonderes scheinbar, doch ein erfülltes Leben.
Gott sieht einen anderen Weg für ihn. Seine Braut wird die Mutter des Erlösers. Und Josef korrigiert seinen Lebensweg – mit Anstand. Er möchte Maria verlassen, ohne sie bloßzustellen.
Und wieder hat Gott einen anderen Plan. Durch einen Engel sagt er Josef: „Bleib bei Maria und nimm dich des Kindes an.“ Und Josef folgt diesem Weg, der ihn zuerst nach Betlehem führt, dann nach Ägypten auf der Flucht vor den Soldaten des Herodes und dann erst wieder nach Hause.
Und was macht Josef in diesem Auf und Ab seines Lebens? Er geht seinen Weg – konsequent, ohne zu klagen. Was ihm auch begegnet, wohin Gott ihn auch führt, Josef geht seinen Weg mit ganz viel Liebe. Unspektakulär, aber geradlinig.
In der Bibel und später auch in der Kirchen- und in der Kunstgeschichte kommt Josef oft nur am Rande vor, doch was, wenn er gefehlt hätte, wenn er sich für einen anderen Weg entschieden hätte? Wie Maria ist er ein Christusträger. Woher nimmt dieser Mann die Kraft, so konsequent und geradlinig seinen Lebensweg zu gehen, der so ganz anders verläuft, als er es sich ausgemalt hatte? Es ist wohl das pure Gottvertrauen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dritter Adventssonntag - 10./11.12.2016

Eingereicht von markus am 08. Dez 2016 - 18:08 Uhr

Matthäus 11,2-11 - Bist du der Richtige? Oder sollen wir lieber noch abwarten? Das ist die große Frage, die den Täufer Johannes umtreibt. Er hat den Aufbruch Jesu miterlebt, den Beginn seines Wirkens, aber jetzt ist Johannes im Gefängnis, kann sich selbst kein Bild machen, braucht Boten und Zeugen. Das kann einen Menschen mutlos machen, vor allem einen so dynamischen, innerlich brennenden Mann wie den Täufer. Ist es endlich so weit? Darf ich hoffen? Darf ich handeln? Oder, wie in Johannes’ Fall: Darf ich mich endlich zurück-lehnen und mein Werk in Gottes Hände legen, weil mein Nachfolger alles gut machen wird?
Es sind existenzielle Fragen, die Johannes’ Jünger stellen. Wer ist dieser unscheinbare Jesus, dieser Mann aus einfachem Hause, der die Welt verändert? Ihm klebt kein Label auf der Stirn, das ihn kennzeichnet und zum Handeln berechtigt. In dem, was er tut, beweist er sich: Zerstörtes heil machen, Totes zum Leben erwecken, in aussichtslosen Situationen einen Weg finden. Und wenn wir in diesem Adventsevangelium die Fragen des Johannes hören, dann sollten wir antworten: Ich bin die oder der Richtige. Ich folge Jesus, ich trete in seine Fußstapfen. Ihr müsst nicht sehnsüchtig auf einen anderen warten, der das tut. Ich verändere diese Welt und beweise so, dass Gott kommt. Vielleicht bin ich dann auch ein Kleiner im Himmelreich.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Zweiter Adventssonntag - 03./04.12.2016

Eingereicht von markus am 04. Dez 2016 - 08:32 Uhr

Matthäus 3,1-12 - Eine klare Ansage. Das Reich Gottes ist nahe. Nein, nicht erst Jesus konnte es sehen. Bereits Johannes der Täufer hatte es erkannt. Das Reich Gottes ist nahe. Lasst uns dieser Botschaft vertrauen und darauf bauen.

Und auch wir können es sehen. Wenn wir unsere Augen und Herzen öffnen. Wenn wir unseren Blick dafür schärfen. Wenn wir aus dem Trubel des Alltags herausgehen und mit neuen Augen sehen.

Dann können wir sehen, wo überall schon Reich Gottes ist. Wo überall schon Menschen in Liebe miteinander umgehen. Wo Wunder geschehen und verhärtete Strukturen aufbrechen. Wo Trauer wieder der Freude weicht. Wo Zuversicht gedeiht. Wo Fantasie und Kreativität stärker sind als Resignation und Verzweiflung.

Lasst uns im Advent üben, neu zu sehen. Ausschau zu halten nach dem Reich Gottes, wie ein Matrose im Ausguck, der Ausschau hält nach dem ersehnten Festland.
Das Reich Gottes ist da. Lasst uns lernen, es zu sehen. Auf dass wieder werde, was schon ist: Weihnachten – Gott mit uns.


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag - 26./27.11.2016

Eingereicht von markus am 24. Nov 2016 - 11:14 Uhr

Matthäus 24, 29-44 - Wie geht die Welt unter - und wann? Wenn man Jesus fragt, bekommt man über-raschenderweise eine Antwort. Nicht auf die Frage: Wann? Aber auf die Frage: Wie?
In einer längeren Rede beschreibt Jesus, wie er sich den Weltuntergang vorstellt. Jesus, der Herr der Welt, war auch ein wenig Kind seiner Zeit. Darum sprach er von Möglichkeiten, wie das Ende der Welt sein könnte. Er zeigt in dieser Rede aber vor allem: Es wird ein Ende der Welt geben. Ob es ein Untergang oder ein Neuanfang auf ganz andere Weise werden wird, kann dahingestellt bleiben. Jesus weiß, dass Gott dieser Welt ein Ende machen wird. Zugleich bittet er uns darum, darauf nach unseren Möglichkeiten und besten Wissens und Gewissens vorbereitet zu sein. „Das habe ich nicht gewusst!“, gilt nicht. Wir sollen damit rechnen.
Wir sollen immer mit Gott rechnen. Heute, morgen, am Ende des Lebens und am Ende der Welt. Nichts geschieht ohne den Willen Gottes. Wer das im Herzen trägt, hat kein Problem und keine Angst vor dem Weltende, auch nicht vor dem eigenen Ende. Wer mit Gott lebt wie Jesus, weiß sich einfach immer in Gottes Hand. Und ist auch vorbereitet, dass Gott fragt: Wie hast du heute gelebt? Hast du in Liebe gelebt? Die nämlich haben nichts zu befürchten. Im Leben nicht und am Ende der Welt auch nicht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigssonntag - 19./20.11.2016

Eingereicht von markus am 18. Nov 2016 - 16:52 Uhr

Lukas 23,35 – 43 - Woran erkennt man einen König?
Für die Mitglieder des Hohen Rates, lauter gescheite Theologen und Religionsführer, ist klar: Ein König hat eine Krone, viel Macht und eine Armee hinter sich. Ein Messias wird nicht ausgelacht, angespuckt und gekreuzigt. Da sei Gott vor!
Die Wahrheit erkennt ein Außenseiter, ein Verbrecher, mit dem anständige Leute nichts zu tun haben wollen. Der, der selbst am Ende ist, der unter Schmerz und Angst kaum noch Luft bekommt, erkennt die Unschuld seines Leidensgenossen. Und bittet: Wenn das alles zu Ende ist, wenn allen klar wird, wer du wirklich bist, dann wende dich nicht peinlich berührt von mir ab. Dann nimm mich mit in die neue Welt, in der menschliche Urteile und Maßstäbe nicht mehr gelten.
Jesu Leben endet, wie es begonnen hat: Er holt die Außenseiter an seine Seite und macht den Verzweifelten Hoffnung. Die Wichtigen verlieren ihren Einfluss, und wer meint, alle Weisheit gepachtet zu haben, geht leer aus.
Auf so einen König warten wir noch heute.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis - 12./13.11.2016

Eingereicht von markus am 10. Nov 2016 - 14:28 Uhr

Lukas 21,5-19 – Tapfer bleiben, das wünscht sich Jesus von uns und wünschen sich alle Schreiber im Neuen Testament. Denn der „Fels des Atheismus“ ist eben immer wieder das Leiden und der Schmerz, der mein Leben ergreift.

Vieles, was geschieht, kann man zunächst erklären durch Fehler oder Schuld. Nicht erklären kann man, warum es den einen trifft und eine andere verschont. Und schon gar nicht erklären kann man, warum Gott das eine zuzulassen scheint und das andere womöglich verhindert hat.
An diesen Fragen haben sich schon die aller größten Geister der Welt- und Glaubensgeschichte abgearbeitet bis hin zur eigenen Verzweiflung. Gelöst haben sie die Fragen nicht und konnten das auch nicht. Am Ende der Gedankenketten stehen immer die Worte, die auch Hiob hört und versteht: Tapfer bleiben!

Billiger Trost wäre das, wenn er ohne Nachdenken gegeben würde. Wir sagen es aber am Ende des Nachdenkens, wenn alle Fragen und Vorwürfe an Gott ausgesprochen worden sind. Erst dann, nach den nötigen Worten der Klage und des Zweifels, kehrt wieder ein wenig von der Ruhe ein, die tröstende Worte hören kann.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis - 05./06.11.2016

Eingereicht von markus am 04. Nov 2016 - 09:12 Uhr

Lukas 20,27-38 - Manche kulturellen und geschichtlichen Bewandtnisse in den Evangelien lassen uns ganz schön kauen. Heute ist es die Geschichte von der Frau mit den vielen Männern, die schließlich in die Frage nach der Auferstehung von den Toten einmündet.

Aber beim Weiterlesen kommen wir im selben Evangelium an eine Stelle, die uns Nahrung und Trost gibt: „Gott ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.“

Ja, damit kann man etwas anfangen und in sich anklingen lassen: Auch wenn wir eines Tages sterben werden, so wird das nicht sein, weil Gott seine Freude an der Vergänglichkeit des Menschen hat. Nein, Gott will Leben und Lebendigkeit, und er entdeckt Leben und Lebendigkeit, wo wir es vielleicht gar nicht mehr entdecken können: „Für ihn sind alle lebendig.“

Ja, tatsächlich auch Grund genug, sich mit dem Leben zu mühen. Da tut es gut, so eine leidenschaftliche Liebeserklärung Gottes für das Leben und für alles Lebendige zu empfangen. Vielleicht werden wir das eines Tages ganz begreifen – wenn wir vom Tod und von den Toten auferstehen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


31. Sonntag im Jahreskreis - 29./30.10.2016

Eingereicht von markus am 27. Okt 2016 - 19:31 Uhr

Lukas 19,1-10 - Es ist ja nicht nur die Neugier, die Zachäus auf den Baum treibt, sondern die Not – trotz Amt und Reichtum, oder vielleicht gerade deshalb. Es ist nicht so sehr der Wunsch, Jesus zu sehen, als von ihm gesehen zu werden.
Wäre es Zachäus darum gegangen, Jesus zu sehen, hätte er auf dem Baum bleiben können, bis sich die Menge aufgelöst hätte. Doch weil es ihm zuerst darum ging, von Jesus gesehen zu werden, kommt er sofort von dem Baum herunter, als Jesus ihn sieht und anspricht, und er ändert sein Verhalten, denn heute ist seinem Haus Heil widerfahren.

„Könnte ich Gott nur sehen“ – gelegentlich ist diese Klage von Menschen zu hören, die glauben möchten, es aber nicht können. Und wem geht manchmal nicht der Gedanke durch den Kopf, wenn ich damals – vor zweitausend Jahren – dabei gewesen wäre, wäre es einfacher zu glauben.
Oft steckt hinter diesem Wunsch in Wirklichkeit der Wunsch des Zachäus: Von Gott gesehen zu werden. In seinem liebevollen Blick zu stehen, der Friede und Geborgenheit verheißt. Es hilft ungemein im Leben, sich bewusst zu machen, dass Gott uns, jeden und jede Einzelne, nie aus dem Blick verliert. Mögen wir uns noch so klein und so unbedeutend fühlen, und von den Menschen ignoriert werden. Gott ist da und sieht uns!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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