Newsbeiträge » Sonntagswort

Zweiter Adventssonntag – 09./10.12.2017

Eingereicht von markus am 08. Dez 2017 - 16:39 Uhr

Markus 1,1-8 – Gleich zu Beginn ist im heutigen Evangelium zweimal von Anfängen die Rede: Zunächst heißt es „Anfang des Evangeliums“, und gleich danach: „Es begann …“.
Irgendetwas muss also mit diesem Anfangen und Beginnen besonders wichtig gewesen sein, und es war ja tatsächlich das erste Mal, dass eine derartige Lebensbeschreibung Jesu „Evangelium“, „Frohe Botschaft“ genannt wurde.
Bemerkenswert ist auch, dass das deutsche Wort „anfangen“ von der Wortwurzel her mit „anfachen“ zu tun hat. Ein solcher Anfacher, ein Zündler, ein Feuriger war Johannes der Täufer, dem diese erste Szene des Markusevangeliums gewidmet ist. Er ist der Vorläufer, der Bote, der Wegebahner und Wegbereiter für Jesus.
Johannes war eine kantige und zugleich faszinierende Gestalt. An mehreren Stellen in der Bibel hören wir, wie er Menschen zur Veränderung aufruft und aufrüttelt, sie konfrontiert und beinahe beschimpft – und dennoch kommen sie in Scharen zu ihm hinaus in die Wüste. Johannes wird nicht müde, immer wieder auf die Freiheit zur Veränderung und auf Jesus, auf den Größeren, hinzuweisen und tatsächlich: Erst danach kommt Jesus.
Vielleicht braucht Jesus auch heute noch solche Menschen wie Johannes. Und vielleicht liegt darin tatsächlich auch heute noch ein besonderes Glück: Wegebahner und Wegbereiterin für ihn zu sein.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Erster Adventssonntag – 02./03.12.2017

Eingereicht von markus am 02. Dez 2017 - 14:09 Uhr

Markus 13,24-37 - Muss das denn sein? Diese harschen, erschreckenden Worte zum Beginn des Advents? Diese Zeit soll doch schön sein, ein bisschen sentimental, gemütlich, ruhiger, friedlicher.
Das ganze Jahr leben wir in Hab-Acht-Stellung, weil so viel von uns gefordert wird, wir kaum Zeit zum Verschnaufen finden. Jetzt soll es ruhiger werden – und dann diese Aufforderung: Seid wachsam! Muss das sein?
Ja, es muss sein, gerade jetzt muss es sein, weil ich Gefahr laufe, eingelullt zu werden von mir selbst und allem um mich herum; gerade jetzt, wo ich hoch konzentriert und sensibel sein muss.
Gott kommt. Er ist vor zweitausend Jahren in Bethlehem Mensch geworden; er möchte täglich in meinem Leben präsent sein; er wird am Ende der Zeiten kommen.
Gott kommt, das darf ich nicht mit Friede, Freude, Eierkuchen zukleistern. Alle guten und schönen Bräuche und Traditionen haben ihr gutes Recht – als Hinweise auf das Wesentliche: Gott kommt.
Wenn ich mich von dieser Wahrheit prägen lasse, wenn ich sie annehme und sie mich verändert, dann darf ich das kommende Jahr auch mal kürzer treten.
Dann muss ich nicht allen Erwartungen genügen, nicht den eigenen und nicht denen anderer, dann darf ich auch mal Nein sagen, wenn es mir zu viel wird, weil ich das entscheidende Ja gesagt habe: Zu Gott, der immer wieder zu mir kommen möchte.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Christkönigssonntag – 25./26.11.2017

Eingereicht von markus am 24. Nov 2017 - 05:00 Uhr

Matthäus 25,31-46
So einfach ist es, das ewige Leben zu verlieren.
Wenn ich dieses Evangelium lese oder höre, gehen meine ersten Gedanken immer in die gleiche Richtung: Was habe ich alles nicht getan, wie oft habe ich versagt, als meine Liebe gefordert war? Und das Evangelium versetzt mich in Unruhe, auch ein wenig in Angst.
Doch ich kann meinen Standpunkt auch wechseln: So einfach ist es, das ewige Leben zu gewinnen. Und ich kann mich beim Lesen oder Hören des Evangeliums fragen: Was habe ich alles Gutes getan, wie oft habe ich geliebt? Nicht, um dann selbstzufrieden und genügsam die Hände zu verschränken oder mir auf die Schulter zu klopfen, sondern um weiter zu lieben, weiter Gutes zu tun. Weil es so einfach ist, das ewige Leben zu gewinnen.
In einem Werbespot sagt der BVB-Trainer Jürgen Klopp sinngemäß: Nicht die Angst zu verlieren, sondern die Lust am Gewinnen motiviert zu Höchstleistungen.
Die Lust daran, das ewige Leben zu gewinnen, motiviert mehr zu Liebe und Engagement, als die Angst es zu verlieren. Und macht viel mehr Freude.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


33. Sonntag im Jahreskreis – 18./19.11.2017

Eingereicht von markus am 17. Nov 2017 - 12:11 Uhr

Matthäus 25,14-30 - Nein, das ist kein Gleichnis, mit dem man ein ständiges Wachstum oder ein kapitalistisches Prinzip der Profitmaximierung begründen könnte.
Es ist ja nicht so, dass der arme Knecht sein Talent vergraben hat, weil er sich verweigern wollte. Nirgends ist von ihm zu hören: „Nein, da mache ich nicht mit!“ Jesus hat ihn zurechtgewiesen, weil er aus Angst gehandelt hat. Aus Angst, er könnte etwas verkehrt machen. Und weil er sich ein übles Bild von seinem Herrn gemalt hat. Ein Zerrbild, vor dem man nur Angst haben kann.
Jesus will uns zu verstehen geben: Wer sich ein Zerrbild von Gott macht, vor dem man nur Angst haben kann, der lebt verkehrt. Wer sich Gott so ausdenkt, dass er nur darüber wacht, ob wir etwas richtig machen und uns für unsere Fehler bestraft, der macht sich gerade damit schuldig.
Er steht dann am Ende vor Gott und sagt: „Sieh, meine Hände sind rein, ich habe nichts falsch gemacht.“ Und Gott wird ihm sagen: „Ja, aber deine Hände sind leer. Und damit hast du dein Leben verfehlt. Ich habe dich nicht dazu geschaffen, Fehler zu vermeiden. Ich habe dich in die Welt gestellt, damit du dich selbst riskierst und mit Freude deine Gaben einbringst.“

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


32. Sonntag im Jahreskreis – 11./12.11.2017

Eingereicht von markus am 09. Nov 2017 - 22:56 Uhr

Mt 25,1-13 - Das Verschieben und Vertrösten auf den morgigen Tag widerspricht dem Geist des Evangeliums. Es gibt so etwas wie die unwiederbringlich vertane Chance, vor allem wenn es um das Größte geht, was uns Menschen anvertraut ist: Gerechtigkeit, Frieden, nicht zu vergessen die Bewahrung der Schöpfung. Und auch die Barmherzigkeit!
Den "törichten" Jungfrauen ist das Öl ausgegangen, vor der Zeit. So stehen sie für alle Menschen, die an ihre Grenzen stoßen und sich mit Situationen des verfehlten Ziels und der geplatzten Träume auseinandersetzen müssen. Nicht selten ist es der Tod, der die endgültigen Grenzen setzt und kein Pardon kennt angesichts des Verpassten. "Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug." (Eph. 5,15).
Für den Menschen, der sich die im Matthäusevangelium überlieferten Worte des Herrn zu Herzen nimmt, geht es um eine von Zuversicht und Hoffnung erfüllte Wachsamkeit. Das Öl der Klugheit ist kein gehamsterter Vorrat, sondern eine Haltung der aufmerksamen Präsenz, in der Erwartung Gottes. Diese Wachsamkeit gilt es, gerade den Geringsten gegenüber zu üben, die keine Lobby haben und keine eigene Kraft, um auf sich aufmerksam zu machen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


30./31. Sonntag im Jahreskreis – 28./29.10. und 04./05.11.2017

Eingereicht von markus am 27. Okt 2017 - 00:00 Uhr

Matthäus 22,34-40
Im ersten Hören dieses Evangeliums wehre ich mich: Lieben als Pflichtübung? Als Gebot, das es zu befolgen gilt? Wie soll das denn gehen?
Was sich der fragende Schriftgelehrte wohl dachte? Vielleicht: Mist, der Trick hat nicht geklappt? Das Gebot stand ja im Gesetz – mit Hunderten anderer. Aber nun weiß er, was er als gottesfürchtiger Gläubiger zu tun hat: Lieben! Sonst nichts.
Ob Jesus ihm wohl mit einem Augenzwinkern geantwortet hat? Lieben musst du, dann klappt es auch mit den Geboten!
Dann brauchst du dir über Wichtigkeiten und Reihenfolgen gar keine Gedanken mehr zu machen, und eure ewigen Streitigkeiten über Spitzfindigkeiten sind auch völlig unnötig.
Wer Gott und die Menschen liebt, tut das Richtige, auch wenn er sich vielleicht mal vergaloppiert. Und wer alles richtig macht, dabei aber keinen Funken Leidenschaft für die Leidenden hat, der steht am Ende mit leeren Händen da.
Liebevoll zu werden, nicht pflichteifrig – darum geht es Jesus. So ist er.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Gräbersegnungen in der Pfarreiengemeinschaft

Am Hochfest Allerheiligen, Mittwoch, 01.11.,

  • Friedhof St. Peter und Paul: 15:00 Uhr Festhochamt mit Totengedenken in der Kirche St. Peter und Paul, anschließend die Gräbersegnung


Am Sonntag, 05.11., sind die Gräbersegnungen auf den übrigen Friedhöfen der Pfarreiengemeinschaft:

  • Friedhof Harderberg nach dem Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria Frieden,
  • Parkfriedhof um 15:30 Uhr in der Kapelle des Parkfriedhofes, beginnend mit einer Andacht,
  • Kolumbarium Heilig Geist, Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr und anschließend Segnung der Urnengräber
  • Waldfriedhof Kloster Oesede um 15:30 Uhr Andacht zum Totengedenken in der Johanneskirche, anschließend Gräbersegnung auf dem Waldfriedhof.



29. Sonntag im Jahreskreis – 21./22.10.2017

Eingereicht von markus am 23. Okt 2017 - 19:31 Uhr

Matthäus 22,15-21 - Ist es ein Wettbewerb an Schlauheit, ja beinahe an Gerissenheit, wer wen „über den Tisch ziehen“ kann?
Jesus hat wieder einmal Debatten mit den Pharisäern, wieder einmal wollen sie ihm „einen Strick drehen“, und wieder einmal lässt sich Jesus nicht in die Falle locken, sondern findet eine ganz neue, unerwartete Antwort.
Glaube und Argumentation, Glaube und Intelligenz sind also keine Gegensätze, und auch Glaube und eigener Standpunkt zu politischen Obrigkeiten sind keine Gegensätze.
Selbstverständlich wissen wir, dass Jesus den damals herrschenden politischen Kräften sehr kritisch gegenüberstand (gerade, weil er deren Macht wohl gut genug kannte), aber darauf lässt er sich in diesem Gespräch gar nicht wirklich ein.
Er lenkt den Blick auf andere Wichtigkeiten: „Gebt Gott, was Gott gehört!“ Das ist eine Richtigstellung, die aufhorchen und aufatmen lässt, die Herz und Blick und Ausrichtung wieder klar werden lässt.
Politische Gegebenheiten sind wichtig – das ist keine Frage. Aber Gott nicht gegen Politik auszuspielen und ihn vor allem nicht aus dem Blick zu verlieren – darin liegt wohl die noch größere, alles entscheidende Freiheit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


28. Sonntag im Jahreskreis – 14./15.10.2017

Eingereicht von markus am 12. Okt 2017 - 19:40 Uhr

Matthäus 22,1-14 - Hätte Gott seine Einladung doch über Facebook verschickt!
Sie erinnern sich vielleicht noch an die Geschichte eines jungen Mädchens, das vor ein paar Jahren ihre Freundinnen und Freunde über Facebook zu sich nach Hause eingeladen, dabei aber vergessen hat, die Einladung nur für ihren Freundeskreis im Internet sichtbar zu machen.
Mehrere tausend Jugendliche standen am betreffenden Tag vor der Tür, und der Tumult musste von der Polizei aufgelöst werden.
Wenn so viele heute uneingeladen kommen, ist da Jesu Gleichnis nicht völlig unglaubwürdig?
Jesus erzählt hier eine Befreiungsgeschichte und trifft damit den Nerv auch unserer Zeit. An die Menschen ergeht die Einladung, einmal aus dem engen Korsett von Arbeit und Geschäft auszubrechen.
Wie viele sind dazu heute wirklich bereit? Selbst unsere Feste sind doch häufig festen Regeln unterworfen, sei es der Karneval, das Schützenfest oder auch unsere kirchlichen Feiern.
Spontaneität erschrickt. Zugleich machen Menschen immer wieder die Erfahrung, dass die ungeplanten Feiern oft die schönsten sind. Vielleicht ist es so auch mit der Gottesbegegnung.
Spontan einen Menschen besuchen, ungeplant zum stillen Gebet in eine Kirche gehen – Gottes Einladung gilt immer, für ihn kommen wir nie zur falschen Zeit

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Gräbersegnungen in der Pfarreiengemeinschaft

Am Hochfest Allerheiligen, Mittwoch, 01.11.,

Friedhof St. Peter und Paul: 15:00 Uhr Festhochamt mit Totengedenken in der Kirche St. Peter und Paul, anschließend die Gräbersegnung

Am Sonntag, 05.11., sind die Gräbersegnungen auf den übrigen Friedhöfen der Pfarreiengemeinschaft:

Friedhof Harderberg nach dem Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria Frieden,

Parkfriedhof um 15:30 Uhr in der Kapelle des Parkfriedhofes, beginnend mit einer Andacht,

Kolumbarium Heilig Geist, Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr und anschließend Segnung der Urnengräber

Waldfriedhof Kloster Oesede um 15:30 Uhr Andacht zum Totengedenken in der Johanneskirche, anschließend Gräbersegnung auf dem Waldfriedhof.



26./27. Sonntag im Jahreskreis – 30.09./01.10. und 07./08.10.2017

Eingereicht von markus am 29. Sep 2017 - 08:03 Uhr

Matthäus 21,28-32 – Soll dieses Evangelium vielleicht ein Plädoyer für die Wankelmütigkeit sein? Was ist das für eine Geschichte, in der dann das genaue Gegenteil kommt?
Selbstverständlich ist Verlässlichkeit ein Wert im menschlichen Zusammenleben, und an anderer Stelle heißt es ja auch in der Bibel: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ – Was nun also?
Beim genaueren Hinschauen ist dieses heutige Schriftwort sehr tröstlich. Es ist nun wahrlich nicht die größte, angestrebteste Tugend, aber die Wirklichkeit (auch unsere ganz persönliche) sagt uns, dass wir Menschen doch manchmal tatsächlich wankelmütig und unentschlossen, zögerlich und sogar widersprüchlich sind.
Gott selber ist auch dann noch großzügig, wenn wir es uns doch einmal anders überlegen und uns doch noch einmal auf den Weg machen. Es ist Gottes Wille, heißt es im Text. Vielleicht mag er uns dann ganz besonders, wenn wir aus unseren fertigen Urteilen und Meinungen aussteigen und uns auf Neues, Unbequemes einlassen. Dann wäre dieses Evangelium tatsächlich ein Plädoyer. Nämlich für die Bereitschaft und den Mut, noch einmal neu und anders anzusetzen. Und dabei den Willen Gottes zu suchen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Gräbersegnungen in der Pfarreiengemeinschaft

Am Hochfest Allerheiligen, Mittwoch, 01.11.,

Friedhof St. Peter und Paul: 15:00 Uhr Festhochamt mit Totengedenken in der Kirche St. Peter und Paul, anschließend die Gräbersegnung

Am Sonntag, 05.11., sind die Gräbersegnungen auf den übrigen Friedhöfen der Pfarreiengemeinschaft:

Friedhof Harderberg nach dem Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria Frieden,

Parkfriedhof um 15:30 Uhr in der Kapelle des Parkfriedhofes, beginnend mit einer Andacht,

Kolumbarium Heilig Geist, Hochamt mit Totengedenken um 9:30 Uhr und anschließend Segnung der Urnengräber

Waldfriedhof Kloster Oesede um 15:30 Uhr Andacht zum Totengedenken in der Johanneskirche, anschließend Gräbersegnung auf dem Waldfriedhof.



25. Sonntag im Jahreskreis – 23./24.09.2017

Eingereicht von markus am 24. Sep 2017 - 23:36 Uhr

Matthäus 20,1-16a - Was für ein herrliches Gleich-nis. Und so missverständlich wie herrlich. Die ersten beiden Fallen des Missverstehens sind schon formaler Art: Es ist ein Gleichnis, keine Erzählung – es wird also etwas verglichen. Und zum Anderen: Es wird vom Himmelreich erzählt, nicht von unseren Tagewerken.
Hat man diese Fallen umgangen, kommt die nächste Möglichkeit des Missverstehens: Es wird nicht von unserer Arbeitswelt erzählt, genau genommen von gar keiner Arbeitswelt, sondern von Gottes Handeln. Und das, sagt Jesus, ist unfassbar gnädig, gütig, liebevoll.
Das ganze Gleichnis läuft geradezu über vor Güte und Gnade. Unfassbar, wie viel Güte die empfangen, die nur eine Stunde arbeiten. Herrlich, großartig. Ja, und die anderen, müssen wir dann natürlich sofort fragen? Um die anderen geht es aber nur am Rande, nur zum Vergleich.
Jeder Tagelöhner war ja einverstanden mit dem, was er am Abend als Lohn bekommen wird. Auch die Ersten. Es gibt also keinen Grund zum Murren. Es gibt nur allen Grund zum Danken und Jubeln über Gottes Güte. Sogar die Allerletzten können an erster Stelle stehen. Was für ein Evangelium für die, die sich als die Allerletzten empfinden. Und wer sich als einer der Ersten fühlt, schaut voll Ehrfurcht zu dem Herrn auf, der so gütig ist. Oder?

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


24. Sonntag im Jahreskreis – 16./17.09.2017

Eingereicht von markus am 16. Sep 2017 - 09:19 Uhr

Mt 18, 21-35 Petrus, der hin und wieder als aufbrausender Jünger beschrieben wird, fragt Jesus, wie oft man dem Bruder denn vergeben müsse. Bruder bezeichnet im orientalischen Sprachgebrauch nicht nur Verwandte, sondern Mitmenschen überhaupt. Hoffnungsfroh macht Petrus als Angebot der Vergebungsbereitschaft: siebenmal.
Mit der sieben, einer heiligen Zahl des sich offenbarenden Gottes, kommt er sich dabei vielleicht schon sehr großzügig vor. Jesus aber fordert ihn auf, 77mal seinem Mitbruder zu vergeben. Damit will er sagen: Unendlich groß, unzählbar oft sollten wir einander vergeben können.
Jesus verdeutlicht sein Anliegen mit einem Gleichnis. Und er beendet seine Gleichniserzählung mit den Worten: Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht aufrichtig vergibt. Diese Formulierung macht deutlich, dass ich als Mensch mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Schwächen eigentlich immer auf die Vergebung anderer angewiesen bin. Es steht mir also gut an, Fehler und Versäumnisse meiner Mitmenschen nicht aufzulisten.
Die Liebe Gottes, die mir meine Fehler nachsieht und mich immer wieder neu anfangen lässt, möge einem die Kraft geben, seinen Mitmenschen auch immer wieder vergeben zu können und ihnen die Chance eines Neuanfangs zu eröffnen. Dadurch wird ein Hauch von Gottes Königreich spürbar.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


23. Sonntag im Jahreskreis – 09./10.09.2017

Eingereicht von markus am 07. Sep 2017 - 21:52 Uhr

Matthäus 18,15-20 - Zurechtweisen, ausschließen – das sind Wörter, die wir im Evangelium nicht gern lesen. Sie scheinen nicht zu passen zu unserem Bild vom barmherzigen Jesus, von seiner Zuwendung zu den Sündern und Ausgeschlossenen.
Und doch: In den letzten Jahren mussten wir mit Erschrecken feststellen, wie unglaubwürdig die Kirche wird, wenn sie nicht konsequent ist. Missbrauch vertuschen, zweifelhafte Geldgeschäfte tätigen, von Militärdiktaturen profitieren – deshalb wollen viele Menschen mit diesem Jesus und seinen Leuten nichts mehr zu tun haben.
Alles zulassen, keine erkennbare Linie verfolgen, „allen wohl und niemand weh“, das schwächt die Gemeinde und ihr Zeugnis.
Aber wenn wir dieses Evangelium hören, dürfen wir nicht sofort eine Liste derer aufstellen, die sündigen und nicht hören. Es geht um uns: Unser Verhalten bestimmt, ob unsere Gemeinde und die weltweite Kirche attraktiv ist für Suchende und Fragende. Oder wenden sie sich mit Grausen ab, weil wir zwar Wasser predigen, aber Wein saufen, wie schon Heinrich Heine höhnte?
Wir müssen nicht alles richtig machen. Aber wir müssen bereit sein, das Falsche zu lassen. Dann ist Jesus mitten unter uns – wie versprochen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


22. Sonntag im Jahreskreis – 02./03.09.2017

Eingereicht von markus am 31. Aug 2017 - 21:00 Uhr

Matthäus 16,21-27 - Zwei Gedanken stehen in diesen Zeilen, die uns das Leben und Denken schwer machen: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt … heißt: Wer die Welt gewinnen will, kann das nur um den Preis seiner Seele. Seelenpflege ist nicht, dass ich sammle und sammle, sondern austeile.
Der andere Gedanke macht es uns noch schwerer: Der Menschensohn wird „jedem Menschen ver-gelten, wie es seine Taten verdienen“.
An diesem Satz haben sich schon Heerscharen von Gottesfürchtigen die Zähne ausgebissen, sozusagen. Und gemeint, das könne so nicht stimmen, weil selten einer das bekommt, was er verdient. Manchmal entbehrt es den Guten an Gutem, viel öfter fehlt die Strafe für jene, die andere demütigen und verhöhnen. Und überhaupt: Hat Jesus nicht diese grausame Spirale abgeschafft, dass man nach seinem Tun belohnt oder bestraft wird?
Doch, hat er. Genauer gesagt: Er hat es in Gottes Hände gelegt. Es geht nicht mehr um jetzt und gleich, sondern um einst. Und darum, dass Gott allein beurteilt, was „verdienen“ heißt. Würden Menschen darüber befinden, was die einen ver-dienen und die anderen nicht, wären wir zu Lebzeiten schon in der Hölle oder fühlten uns wenigstens so. Gott aber ist Himmel und nur Himmel. Er entscheidet, wer was verdient. Sein Maßstab heißt: Die Geringsten kommen zuerst.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


21. Sonntag im Jahreskreis – 26./27.08.2017

Eingereicht von markus am 24. Aug 2017 - 20:32 Uhr

Matthäus 16,13-20 - Glaube ist ein Geschenk. Eine Binsenweisheit? Wenn Theologen über „Neuevangelisierung“ beraten, hat man manchmal den Eindruck, Glaube sei machbar. Die richtigen Prediger, die überzeugendsten Bekenntnisse, die durchdach-testen Argumente – dann wird’s auch was damit, Christ zu werden.
„Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel“, sagt Jesus, als Petrus ihn als Messias bekennt. Und er sagt noch mehr: „Selig bist du!“
Petrus ist von Anfang an mit Jesus gegangen, er hat alles gehört, was Jesus gelehrt hat, alles gesehen, was ihn hätte überzeugen können. Da hätte er doch in einer ruhigen Stunde alle Argumente abwägen und dann sein Glaubensbekenntnis in wohlgesetzten Worten formulieren können! Doch Jesus fragt und Petrus antwortet aus vollem Herzen.
Gott selbst hat ihm diesen Glauben geschenkt und der wird Petrus weit bringen: in die tiefste Peinlichkeit und in die größte Jesus-Nähe.
Unser Glaube braucht Nahrung, so reichlich und reichhaltig wie möglich. Doch noch mehr braucht er Gottes belebenden Geist. Um den sollen wir beten. Jeden Tag wieder!

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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20. Sonntag im Jahreskreis – 19./20.08.2017

Eingereicht von markus am 18. Aug 2017 - 12:55 Uhr

Matthäus 15,21-28 - Ist Jesus zynisch, dass er diese Frau mit ihrer Not ablehnt?
Oder lässt Gott mit sich verhandeln, feilschen, ja sogar schachern? Hinter diesem Dialog zwischen Jesus und der kanaanäischen Frau steht die Frage nach dem Glauben.
Auch wenn diese Frau keine fromme Jüdin war, so spricht sie Jesus mit dem Messiastitel, mit dem Gottestitel „Sohn Davids“ an. Und sie fügt noch hinzu: „Hab Erbarmen.“
Sie ist also ein Mensch, der um seine Bedürftigkeit weiß und der sich bittend an niemand Geringeren als an Gott wendet.
An den eigenen Grenzen gehen Menschen über sich selbst hinaus und begreifen, dass das Leben größer ist als sie selber und ihre Machbarkeit. Da hat Gott eine Chance, bei uns Menschen anzukommen.
Schön ist an der Geschichte, dass Jesus tatsächlich mit sich verhandeln lässt, dass er gesprächsbereit ist, ja, dass er sich rühren lässt von der Situation und von den Argumenten dieser Frau.
Ein solcher Mensch wie diese Frau ist bereit, sich für Gott zu öffnen und sich viel von ihm zu erwarten; und ein solcher Gott, ist ein Gott, der Heil und Heilung bringt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
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Verklärung des Herrn – 05./06.08.2017

Eingereicht von markus am 06. Aug 2017 - 11:57 Uhr

Mt 17,1-9 In großer, fast wörtlicher Übereinstimmung überliefern die ersten drei Evangelien die Begebenheit von der Verklärung Jesu.
Es gibt sie, diese Stunden unseres Lebens, die ein ganz eigenes Gewicht haben. Sie bestimmen viel, wenn nicht gar untergründig das Ganze unseres Lebensgefühls.
Die Jünger spüren und sind sich sicher, - solange sie da oben sind -, dass sie ihn so richtig sehen, dass sie ihn dort sehen, wo er hingehört, dort, wo er herkommt.

Er leuchtet ihnen auf als der, der er wirklich ist: der neue Moses und der wahre Prophet, zu Gott entrückt wie Mose und Elija, so auch er.
Das alles will Petrus gleichsam konservieren. Er ahnt: das kann zu schnell wieder vorbei sein. Seine Idee in allen Ehren, sie läuft ins Leere.
Jetzt tritt Gott selbst auf den Plan: Was bei der Taufe Jesu begonnen hatte und ihm dort zugesagt wurde, wird bestätigt.
Der Himmel über ihm und der Himmel für euch: durch ihn ist er weiterhin offen. Diese Nähe Gottes macht Angst – auch heute noch?

Die drei jedenfalls "gehen zu Boden". Jesus kommt zu ihnen. Zwischen den Zeilen ist Vieles zu lesen. Er fasst sie an, gibt Halt und hilft ihnen wieder auf die Beine, sie "sehen nur noch Jesus" - "nur ihn, Jesus, allein".
Tabor- und Sternstunden, neu gestellte Weichen in der Zeit der Gnade, am Tag der Rettung: Gottes Zusage auch an uns, seine geliebten Töchter und Söhne.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


12. Sonntag im Jahreskreis – 24./25.06.2017

Eingereicht von markus am 23. Jun 2017 - 03:00 Uhr

Mt 10,26-33 Angst passt manchen Menschen prima ins Konzept. Menschen mit Angst lassen sich prima manipulieren. Wir haben Angst vor Altersarmut. Das ist gut für alle, die mit kapital-gedeckten Zusatzrenten viel Geld verdienen.
Wir haben Angst vor dem Fremden. Das nutzen die Rattenfänger am rechten Rand, die uns Unsinn einreden und Hass und Zwietracht säen.
Wir haben sogar Angst, wir könnten aussterben. Gut für jene Unheilspropheten, die sich mit ihren Büchern wichtig machen wollen.
Wenn wir erst einmal gepackt sind von der Angst, gehen wir den falschen Leuten auf den Leim. Dann verkaufen wir unsere Menschlichkeit, unser differenziertes Denken für ihre Parolen.
Statt Angst zu haben vor dem Leben und vor der Welt, sollten wir Angst haben vor den Menschen, die uns vor dem Leben und vor der Welt Angst machen wollen – weil sie selber so viel Angst vor dem Leben haben.
Statt davor Angst zu haben sich zu engagieren, sich zu riskieren, sollten wir Angst haben vor den Menschen, die uns einreden wollen, dass die anderen unsere Gegner wären.
Angst zu haben, lohnt sich nur vor denen, die uns unsere Lebendigkeit, unsere Liebesfähigkeit, unsere Seele rauben wollen. Vor solchen Menschen warnt Jesus uns zu Recht.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

Mit diesem Sonntagsbrief verabschieden wir uns in die diesjährige Sommerpause.
Der nächste Sonntagsbrief wird zum 06.08.17 erscheinen.

Öffnungszeiten der Pfarrbüros in den Sommerferien 22.06 - 04.08.

Pfarrbüro St. Peter und Paul, Tel. 86420:
     Mo., 15:00 - 17:30 Uhr, Di., Mi., Fr., 09:00 bis 12:00 Uhr
     Donnerstag geschlossen
Pfarrbüro St. Johann/St. Marien, Tel. 859010:
     Mo., Di., Mi., Fr., 08:30 – 12:00 Uhr, Do., 14:30 – 17:00 Uhr
Pfarrbüro Heilig Geist, Tel. 59414:
     Mo., Fr., 09:00 – 11:00 Uhr, Mi., 16:30 – 18:00 Uhr
     (03. – 17.07.17 geschlossen)
Pfarrbüro St. Maria Frieden, Tel. 5372:
     Do., 09:15 – 12:00 Uhr
     (13.07. und 24.07. – 16.08.17 geschlossen) 


11. Sonntag im Jahreskreis – 17./18.06.2017

Eingereicht von markus am 16. Jun 2017 - 09:36 Uhr

Mt 9,36-10,8 Hin und wieder erhält man einen dieser ominösen Kettenbriefe, neuerdings auch per E-Mail. Da wird man dreist aufgefordert, sich einzuklinken und mitzumachen und binnen kürzester Zeit den Brief an ein Dutzend anderer ahnungsloser Freunde und Bekannte weiterzuschicken. Wer nicht mitmacht, muss damit leben lernen, den längsten Kettenbrief in der Geschichte in den Sand gesetzt und die Hoffnung Tausender enttäuscht zu haben....
Ein ganz anderer "Kettenbrief" erreicht uns mit dem heutigen Evangelium. Er nahm seinen Anfang, als Jesus seine zwölf Jünger teilhaben ließ an seiner Sendung und sie ausschickte mit der Vollmacht, Tote aufzuwecken und Kranke zu heilen.
Es ist ein bewegender Gedanke, dass wir heute, über 2000 Jahre danach, im Grunde deshalb Christinnen und Christen sind und sein können, weil zu allen Zeiten Menschen bereit waren, sich hier einzuklinken und mitzumachen und die Sache Jesu weiterzutragen zu anderen Menschen und zu neuen Ufern.
Es ist auch ein beunruhigender Gedanke, weil er uns in die Pflicht nimmt und uns daran erinnert weiterzugeben, was wir selbst empfangen haben. Jesu Auftrag - aber auch seine Vollmacht! - gelten uns heute genauso wie den Jüngern damals.
Es wäre deshalb ein zwar ungewöhnliches, aber keinesfalls ungehöriges Unterfangen, etwa auf einer Pfarrgemeinderatssitzung einmal nachzuspüren, was seine klaren Worte für uns heute bedeuten könnten: " Geht: Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!"

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Dreifaltigkeitssonntag – 10./11.06.2017

Eingereicht von markus am 09. Jun 2017 - 07:00 Uhr

Joh 3,16-18 Um die Dreifaltigkeit Gottes besser verstehen zu können, wurden schon früh Symbole wie das Dreieck oder das Kleeblatt gewählt. Ein Nest wäre auch ein schönes Symbol. Ein Nest, das man sich nicht selbst bauen kann, in dem man aber geborgen ist. Am Dreifaltigkeitsfest feiern wir, dass wir in Gottes unendlicher Liebe geborgen sind.
Von dieser Liebe spricht auch das Evangelium zum Dreifaltigkeitssonntag. In nur drei Versen fasst es die ganze Frohe Botschaft zusammen: Gott liebt diese Welt und die Menschen so maßlos, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingibt. Jesus wird Mensch, wirkt unter den Menschen, nicht um sie zu richten, sondern um sie zu retten. Auch seine Liebe ist so maßlos, dass er zur Rettung der Menschen Leiden und Tod auf sich nimmt.
Und diese Rettungstat Jesu erfahren wir nicht erst nach unserem eigenen Tod am eigenen Leib, sondern spüren etwas davon schon jetzt. Weil der Glaube an Gottes maßlose Liebe das Leben schon jetzt leichter machen kann. Um im Bild vom Nest zu bleiben: Wir leben nicht schon im Nest, aber wir spüren schon etwas von der Nestwärme, die uns verheißen ist. Und deshalb richtet sich jeder selbst, der den Glauben zurückweist oder leichtfertig aufgibt: Weil er ohne diese Nestwärme lebt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


Pfingsten – 03./04.06.2017

Eingereicht von markus am 05. Jun 2017 - 21:35 Uhr

Joh 20,19-23 Und immer wieder diese Furcht der Jünger. Immer wieder, auch nach den ersten Hinweisen über Jesu Auferstehung, verschließen sie ihre Türen aus Furcht. Die Nähe Gottes ist nie das Ende der Furcht, da können die Worte Gottes noch so schön und innig sein.

Wohl denen, die ihre Furcht nicht verscheuchen, sie nicht klein- oder wegreden. Wohl denen, die Gott sagen können: Ja, auch wenn ich von dir gesegnet bin, ich habe Furcht in der Welt. Furcht vor sehr vielem. Das Ende einer Furcht beginnt damit, dass ich sie mir eingestehe und mich nicht mutiger mache, als ich bin. Dabei hilft Jesus am heiligen Pfingstfest.

Wieder verspricht er seine Nähe. Das macht die Furcht nicht leichter, aber kleiner. Ich sende euch, sagt Jesus. Das meint: Du lebst nicht aus Willkür, sondern aus Gottes Willen. Du bist gewollt und gemeint. Du bist mit Gottes Geist beschenkt. Nun lebe Frieden.

Das sagt sich leichter, als es sich lebt. Wer sich jetzt noch fürchtet, dem ist nur eins zu raten: Lebe nun tapfer. Dann spürst du, wie viel Geist dich beflügelt und wie viel Segen dich trägt.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


7. Sonntag der Osterzeit – 27./28.05.2017

Eingereicht von markus am 25. Mai 2017 - 11:15 Uhr

Joh 17,1-11 Die Osterzeit geht dem Ende zu, und liturgisch ist Jesus an Himmelfahrt aus der konkreten physischen Präsenz und aus den Augen geschwunden.
Jetzt geht es Pfingsten, der kraftvollen und stürmischen Geistausgießung entgegen. In diese Zwischenzeit hinein ist uns das heutige Evangelium aus den Abschiedsreden Jesu mitgegeben.
Ein „prominentes“, sich in vielen Varianten durchziehendes Thema in diesen Abschiedsreden ist das Verhältnis zur Welt. Zur heutigen Gesellschaft, zu den konkreten Menschen, so könnte man auch sagen.
„In der Welt, von der Welt, für die Welt, doch nicht von dieser Welt“ – da geht es in den Abschiedsreden und auch im heutigen Evangelium einige Male ordentlich hin und her.
Und so bleibt es auch: Wir Christen und Christ-innen sind mitten in dieser Welt, wir sind Kinder dieser Welt. Und gleichzeitig war Kirche immer auch ein Gegengewicht zu dieser Welt.
Aber: Kein abwertendes Gegengewicht, sondern ein kritisches, liebendes, mitgehendes, fragendes, förderndes, kreatives Gegengewicht. Vielleicht will Gott – gerade mit unserer Hilfe – genau in diese oft so chaotische Welt hinein seinen Geist kraftvoll und stürmisch ausgießen.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


6. Sonntag der Osterzeit – 20./21.05.2017

Eingereicht von markus am 18. Mai 2017 - 19:03 Uhr

Joh 14,15-21 - Sehen und erkennen, oder in anderen Worten: Klarheit – das gehört zum „Katalog“ der Grundbedürfnisse des Menschen.
Mit Gott ist das aber manchmal schwierig, weil er sich manchmal unserem (vielleicht allzu großen) Wunsch nach Klarheit entzieht. Vermutlich war es auch damals schon so, zur Zeit des Johannesevangeliums, als man etwas von diesem auferstandenen Herrn begriffen hatte, und doch schien er oft wieder so unverständlich und so weit weg. Die so genannten Abschiedsreden Jesu sind zumindest voll davon.
Ein alter, weiser, lebenssatter Priester hat einmal erzählt: „Mein Leben war ein Gehen von Klarheit zu Klarheit.“ Dann hielt er inne, lächelte verschmitzt, und fügte hinzu: „Und dazwischen: Lange Strecken von Unklarheit.“
Im heutigen Evangelium ist vom Sehen und Erkennen die Rede, und vom Geist Gottes. Vielleicht ist gerade er es, er – der Geist und der „Beistand“, wie er hier genannt wird, den uns Gott schickt und zumutet, in unseren klaren und in unseren unklaren Zeiten, damit immer wieder einmal an Klarheit und Erkennen in unserem Leben Platz haben kann. Dann können wir auch mit Strecken von Unklarheit leben.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


5. Sonntag der Osterzeit – 13./14.05.2017

Eingereicht von markus am 13. Mai 2017 - 09:05 Uhr

Joh 14,1-12
Eigentlich ist es ein wunderbares, ein unglaubliches Versprechen, das uns Christen in diesem Sonntagsevangelium gegeben wird.
Jesus verspricht uns eine Heimat bei Gott. Es ist sein Trost für die Jünger, denen schwierige Zeiten bevorstehen: Einer von ihnen wird Jesus an die Feinde ausliefern, ein anderer wird öffentlich erklären, mit ihm nichts zu tun zu haben, und am Ende ist der Freund und Hoffnungsträger tot und mit ihm die ganze Idee.
Habt Vertrauen und lasst euch nicht verwirren, sagt Jesus. Haltet fest an eurer Liebe zu mir. Denn bei Gott gibt es einen Platz für euch. Ihr dürft da sein, wo ich bin, dürft zu Gott und seiner Hausgemeinschaft, seiner Familie gehören.
Für jeden gibt es einen Platz – so verschieden die Bewohner dieser göttlichen Wohnungen auch sein mögen. Eine wunderbare Verheißung, die uns da gegeben wird: Auf meine Wohnung im großen Haus Gottes kann ich mich jetzt schon freuen.
Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


4. Sonntag der Osterzeit – 06./07.05.2017

Eingereicht von markus am 06. Mai 2017 - 22:41 Uhr

Joh 10,1-10 Jesus ist der Gute Hirte, er geht uns voran, wir kennen seine Stimme, er führt uns auf die Weide und sorgt für uns. Doch Jesus zwingt niemanden in seine Herde. Er möchte unsere freie Entscheidung zu ihm; das ist die Tür, durch die wir gehen müssen, wenn wir zu seiner Herde gehören möchten.

Die Entscheidung lautet: Ich bekenne mich zu ihm, ich möchte, dass er mein Hirte ist, ich will auf seine Stimme hören, ich will ihm folgen.

Der vierte Sonntag der Osterzeit, der Sonntag des Guten Hirten, ist zugleich der Weltgebetstag für geistliche Berufe. In dieser Welt braucht die Kirche Hirten, die der Herde vorangehen. Über die Richtung entscheiden die Hirten nicht aus eigener Vollmacht, sondern kraft des Heiligen Geistes, den sie bei der Weihe empfangen. Sie können auch in die Irre gehen. Deshalb können sie mich nie meiner eigenen Entscheidung entheben.

Es gibt keinen Befehlsgehorsam in der Kirche, sondern immer die freie Entscheidung und Verantwortung des Einzelnen. Davor kann und darf ich mich nicht drücken.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams


3. Sonntag der Osterzeit – 29./30.04.2017

Eingereicht von markus am 28. Apr 2017 - 19:02 Uhr

Joh 21, 1-14 - Manchmal hat man schon resigniert. Manchmal ist die Hoffnung so am Boden, dass man es ohne Erwartung trotzdem noch einmal probiert. Vielleicht irgendeine Kleinigkeit dabei anders macht. Oder man sucht noch einmal dort, wo es eigentlich nichts zu finden geben kann. Einfach so, weil es ja sowieso keinen Sinn hat. Weiß der Himmel, warum.
Und das Wunder geschieht. Es geschieht etwas. Es verändert sich etwas. Wir finden etwas Entscheidendes. Irgendwie gelingt es ausgerechnet dann. Weiß der Himmel, warum.
Der Himmel wusste tatsächlich, warum. Für Gott ist es nie zu Ende. Nicht einmal, wenn alle Hoffnung gestorben ist. Und schon gar nicht durch den Tod. Wo das menschliche Denken zu Ende ist, da geht es für Gott erst richtig los. An uns liegt es, immer wieder das Unsere zu tun. Es immer wieder zu probieren. Und wenn die Hoffnung noch so klein ist.
Für Gott beginnt das Leben immer wieder neu. Er ist stärker als die Verzweiflung. Er ist über das Ende hinaus. Er macht seinen neuen Anfang. Zu seiner Zeit.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünschen die Mitglieder des Pastoralteams

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